Gottesdienst ist Wirken Gottes am Menschen, denn die Gemeinde versammelt sich, um Gottes Wort zu hören und von Gott gesegnet zu werden. Gottesdienst ist auch ein Werk des Menschen für Gott, denn der Mensch bringt im Gottesdienst in Ehrfurcht und Demut Gott Anbetung, Lobpreis und Dank dar.

Gottesdienst bedeutet also, Begegnung mit Gott zu haben. „Im anbetenden Dienen der Gläubigen und in wahrnehmbarerer Gegenwart des dreieinigen Gottes erlebt die Gemeinde, dass Gott ihr in Liebe dient“ (Katechismus der Neuapostolischen Kirche, Kapitel 12, Seite 395).

Gottesdienst – Mittelpunkt des kirchlichen Lebens

Für uns neuapostolische Christen bedeuten Gottesdienste etwas Besonderes. Als fester Bestandteil des christlichen Lebens bieten sie regelmäßig Gelegenheit zur Begegnung mit Gott und zur Gemeinschaft mit den Glaubensgeschwistern.

Die Gottesdienstteilnehmer versammeln sich in Andacht, um Gottes Wort zu hören. Im Gottesdienst wird ihnen der Frieden aus Jesus Christus zugesprochen, sie können Gnade und Erlösung erlangen, die göttliche Liebe verspüren und Segen empfangen. Die gottesdienstliche Gemeinschaft gibt Glaubenskraft, Trost, Zuversicht und Hoffnung, besonders auch für die Tage, an denen es nicht so läuft, wie wir uns das wünschen.

Der Gottesdienst zielt darauf, die Gläubigen in der Hoffnung auf die baldige Wiederkunft Jesu Christi zu stärken und sie darauf vorzubereiten.

Gebet, Wort und Sakrament

Begonnen wird der Gottesdienst mit einem Gebet. Die anschließende Predigt am Altar erfolgt in freier Rede, ohne Manuskript – sie wird vom Heiligen Geist erweckt und durchwirkt. Grundlage der Predigt ist ein Bibelwort. Zur Vorbereitung darauf dienen den Geistlichen, die berufen sind, das Wort Gottes in den Gemeinden zu verkündigen, Leitgedanken, die das Bibelwort sowie einige Hinweise zur Auslegung enthalten.

Im Mittelpunkt der Predigt steht das Evangelium Jesu Christi, das von Jesu Leben und Opfer, seiner Auferstehung und Himmelfahrt und seinem Wiederkommen kündet. Gottes Taten zu allen Zeiten, der Lobpreis der Gnade und der Versöhnungstat Jesu Christi  sind ebenfalls Predigtinhalte. Die Predigt bietet den Glaubenden zudem Orientierung für ein Leben nach Gottes Willen.

Da Gottes Wort – das vollkommen ist – durch unvollkommene, sündige Menschen verkündigt wird, sind in der Predigt Fehler des Redners und Verständnisfehler der Hörer nicht ausgeschlossen. Dies hindert Gott nicht, in die Predigt Kraft hineinzulegen.

Mit der Feier des Heiligen Abendmahls erlebt die Gemeinde das zentrale Geschehen im Gottesdienst. Es wird grundsätzlich in jedem Gottesdienst gefeiert, den ein Apostel oder ein priesterlicher Amtsträger leitet. (Wortgottesdienste ohne die Feier des Heiligen Abendmahls sind Gottesdienste zu einem bestimmten Anlass, zum Beispiel einer Trauung.)

Vor der Abendmahlsfeier erfolgt die Vergebung der Sünden. Ihr geht das gemeinsame Beten des Vaterunsers voraus.

Alle drei Sakramente sind auch Kindern zugänglich, und so nehmen die Kinder, wenn möglich, mit der Gemeinde im Gottesdienst an der Feier des Heiligen Abendmahls teil.

Beendet wird der Gottesdienst mit Gebet und Segensspendung. Zusammen mit der trinitarischen Eingangsformel zu Gottesdienstbeginn bildet diese Segensspendung – mit den Worten aus 2. Korinther 13,13 – den Rahmen, der das gottesdienstliche Geschehen umschließt.

Wo immer möglich, wird der Gottesdienst musikalisch mitgestaltet. Durch Gesang von Gemeinde, Chor und durch Instrumentalmusik werden Lob, Dank, Empfindungen von Liebe, Mut, Kraft und Zuversicht ausgedrückt und vermittelt. Musik vor dem Gottesdienst stimmt die Gemeinde auf die Predigt ein, Musik im Gottesdienst unterstreicht das verkündigte Wort.

Gottesdienste mitfeiern

Unsere Gottesdienste stehen allen interessierten Menschen offen. Jeder ist eingeladen, unsere Gottesdienste mitzufeiern und sich zu überzeugen, wie wohltuend sich Ruhe und Seelenfrieden auswirken können.