An den kirchlichen Feiertagen gedenken wir dankbar und ehrfürchtig der wesentlichen Ereignisse in der Heilsgeschichte.

Die Bedeutung der Feste wird durch einen Gottesdienst hervorgehoben, dessen Liturgie grundsätzlich derjenigen des Gottesdienstes mit Feier des Heiligen Abendmahls entspricht. Jedoch finden darüber hinaus Bibellesungen statt, in denen das jeweilige heilsgeschichtliche Ereignis Thema ist.

Weihnachten

Weihnachten ist das Fest des Gedenkens an die Geburt Jesu Christi, des Erlösers und Heilands der Welt. So steht im Gottesdienst an Weihnachten die Menschwerdung Gottes, des Sohnes als eines der zentralen Geschehen der Heilsgeschichte im Mittelpunkt.

Mit der Geburt Jesu haben sich die Verheißungen bezüglich des erwarteten Messias erfüllt, die Gott zuvor gegeben hatte. Weihnachten ist deshalb für uns Christen nicht nur ein durch Besinnlichkeit oder von Brauchtum geprägtes Fest, sondern auch Bestätigung, dass Gott erfüllt, was er verheißen hat. Dies bestärkt uns auch im Glauben, dass sich alle Verheißungen erfüllen werden, die sich auf das Wiederkommen Christi beziehen.

Palmsonntag

Palmsonntag verweist auf den Einzug Jesu in Jerusalem anlässlich des jüdischen Passafestes. Die Menschen bereiteten damals Jesus einen triumphalen Empfang; sie streuten ihm Palmzweige – Zeichen für einen siegreichen König – und bekannten ihn in dem Ruf „Hosianna, dem Sohn Davids!“ als Messias und Retter.

Mit Palmsonntag beginnt die Karwoche, („Kar“ von althochdeutsch „chara“ = „Leid“). In dieser Woche blicken die Glaubenden auf die Ereignisse bis zu Karfreitag: Jesu Salbung – nach seinen Worten im Blick auf seinen bevorstehenden Tod –, die Stiftung des Heiligen Abendmahls und die Gefangennahme in Gethsemane bis hin zu den Verhören, den Geißelungen und seiner Kreuzigung.

Karfreitag

An Karfreitag wird an die Kreuzigung und den Opfertod Jesu Christi gedacht. Sein Opfer, Leiden und Sterben sind von zentraler heilsgeschichtlicher Bedeutung. Mit der freiwilligen Hingabe seines Lebens für die Sünden der Menschen hat er, der Sündlose, den Weg zur Erlösung der Menschen eröffnet und ewiges Heil geschaffen.

Die Liebe Gottes zu uns Menschen zeigt sich wohl kaum deutlicher als im Opfer Jesu Christi: „Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden“ (1. Johannes 4,9.10).

Ostern

Am Hochfest Ostern feiert die Christenheit die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. Seine Auferstehung ist ein Wunder und ein Geheimnis.

Der Auferstandene begegnete vielen Menschen. Unmittelbar nach seiner Auferstehung zeigte er sich Maria von Magdala und anderen Frauen, dann den beiden Jüngern, die nach Emmaus unterwegs waren, den Aposteln in Jerusalem und am galiläischen Meer. Apostel Paulus berichtet von mehr als fünfhundert Brüdern, die Jesus Christus nach seiner Auferstehung gesehen hatten.

Die Auferstehung Jesu Christi wird als Kernstück des Evangeliums durch die Apostel verkündigt. Durch seinen Opfertod und die Auferstehung von den Toten haben Christen eine begründete Hoffnung auf das ewige Leben.

Himmelfahrt

Am Fest Christi Himmelfahrt wird daran gedacht, dass Jesus Christus am 40. Tag nach Ostern zum Vater zurückkehrte. Mit den Aposteln ging er zum Ölberg und gab ihnen Weisung für ihre Mission. Die Heilige Schrift berichtet, dass dann seine Himmelfahrt geschah – er wurde aufgehoben in den Himmel – und dass die Apostel diese unmittelbar miterlebten.

Die Apostel empfingen laut Apostelgeschichte 1,3-11 durch Engel die Verheißung: „Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen“. So richten die Glaubenden gerade auch an Christi Himmelfahrt ihre Hoffnung freudig auf das Wiederkommen Jesu Christi.

Pfingsten

Christen feiern Pfingsten 50 Tage nach Ostern als den Tag, an dem die Gläubigen mit heiligem Geist erfüllt wurden. Das Pfingstwunder, die Ausgießung des Heiligen Geistes, ist in Apostelgeschichte 2,1 überliefert.

Nachdem die Apostel und die mit ihnen versammelten Gläubigen vom Heiligen Geist erfüllt waren, hielt Petrus eine Predigt, in der der gekreuzigte, auferstandene und gen Himmel gefahrene Christus im Mittelpunkt stand. Diese Predigt war so eindrücklich, dass rund 3000 Menschen gläubig und in die Gemeinde aufgenommen wurden. So gilt Pfingsten auch als „Geburtstag der Kirche Christi“ und ist ein Fest der Freude darüber, dass der Heilige Geist in der Kirche gegenwärtig ist und wirkt.