Am 30. März 2017 wurde die Neuapostolische Kirche Süddeutschland, Körperschaft des öffentlichen Rechts, als Gastmitglied – in „beratender Mitwirkung“ – in die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Baden-Württemberg (ACK) aufgenommen.

Apostel Volker Kühnle (links) und der ACK-Vorsitzende, Dr. Peter Birkhofer - Foto: ACK BW

Die Aufnahme der Gebietskirche Süddeutschland in die ACK Baden-Württemberg erfolgte im Rahmen der 89. Delegiertenversammlung der ACK auf der Insel Reichenau. Für die Gebietskirche nahm deren Ökumenebeauftragter, Apostel Volker Kühnle (Apostelbereich Nürtingen) teil, der auch Vorsitzender der internationalen Arbeitsgruppe der Neuapostolischen Kirche „Kontakte zu Konfessionen und Religionen“ ist. Der Apostel war federführend beteiligt an den offiziellen Delegierten-Gesprächen und Kontakten der Gebietskirche Süddeutschland mit der ACK Baden-Württemberg, die seit 2001 erfolgten.

Den Antrag auf Gastmitgliedschaft in der ACK Baden-Württemberg hatte die Gebietskirche Süddeutschland Ende 2016 gestellt.

Apostel Kühnle dankte dem ACK-Vorsitzenden, Domkapitular Dr. Peter Birkhofer (Erzdiözese Freiburg), und brachte seine Freude über die einstimmige Aufnahme der Neuapostolischen Kirche in die ACK zum Ausdruck. Beide Seiten zeigen sich dankbar für das in den letzten Jahren gewachsene Vertrauen und freuen sich nun auf die noch engere Zusammenarbeit.

Christliches Miteinander – auch auf lokaler Ebene

Arbeitsgemeinschaften christlicher Kirchen gibt es auf verschiedenen Ebenen: die Bundes-ACK in Deutschland und die ACK in den jeweiligen Bundesländern. Außerdem arbeiten ACK auf lokaler Ebene in vielen Städten mit jeweils unterschiedlichen Mitgliedskirchen.

Auch auf lokaler Ebene bestehen seit einigen Jahren gute Kontakte zwischen neuapostolischen Gemeinden in Süddeutschland und Gemeinden der ACK-Mitgliedskirchen in Baden-Württemberg und in Bayern.

Etliche neuapostolische Gemeinden haben die Gastmitgliedschaft in einer Orts-ACK – als erste Gemeinde der Gebietskirche Süddeutschland wurde Memmingen 2006 in die ACK der Stadt Memmingen aufgenommen. Die Kirchengemeinde Memmingen ist auch die erste der neuapostolischen Gemeinden in Deutschland, die offiziell als Gast-Mitglied in einer ACK auf lokaler Ebene in Ökumenefragen mitarbeiten.

Seit Ende der 1980er-Jahre bestehen Kontakte der Gebietskirche Süddeutschland – damals noch Gebietskirche Württemberg – mit der ACK Baden-Württemberg. Auf die seit 2001 geführten Delegierten-Gespräche der Gebietskirche mit der ACK Baden-Württemberg folgten ab 2008 offizielle Kontaktgespräche mit der Bundes-ACK. Diese führten ab Frühjahr 2013 zu einer Phase der bundesweiten Kommunikation und Reflexion mit der Neuapostolischen Kirche. So hatte beispielsweise am Internationalen Kirchentag (IKT), den die Neuapostolische Kirche 2014 in München veranstaltete, als Vertreterin der ACK in Deutschland deren Geschäftsführerin, Dr. Elisabeth Dieckmann, teilgenommen und die guten Wünsche aller in der Bundes-ACK zusammengeschlossenen Kirchen überbracht. Am Ende der vereinbarten Kommunikations- und Reflexions-Phase soll eine Gastmitgliedschaft der Neuapostolischen Kirche in der Bundes-ACK stehen.

Ziele und Aufgaben der ACK Baden-Württemberg

Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Baden-Württemberg wurde 1973 gegründet. Die Mitgliedskirchen bemühen sich, wie es in den Zielen ausgedrückt wird, um „eine geistliche und theologische Grundlegung ökumenischer Zusammenarbeit“ und sind „bestrebt, ein Klima zwischenkirchlichen Vertrauens zu schaffen, ökumenisches Bewusstsein zu bilden und zu vertiefen und gemeinsame Verantwortung wahrzunehmen“. Dazu gehört, ökumenische Studien, Initiativen und Aktionen zu entwickeln, zu fördern und zu koordinieren.

In der Grundordnung der ACK Baden-Württemberg heißt es über die Mitgliedskirchen: „Sie glauben an Jesus Christus als Haupt der Kirche und Herrn der Welt. Ihre Grundlage ist das Wort Gottes, wie es die Heilige Schrift bezeugt. Sie erkennen das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel (381) als Auslegung der Heiligen Schrift an. Sie wissen sich verpflichtet zu weiteren Schritten auf dem Weg zur 'sichtbaren Einheit im einen Glauben und der einen eucharistischen Gemeinschaft' (Verfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen). Schon jetzt suchen sie ihrer Gemeinschaft in Zeugnis und Dienst gerecht zu werden – zur Ehre Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

NAK und ACK

Der 2012 erschienene Katechismus der Neuapostolischen Kirche bildet ein wichtiges Element bei den Kontakten der Neuapostolischen Kirche mit der ACK, denn in ihm wird erstmals systematisch und umfassend die neuapostolische Glaubenslehre verbindlich dargestellt. So dient der Katechismus als verbindliche Gesprächsgrundlage; es wird darin das Verbindende und das Unterscheidende aufgezeigt, ohne auszugrenzen – Einladung zum fruchtbaren ökumenischen Dialog. Zu den ökumenisch relevanten Punkten gehören das Bekenntnis zur Autorität der Bibel und die ausdrückliche Anerkennung der altkirchlichen Glaubensbekenntnisse.

„Wir wünschen uns, dass die Neuapostolische Kirche in der Öffentlichkeit als christliche Kirche wahrgenommen wird, die in einer zunehmend säkularisierten Welt zusammen mit anderen Christen ihren Teil zur Ausbreitung des Evangeliums Jesu Christi beiträgt“, hatte schon vor Jahren Apostel Kühnle als ein Ziel formuliert. Ein wichtiger Schritt dahin ist mit der Gastmitgliedschaft der Gebietskirche Süddeutschland in der ACK Baden-Württemberg getan.

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