Die Sinne für Gottes Schöpfung öffnen und sich im Lob des Schöpfers in ökumenischer Gemeinschaft zusammenfinden, ist ein Grundgedanke des „Tages der Schöpfung“.

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„So weit Himmel und Erde ist“, dieses aus Psalm 148 entnommene Motto steht über dem ökumenischen „Tag der Schöpfung“ 2017.

Ins Leben gerufen hat den „Tag der Schöpfung“ die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland anlässlich des 2. ökumenischen Kirchentags 2010 in München. Papst Franziskus hat ihn zum weltweiten Gebetstag für die Bewahrung der Schöpfung erhoben, der gemeinsam mit den orthodoxen Christen und den anderen Mitgliedskirchen des ökumenischen Rates begangen werden soll.

„Tag der Schöpfung“ auf der Gartenschau in Bad Herrenalb

Die Kirchen, die in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Baden-Württemberg zusammengeschlossen sind, feiern diesen Tag mit einem Gottesdienst am Sonntag, 3. September 2017, auf der Gartenschau in Bad Herrenalb (an der Hauptbühne, Beginn: 10:00 Uhr).

Gemeinden der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland – die in der ACK Baden-Württemberg seit März 2017 die Gastmitgliedschaft hat und beratend mitgewirkt – haben auf dem Gartenschaugelände gemeinsam mit Gemeinden anderer Kirchen den „Treffpunkt Kirche“ geschaffen, wo sie im Rahmen der Gartenschau Beiträge veranstalten.

Sorgsam handeln

Verantwortungsvoll mit der natürlichen Schöpfung umgehen, die Gott uns Menschen anvertraut hat, das Leben und den Lebensraum wertschätzen, im Blick auf die Ressourcen auch Rücksicht nehmen auf die nächsten Generationen … – dies gehört letztlich auch zur Nächstenliebe. Es gilt, sorgsam zu handeln, sodass alle Menschen von dem, was die Schöpfung schenkt, genießen können und eine Regeneration möglich ist.

„Sorgsam handeln“: Unter diesem Titel steht die Konzeption, die vor ein paar Jahren in Süddeutschland startete, als z.B. unter Federführung des VDZ für alle Kirchengebäude in Deutschland die Umstellung auf Ökostrom erfolgte. Eine erste grundsätzliche Information über die Konzeption enthielten die „Südinfos“ vom April 2017.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Was der 2015 erschienene „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zu Gott als dem Schöpfer, zur sichtbaren Schöpfung und zum Verhältnis des Menschen zum Schöpfer sagt, zitieren wir nachstehend:

 3. Wie zeigt sich Gott in der Natur?

Gott zeigt sich in der Natur als Schöpfer: in der Existenz des Universums, der Menschen, Tiere und Pflanzen.

68. Was wissen wir von Gott als dem Schöpfer?

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ (1. Mose 1,1), das Sichtbare – also die materielle Schöpfung – und das Unsichtbare. Aus dem Schöpfungswirken Gottes ist alles hervorgegangen.

Gott hat aus dem Nichts und ohne Vorbild geschaffen: „Gott […] ruft das, was nicht ist, dass es sei“ (Römer 4,17). Auch hat er Dinge und Lebewesen aus der von ihm geschaffenen Materie gestaltet (vgl. 1. Mose 2,7.8.19) und Gesetzmäßigkeiten in sie hineingelegt. Ihm ist alles Geschaffene unterworfen.

69. Was sagt die Schöpfung über Gott aus?

Die Schöpfung und ihre Gesetzmäßigkeiten legen Zeugnis ab von Gottes Weisheit, von deren Größe sich der Mensch keine Vorstellung machen kann. Bewundernd ruft der Psalmist aus: „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk“ (Psalm 19,2).

70. In welchem Zeitraum hat Gott die Welt erschaffen?

Gott hat die Welt in sechs „Schöpfungstagen“ erschaffen. Mit „Schöpfungstagen“ sind Zeiträume gemeint, deren Dauer nicht näher bestimmt ist. Ein „Tag“ in der Schöpfung Gottes ist nicht mit einem Tag nach unserer Zeitrechnung gleichzusetzen.

In 1. Mose 2,2 heißt es: „Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte.“

71. Was berichtet die Bibel über die Schöpfung Gottes?

Die Bibel berichtet, dass auf Gottes Wort hin Himmel und Erde, das Licht, die Gestalt der Erde, Sonne, Mond und Sterne, die Pflanzen und Tiere sowie der Mensch entstanden sind. Alles war sehr gut (vgl. 1. Mose 1,31)

72. Ist Schöpfung Gottes nur das, was der Mensch mit seinen Sinnen erfassen kann?

Nein, es gibt auch eine unsichtbare Schöpfung Gottes. Ihre Geheimnisse entziehen sich – wie Gott selbst – menschlichem Forschen. Die Heilige Schrift enthält jedoch Hinweise auf Bereiche, Vorgänge, Zustände und Wesen außerhalb der materiellen Schöpfung.

80. Welche Stellung hat der Mensch in der Schöpfung?

Der Mensch gehört gleichermaßen zur sichtbaren und zur unsichtbaren Schöpfung, da er materielles Wesen (Leib) und immaterielles Wesen (Seele und Geist) hat.

Unter allen Geschöpfen hat Gott dem Menschen somit eine herausragende Stellung verliehen und den Menschen in eine enge Beziehung zu sich selbst gebracht: „Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht. Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau“ (1. Mose 1,26.27).

81. Was bedeutet es, Ebenbild Gottes zu sein?

Gott hat durch sein Wort alles gemacht und den Menschen bei seinem Namen gerufen. Der Mensch wird also von Gott angesprochen („Du darfst essen …“) und geliebt. Er kann auf Gottes Ansprache hören und die Liebe Gottes erwidern.

Weil Gott den Menschen anspricht, sich um ihn sorgt und ihm Anteil an göttlichen Wesensmerkmalen wie Liebe, Vernunft, Unsterblichkeit schenkt, ist der Mensch Ebenbild Gottes.

Gott ist unabhängig, also völlig frei. Auch seinem Ebenbild, dem Menschen, hat er die Möglichkeit gegeben, sich frei zu entscheiden. Mit dieser Freiheit ist dem Menschen zugleich die Verantwortung für sein Handeln auferlegt (vgl. 1. Mose 2,16.17).

82. Sind Mann und Frau gleichermaßen Ebenbild Gottes?

Ja, Mann und Frau sind gleichermaßen Ebenbild Gottes. Insofern sind beide ihrem Wesen nach gleich.

83. Heißt „Ebenbild“, dass Gott und Mensch das gleiche Wesen und die gleiche Gestalt haben?

Nein. Dass der Mensch zu Gottes Ebenbild geschaffen ist, bedeutet nicht, dass man von der Person des Menschen aus auf Gottes Wesen oder Gestalt schließen könnte.

84. Wie ist das Verhältnis des Menschen zu seinem Schöpfer?

Der Mensch ist in seinem Dasein von Gott abhängig.

Dem Menschen ist gegeben, Gott, seinen Schöpfer, zu erkennen, ihn zu lieben und zu preisen. Insofern ist der Mensch auf Gott ausgerichtet, unabhängig davon, ob er an ihn glaubt oder nicht.

 

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.