Im Gottesdienst an Karfreitag, 14. April 2017, standen in der Predigt der Kreuzestod Jesu Christi und sein Sieg über das Böse im Mittelpunkt. Aus Liebe zu den Menschen stellte sich Jesus Christus, der Gottessohn, den Sündern gleich. Durch seinen Tod am Kreuz hat er das Böse überwunden. Das einmal gebrachte Opfer Jesu Christi ist für alle Zeiten gültig.

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Als Bibelwort lag der Predigt im Karfreitags-Gottesdienst Jesaja 53,10 zugrunde: „So wollte ihn der Herr zerschlagen mit Krankheit. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, wird er Nachkommen haben und in die Länge leben, und des Herrn Plan wird durch seine Hand gelingen.“ Aus dem Matthäus-Evangelium erfolgte die Bibellesung: Verse 31 bis 50 aus Kapitel 27.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Was der 2015 erschienene „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zur Bedeutung des Opfertodes Jesu Christi sagt, zitieren wir nachstehend:

177. Wozu musste Jesus leiden und sterben?

Gott, der Sohn, wurde in Jesus Mensch und kam in die Welt, damit er die Sünden der Menschen auf sich nehme. Er brachte das Opfer aus freiem Willen in göttlicher Liebe, um die Menschen aus dem Tod zu erretten. Die Macht der Sünde ist groß, doch noch größer ist die Macht der göttlichen Liebe, die sich darin zeigt, dass Jesus Christus sein Leben hingab.

178. Welche Bedeutung hat somit das Leiden und Sterben Jesu für die Menschen?

Der Opfertod Jesu ist Grundlage für ein neues Verhältnis des Menschen zu Gott. Der sündhafte Mensch kann zu Gott zurückfinden.

179. Wird auf das Leiden und den Opfertod Jesu Christi im Alten Testament hingewiesen?

Ja, in Jesaja 53,3-5 wird ein Knecht Gottes beschrieben, der erniedrigt wird und leiden muss. Es heißt dort: Er ist „der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit […] Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. […] Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ Dies sind Hinweise auf den Leidensweg Jesu Christi und seinen Opfertod.

180. Gab Jesus selbst Hinweise auf sein Leiden und Sterben?

Ja, Jesus gab mehrfach Hinweise auf sein Leiden und Sterben und auch auf seine Auferstehung.

Nachdem Petrus zu Jesus gesagt hatte: „Du bist der Christus Gottes!“, verwies Jesus auf sein bevorstehendes Leiden und Sterben: „Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tag auferstehen“ (Lukas 9,22).

Ähnlich äußerte sich Jesus im Anschluss an das Geschehen auf dem Berg der Verklärung: „Der Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Menschen und sie werden ihn töten; und wenn er getötet ist, so wird er nach drei Tagen auferstehen“ (Markus 9,31).

Vor dem Einzug in Jerusalem sagte er zu den Aposteln: „Der Menschensohn wird den Hohenpriestern und Schriftgelehrten überantwortet werden; und sie werden ihn zum Tode verurteilen und werden ihn den Heiden überantworten, damit sie ihn verspotten und geißeln und kreuzigen; und am dritten Tage wird er auferstehen“ (Matthäus 20,18.19).

Den Schriftgelehrten und Pharisäern gegenüber sprach Jesus davon, dass er nach drei Tagen auferstehen werde. Dazu erinnerte er an die Geschichte des Propheten Jona: „Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein“ (Matthäus 12,40).

181. Was sagen die Briefe der Apostel zum Opfertod Jesu?

In 2. Korinther 5,19 wird die Bedeutung des Opfertodes Jesu am Kreuz so beschrieben: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber.“ In 1. Johannes 3,16 heißt es: „Daran haben wir die Liebe erkannt, dass er sein Leben für uns gelassen hat.“

In der Auseinandersetzung mit Irrlehren, die das Mensch-Sein Jesu Christi und seine Auferstehung leugneten, machte Apostel Paulus deutlich, „dass Christus gestorben ist für unsre Sünden nach der Schrift; und dass er begraben worden ist; und dass er auferstanden ist am dritten Tage nach der Schrift“ (1. Korinther 15,3.4).

182. Was bedeutet das Kreuz?

Das Kreuz Christi ist Zeichen dafür, dass Gott sich mit den sündigen Menschen versöhnt. Der Tod am Kreuz war in der Antike Ausdruck einer Niederlage: schmachvolles Ende eines Verachteten und aus der menschlichen Gesellschaft Ausgeschlossenen. Bei Jesus jedoch ist die vermeintliche Niederlage ein Sieg: Durch den Tod am Kreuz hat er ein unvergleichliches Werk der Erlösung getan.

183. Was geschah, nachdem Jesus gestorben war?

Nachdem Jesus Christus gestorben war, ging er in das Reich des Todes. In 1. Petrus 3,18-20 heißt es, dass der Sohn Gottes nach seinem Tod am Kreuz denen predigte, die zur Zeit Noahs Gott ungehorsam waren. Dies tat er, um das Heil anzubieten: „Dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündigt, dass sie zwar nach Menschenweise gerichtet werden im Fleisch, aber nach Gottes Weise das Leben haben im Geist“ (1. Petrus 4,6).

Wie sich der Sohn Gottes auf Erden den Sündern zugewandt hatte, so tat er dies nun gegenüber den Toten. Seit er das Opfer gebracht hat, ist auch für die Toten Erlösung möglich.

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.

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Schlagworte gottesdienst karfreitag