Die Menschwerdung Gottes in Jesus Christus ist ein Zeugnis für die Liebe Gottes zum Menschen. Dies war ein Schwerpunkt im Weihnachtsgottesdienst 2017, den die Gemeinden in Süddeutschland am Vormittag des 1. Weihnachtstags feierten.

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Die Predigt basierte auf einem Bibelwort aus dem Neuen Testament, dem Matthäusevangelium, Kapitel 1,23: „»Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: Gott mit uns.“

Gott stand Jesus bei. Er bewahrte das Jesuskind davor, von Häschern des Herodes ermordet zu werden, er gab Jesus die Möglichkeit, an „Alter und Weisheit“ zuzunehmen, er schenkte Jesus Kraft in der Auseinandersetzung mit seinen Feinden und weckte ihn schließlich von den Toten auf.

Der Name „Immanuel“ verweist darauf, dass Gottes Nähe durch Jesus erfahrbar wird: Wo Jesus ist, da ist Gott. Wer an Jesus glaubt und sich am Evangelium orientiert, erfährt Gemeinschaft mit Gott.

Im Gottesdienst zu Weihnachten 2017 erfolgte auch eine Bibellesung – aus Micha 5,1 und aus Johannes 1,9–14.

Den Weihnachtsgottesdienst feierten die Apostel der Gebietskirche Süddeutschland mit Gemeinden ihres Arbeitsbereichs: Apostel Herbert Bansbach in Pfinztal-Söllingen, Apostel Hans-Jürgen Bauer in Ulm-Ost, Apostel Volker Kühnle in Esslingen-Mitte, Apostel Jürgen Loy in Sachsenheim, Apostel Manfred Schönenborn in Auenwald-Unterbrüden und Apostel Wolfgang Zenker in München-Giesing.

Apostel Martin Schnaufer begleitete Bezirksapostel Michael Ehrich, der den Weihnachtsgottesdienst 2017 in Dornhan im gleichnamigen Kirchenbezirk durchführte. Es gab eine Übertragung nach Oberndorf und Schramberg, sodass alle Gemeinden des Kirchenbezirks Dornhan daran teilnehmen konnten.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Von dem, was im 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zu Jesus Christus, seiner Geburt und den anschließenden Geschehnissen ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:

120. Wo wird über die Person und das Wirken Jesu Christi berichtet?

Im Neuen Testament wird in den vier Evangelien nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes vom Leben und Wirken Jesu Christi berichtet. Die Evangelisten (Verfasser der Evangelien) wollten jedoch keine Lebensgeschichte Jesu schreiben; vielmehr bezeugen sie den Glauben, dass Jesus von Nazareth der Messias ist.

121. Wie trat der Sohn Gottes in das menschliche Dasein?

Der Sohn Gottes wurde als Mensch von der Jungfrau Maria in Bethlehem geboren. Seine Geburt wird in den Evangelien nach Matthäus und Lukas geschildert. Jesus wurde zu der Zeit geboren, als Herodes in Judäa als König herrschte und Augustus in Rom Kaiser war.

Jesus hat tatsächlich gelebt; er ist also eine Person der Weltgeschichte und nicht etwa eine Gestalt aus der Welt der Dichtung und der Sagen.

122. Was ging der Geburt Jesu voraus?

Der Engel Gabriel brachte der Jungfrau Maria die Botschaft: „Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben, und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben“ (Lukas 1,31-33).

Der Engel gab Maria auch die Erklärung, dass sie durch den Heiligen Geist schwanger werde: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden“ (Lukas 1,35).

123. Wer waren die Eltern Jesu?

Maria war die leibliche Mutter Jesu. Josef nahm Jesus an wie einen Sohn. Deshalb wird Josef auch im Stammbaum Jesu erwähnt.

124. Was wissen wir von der Geburt Jesu?

Kaiser Augustus hatte eine Volkszählung angeordnet. Dazu musste jeder „seine“ Stadt, d.h. den Herkunftsort seiner Familie, aufsuchen. Daher ging Josef, der ein Nachkomme Davids war, mit Maria in die „Stadt Davids“, nämlich nach Betlehem. Dort bekamen sie keine Unterkunft. Maria gebar ihren Sohn wohl in einem Stall, denn sie legte ihn in einen Futtertrog: „Sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge“ (Lukas 2,7).

Aus diesem Geschehen wird deutlich, dass Gott in armseligen Verhältnissen Mensch wurde.

125. Was ereignete sich zeitgleich mit der Geburt Jesu?

Engel erschienen und verkündeten Hirten, die auf einem Feld bei Betlehem ihre Herde hüteten, die frohe Botschaft: „Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids“ (Lukas 2,11; auch Micha 5,1).

Im Matthäus-Evangelium wird berichtet, dass auch ein Stern auf die Geburt Jesu hinwies. Weise Männer (Magier) aus dem „Morgenland“ (dem Osten) waren dem Stern gefolgt und nach Jerusalem gekommen, um den „neugeborenen König“ anzubeten: „Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten“ (Matthäus 2,2). Sie wurden von König Herodes nach Bethlehem geschickt. „Siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war“ (Matthäus 2,9).

Diese Ereignisse verweisen auf die Einzigartigkeit der Geburt des Gottessohnes.

126. Was geschah nach der Geburt Jesu?

Da König Herodes glaubte, in Bethlehem sei ein König geboren, der ihn eines Tages vom Thron stürzen würde, trachtete er dem Kinde nach dem Leben. Er ließ alle Kinder in Bethlehem töten, die zwei Jahre und jünger waren (vgl. Matthäus 2,16-18).

127. Wie bewahrte Gott das Kind Jesus?

Gott veranlasste durch einen Traum Josef, den Mann der Maria, mit ihr und dem Kind nach Ägypten zu fliehen (vgl. Matthäus 2,13.14). Nach dem Tod des Königs Herodes zogen sie dann nach Nazareth in Galiläa.

128. Was ist über die Kindheit Jesu bekannt?

In Lukas 2,52 steht, dass Jesus an Weisheit, Alter und Gnade bei Gott und den Menschen zunahm. In Lukas 2,41-49 wird berichtet, dass der zwölfjährige Jesus dort ein Gespräch mit Schriftgelehrten führte, die „sich über seinen Verstand und seine Antworten“ wunderten.

129. Was ging der Lehrtätigkeit Jesu voraus?

Jesus ließ sich durch Johannes den Täufer am Jordan taufen. Unmittelbar nach der Taufe durch Johannes fuhr der Heilige Geist sichtbar auf Jesus hernieder. In einer Stimme vom Himmel herab bezeugte Gott, der Vater: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen“ (Lukas 3,22). In diesem Geschehen wurde kundgemacht, dass Jesus der Gottessohn ist.

130. Warum ließ sich Jesus von Johannes taufen?

Jesus war ohne Sünde. Trotzdem ließ er sich von Johannes, dem Täufer zur Buße, im Jordan taufen. An diesem Taufakt – der Ausdruck von Buße war – wird deutlich, dass er sich erniedrigte und an sich das vollziehen ließ, was für die Sünder galt.

131. Was ereignete sich nach der Taufe Jesu?

Jesus wurde vom Heiligen Geist in die Wüste geführt, „damit er von dem Teufel versucht würde“ (Matthäus 4,1). Jesus blieb 40 Tage lang dort, und der Teufel führte ihn mehrfach in Versuchung. Jesus widerstand den Versuchungen und wies den Teufel ab. Danach traten Engel zu Jesus und dienten ihm (vgl. Matthäus 4,11).

132. Welche Bedeutung haben die Versuchungen Jesu?

Indem Jesus den Versuchungen widerstand, erwies er sich noch vor Beginn seines öffentlichen Wirkens als Sieger über den Teufel.

Der erste Mensch, Adam, hat der Versuchung des Teufels nicht widerstanden. Adam wurde zum Sünder und mit ihm alle Menschen. Im Gegensatz dazu blieb Jesus ohne Sünde. Damit schuf er die Voraussetzung, dass alle Sünder wieder zu Gott finden können.

133. In welchem Alter begann Jesus zu lehren?

Jesus begann im Alter von ungefähr 30 Jahren in Galiläa zu lehren (vgl. Lukas 3,23).


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.

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