Schnelle und unkonventionelle Hilfe ist in Katastrophenfällen die wirksamste. Um das zu leisten, braucht es eine professionelle Organisation mit Fachkräften vor Ort.

Heinke Rauscher von Humedica freut sich über die Spende; neben ihr Apostel Zenker (re. im Bild) und Bezirksältester Schönenborn (Foto: Humedica e.V., Kaufbeuren)

So schickte die international tätige christlich orientierte Hilfsorganisation Humedica e.V. vor ein paar Tagen ein weiteres medizinisches Hilfsteam in die nordöstliche Grenzregion von Iran und Nordirak, die Mitte November 2017 von einem Erdbeben der Stärke 7,3 erschüttert worden war.

Laut Medienberichten sind mehr als 400 Menschen in dieser abgelegenen Bergregion dabei ums Leben gekommen, Tausende wurden verletzt. Die Infrastruktur ist massiv zerstört.

Die sechs ehrenamtlichen Helfer von Humedica konzentrieren sich neben der Notfallmedizin auch um die Basisgesundheitsversorgung der von der Katastrophe betroffenen Menschen.

Den Helfern geholfen

Finanzielle Unterstützung erhielt Humedica e.V. kurzfristig in Form eines Spendenschecks über 30.000 Euro von der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland. Bezirksapostel Michael Ehrich – nicht nur Präsident der Gebietskirche Süddeutschland, sondern auch 1. Vorsitzender im Vorstand des süddeutschen Hilfswerks – hatte die Spende veranlasst, die durch Apostel Wolfgang Zenker (Leiter des Apostelbereichs München) übergeben wurde. Mit dabei war Bezirksältester Fritz Schönenborn, in dessen kirchlichem Verantwortungsbereich, dem Kirchenbezirk Peiting, Humedica e.V. in Kaufbeuren zu Hause ist. Heinke Rauscher nahm als Vertretung der Geschäftsführung von Humedica e.V. die Spende dankbar entgegen.

Humedica ist eine Hilfsorganisation mit hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern, Spendern und Förderern, deren Arbeit sich auf Not- und Katastrophenhilfe sowie auf langfristige Entwicklungshilfe in Form von Familienhilfe und Rehabilitationsprogrammen konzentriert. Auch leistet sie schwerpunktmäßig Versorgungshilfe in Regionen, wo sich Betroffene nicht selbst helfen können. Um die Schnelligkeit und Wirkung der Hilfe zu maximieren, gibt es vor Ort Kooperationen mit ausgewählten und überprüften Partnerorganisationen.

Beim Erdbeben Mitte November 2017im irakisch-iranischen Grenzgebiet, nahe der kurdischen Kleinstadt Halabdscha, bereitete Humedica umgehend eine Nothilfeeinsatz vor und entsandte nach eigenen Angaben nur 48 Stunden nach dem Erdbeben ein sechsköpfiges medizinisches Einsatzteam in das von der Katastrophe betroffene Gebiet, um die lokalen Rettungskräfte zu unterstützen. Ein solches Noteinsatzteam verbringt im Regelfall etwa zwei Wochen in einem Katastrophengebiet, bevor es von einem neuen Team abgelöst wird.

Möglichkeiten für die Hilfseinsätze, oft unter größter Belastung für die Helfer und nicht selten unter Lebensgefahr, müssen hier in Deutschland und Mitteleuropa geschaffen werden. Dies geschieht zum einen durch Spenden, die transparent und verantwortungsbewusst verwaltet werden müssen und sollen – ein berechtigter Anspruch der Geldgeber. Zum anderen durch Fachkräfte, die dann vor Ort das Richtige und nicht nur das offensichtlich Notwendige tun.

Apostel Zenker meinte bei der Spendenübergabe: „ Wir möchten als christliche Kirche mit unterstützenden Aktionen unseren Anspruch im Sinn der Verwirklichung christlicher Nächstenliebe leben“. Er zeigte sich dankbar, über Humedica eine Möglichkeit zur unmittelbaren Hilfe für die Erdbebenopfer im irakisch-iranischen Grenzgebiet zu haben, denn „das Leid der dortigen Menschen geht uns doch allen sehr zu Herzen“.

Auch in den Jahren 2014 und 2015 hat die Kirche den Helfern von Humedica mit finanzieller Unterstützung geholfen.