An gemeinnützige ambulante Pflegedienste in Baden-Württemberg und Bayern spendete die Neuapostolische Kirche Süddeutschland über ihr Hilfswerk, das Missionswerk, zehn Kleinwagen. Die Fahrzeugübergabe erfolgte am 28. März 2017 in Stuttgart-Degerloch, wo sich das Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum der Gebietskirche Süddeutschland befindet.

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    Zehn Fahrzeuge wurden an ambulante Pflegedienste in Süddeutschland gespendet

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    Bezirksapostel Michael Ehrich (l.) übergibt einen Fahrzeugschlüssel an das DRK

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    Bischof iR Rolf Ludwig (2. Vorsitzender des Missionswerks) begrüßt die Anwesenden

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    Bezirksapostel Michael Ehrich

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    Vertreter der Pflegedienste, der Stadt Stuttgart und des Missionswerks

Ambulante Pflegedienste stehen alten, kranken und behinderten Menschen im häuslichen Umfeld bei Verrichtungen des täglichen Lebens bei. Die Arbeit, die sie tagaus, tagein leisten, betrifft die Bereiche Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftliche Versorgung. Konkret heißt das zum Beispiel bei der Ernährung und Körperpflege: mundgerechtes Zubereiten oder eben Hilfe beim Essen, vielleicht auch mal löffelweise. Körperpflege betrifft Unterstützung beim Waschen bzw. Duschen und Baden, Hilfe bei der Zahnpflege, beim Kämmen und Rasieren, aber auch bei der Darm- und Blasenentleerung. Alles nicht so einfach, möchte man meinen. Auch erfolgt durch ambulante Pflegedienste da und dort palliative Betreuung – sterbenskranke Menschen können so die letzte Lebenszeit zu Hause, in ihrer gewohnten Umgebung, verbringen. Dass Palliativpflege den Pflegekräften nicht nur physisch viel abverlangt, steht außer Frage.

Mit einem solchen Einsatz werde das Gebot der Nächstenliebe erfüllt, von dem Jesus Christus quasi „im Handbuch des Evangeliums“, in der Bergpredigt, gesprochen habe, sagte Bezirksapostel Michael Ehrich bei der Fahrzeugübergabe. Der Bezirksapostel, der zugleich Erster Vorsitzender im Missionswerk-Vorstand ist, betonte: „Sich Menschen zuwenden, die nicht im allgemeinen Fokus stehen, sozial vielleicht nicht viel gelten, gerade das zählt! Es sind Menschen, die in unserer doch vielfach nur am eigenen Wohlbefinden interessierten, egoistisch geprägten Gesellschaft gedanklich oft ausgeblendet werden.“ Mit Herzblut hingegen engagierten sich viele der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter solcher Pflegedienste. Darauf gelte es inner- und außerkirchlich aufmerksam zu machen.

In seiner kurzen Ansprache an Vertreter gemeinnütziger Träger ambulanter Pflegedienste – darunter der Präsident des DRK-Kreisverbandes Stuttgart, Walter Sopp, und der Geschäftsführer des ASB-Regionalverbands Coburg, Thomas Schwesinger – wies der Bezirksapostel auch darauf hin, dass es nicht nur alte Menschen sind, bei denen Pflegebedürftigkeit einsetzt: „Auch Kinder und Erwachsene im besten Alter können vielleicht durch einen Unfall über längere Zeit stark eingeschränkt und von Pflegebedürftigkeit betroffen sein.“ Für viele der betreuten Menschen sei der regelmäßige Besuch durch einen Pflegedienst ein ganz wichtiger sozialer Faktor im Leben. Auch erfüllten etliche gemeinnützige ambulante Pflegedienste zusätzlich ehrenamtliche Leistungen, beispielsweise allgemeine Besuchsdienste und Alltagshilfen.

Anerkennung der wertvollen Arbeit

„Mit der Fahrzeugspende wollen wir ein Zeichen setzen und die wertvolle Arbeit anerkennen, die tagtäglich durch ambulante Pflegedienste geleistet wird“, erklärte er. Als vergleichsweise kleine christliche Kirche mit in Süddeutschland etwa 110.000 Mitgliedern, die sich selbst finanziere, könne sie eigene Wohlfahrtsverbände und karitative Einrichtungen nicht unterhalten. „Wir möchten aber gemäß dem christlichen Auftrag handeln und unterstützen, soweit es in unseren Möglichkeiten liegt. Stichwort: tätige Nächstenliebe!“

Daher fördert und unterstützt die Neuapostolische Kirche Süddeutschland über das Missionswerk soziale Einrichtungen des Staates, anderer Kirchen oder sonstiger Träger im Sinne humanitärer / karitativer Kooperation, insbesondere durch finanzielle Zuwendungen. Gefördert werden in der Regel Einrichtungen und Projekte, die vorwiegend über Spenden und Zuschüsse getragen werden. „Als Kirche, in der das Ehrenamt großgeschrieben wird, unterstützen wir vorwiegend Projekte und Initiativen von Einrichtungen, bei denen viel ehrenamtliche Arbeit geleistet wird“, so der Bezirksapostel. „Und natürlich auch dann, wenn eine Problemsituation besteht oder die Hilfe der öffentlichen Hand schlicht nicht ausreicht.“

Jahresförderschwerpunkt des Missionswerks

Für die humanitäre Hilfe, die über das Missionswerk im Inland geleistet wird, steht ein Budget bereit, und zwar erfolgt die Hilfe gemäß einem jährlich festgelegten Förderschwerpunkt. Sie erstreckt sich auf Maßnahmen aus den Bereichen Bildung und Erziehung, Gesundheits- und Wohlfahrtswesen, Jugend-, Alten- und Behindertenhilfe. Den Jahresförderschwerpunkt 2017 bildet – neben der Unterstützung von „Tafel“-Einrichtungen – die Unterstützung gemeinnütziger ambulanter Pflegedienste. „Beispielsweise haben wir vor wenigen Tagen für ein sogenanntes Pflegelotsen-Projekt, das – wie ich finde – hohe Anerkennung verdient, 3.000 Euro gespendet“, berichtete der Bezirksapostel. „Aber auch durch unsere Fahrzeugspende hoffen wir, dass für die Pflegekräfte etwas Spielraum geschaffen werden kann, damit sie ihre Einsätze flexibler gestalten und die Pflege zeitlich etwas komfortabler handhaben können.“ Die Spende sei sicherlich im Sinne der Kirchenmitglieder, die durch ihre Opfer und Spenden die Kirche und das Missionswerk finanzierten. Mit der Fahrzeugspende werde ein Beitrag zum Gemeinwohl geleistet, meinte der Bezirksapostel.

So nahmen an der Fahrzeug-Übergabe auch Vertreter der Stadt Stuttgart teil: Brigitte Kunath-Scheffold, als Bezirksvorsteherin des Stadtbezirks Stuttgart-Degerloch die unmittelbare kommunale Repräsentantin, und Bernd-Marcel Löffler, Bezirksvorsteher des ältesten und einwohnerstärksten Stuttgarter Stadtbezirks Bad Cannstatt. Zu diesem Stadtbezirk gehört das Einsatzgebiet eines der gespendeten Fahrzeuge. Im Namen aller Empfänger dankte DRK-Kreisverbandspräsident Walter Sopp.