Jesus Christus kommt wieder – dies ist eine Hauptaussage des Evangeliums. Seit seiner Himmelfahrt verkündigen die Apostel alter und neuer Zeit die Wiederkunft Jesu Christi. Bei diesem Ereignis von ihm angenommen zu werden, ist Glaubensziel neuapostolischer Christen: Sie erwarten sein Wiederkommen und bereiten sich darauf vor.

Zukunftshoffnung

Gottes Handeln zielt darauf, dem Menschen Heil zugänglich zu machen. Sein Heilswille gilt allen Menschen in Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft.

Die Heilsgeschichte vollzieht sich nach Gottes weisem Plan. Zu Ereignissen der künftigen Heilsgeschichte (Eschatologie) gibt die Bibel in den Evangelien und den Briefen der Apostel Hinweise. Zentrale Aussagen finden sich in der Offenbarung des Johannes, die in bildhafter Weise von den künftigen Dingen spricht.

In dieser wichtigen Quelle der Zukunftshoffnung betont der Herr die Verheißung seiner Wiederkunft, er enthüllt den Fortgang der Heilsgeschichte und gibt damit Einblick in sein künftiges Handeln.

Jesus Christus kommt wieder

In seinen Abschiedsreden hat Jesus Christus selbst seine Wiederkunft verheißen: „Wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin“ (Johannes 14,3). Diese Verheißung wurde bei der Himmelfahrt Jesu Christi bekräftigt: „Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen“ (Apostelgeschichte 1,11).

An welchem Tag und zu welcher Stunde Jesus Christus wiederkommt, weiß allein Gott.

Dass man im Glauben „wach sein“ und ihn erwarten soll, verdeutlichte Jesus auch in Gleichnissen: beispielsweise im Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen, das zeigt, dass es gilt, für das plötzliche Wiederkommen Christi bereit zu sein (Matthäus 25,1-13).

Dementsprechend hielten die Apostel in der urchristlichen Zeit die Gläubigen an, sich auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten. So wandte sich Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth mit dem Gebetsruf: „Maranata!“ – was bedeutet: „Unser Herr kommt!“ oder: „Unser Herr, komm!“ (1. Korinther 16,22).

Auch heute sind wir Glaubenden dazu aufgefordert, unsere Lebensgestaltung bewusst auf die Wiederkunft Christi hin auszurichten. Die Erwartung, dass sich die Verheißungen des Herrn erfüllen, steht heute ebenso im Zentrum des neuapostolischen Glaubens wie die Hoffnung, persönlich die Wiederkunft Christi und die Vereinigung mit ihm zu erleben.

Fortgang der Heilsgeschichte

Von der Wiederkunft Christi hängen weitere eschatologische Ereignisse ab.

Bei seiner Wiederkunft werden gemäß biblischem Zeugnis die Toten, die in Christus gestorben sind, unverweslich auferstehen und die Lebenden, die sich auf sein Kommen vorbereiten ließen, die Verwandlung erleben, ohne den leiblichen Tod zu erleiden – sie alle empfangen einen geistlichen Leib und gelangen in die ewige Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott. Wer zu dieser Schar zählt, zeigt sich erst bei der Wiederkunft Christi.

Bildlich erfolgt die „Hochzeit im Himmel“: Beginn der unmittelbaren, unauflöslichen Gemeinschaft von Jesus Christus als dem „Bräutigam“ und seiner „Braut“.

Die „Hochzeit im Himmel“ ist von begrenzter Dauer. Nach ihrem Abschluss wendet sich Jesus Christus allen Menschen zu, die an diesem Geschehnis keinen Anteil hatten: Er richtet sein Friedensreich auf, in dem das Evangelium allen Menschen, den Lebenden und den Toten, verkündigt wird.

Nach Abschluss des Friedensreichs – wenn alle Menschen aller Zeiten mit dem Evangelium bekannt gemacht wurden und Heil erfahren konnten – wird Jesus Christus, der gerechte Richter, das Endgericht (Jüngstes Gericht) halten. Maßgeblich für das Urteil wird die Stellung sein, die der Mensch letztlich zu Christus einnimmt. Wer ihn ablehnt, verbleibt im Elend der Gottferne. Diejenigen, die im Endgericht Gnade finden, werden Bewohner von Gottes neuer Schöpfung sein und dürfen ewige Gemeinschaft mit ihm haben.

 

Eschatologie (Adjektiv: eschatologisch ), aus dem Griechischen: Lehre von den letzten Dingen