Die Ehe

Die Ehe von Mann und Frau (Einehe) ist eine von Gott gewollte Gemeinschaft. Ihr liegt ein freier Willensakt zugrunde, in dem sich die Eheleute gegenseitig schenken und annehmen. Er wird durch ein öffentliches Treueversprechen bekundet (Matthäus 19,4.5).

Die Neuapostolische Kirche unterstützt die gesellschaftlichen Bemühungen zum Schutz von Ehe und Familie. Ehepaare, von denen zumindest ein Partner neuapostolisch sein sollte, erhalten auf Wunsch zur Eheschließung den Trausegen.

Gottes Segen ist ein wichtiges und wertvolles Grundelement für die Ehe und Familie. Er birgt Kräfte in sich, um das Leben miteinander in gottgewollter Weise zu gestalten. Dazu gehört, dass die Ehepartner sich ernsthaft bemühen, den Lebensweg in Gottesfurcht und Liebe miteinander zu gehen. Gemeinsames Beten ist ein wichtiger Stabilisator in der Ehe.

Ein ausgewogenes Geben und Nehmen festigt die Beziehung zwischen den Ehepartnern.

Zum Beistand in einer Ehekrise stehen sowohl die Seelsorger als auch Eheberatungsstellen zur Verfügung.

Ehebruch

Ehebruch im allgemeinen Sinn begeht, wer als Verheirateter mit jemand anderem als seinem Ehepartner bzw. wer als Unverheirateter mit einem ehelich Gebundenen geschlechtlich verkehrt. Trotz äußerlich untadeligem Lebenswandel kann es zum "Ehebruch im Herzen" kommen – eine Übertretung des Gebots liegt bereits vor, wenn der Ehebruch sich in Gedanken abspielt (Markus 7,20-23).

Wie jede andere Sünde, bedarf auch Ehebruch der Vergebung.

Ehescheidung

Eine Ehe kann aus vielfältigen Gründen so zerrüttet sein, dass eine Fortsetzung nicht mehr möglich erscheint. Kommt es zur Scheidung, sollen christliche Gebote und sittliche Werte eingehalten werden. (Die neutestamentlichen Aussagen zur Scheidung müssen im historischen bzw. sozialen Kontext der Antike gesehen werden: Sie dienten vor allem dazu, die Situation der Frau, die nur sehr eingeschränkte Rechte besaß, zu verbessern. Die Frau sollte davor geschützt werden, willkürlich von ihrem Ehemann verstoßen werden zu können.)

In Scheidung Lebende und Geschiedene werden in der Neuapostolischen Kirche nicht vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen. Sie haben ihren Platz in der Gemeinde und werden von ihren Seelsorgern vorbehaltlos betreut.

Geschiedenen, die erneut eine Ehe eingehen wollen, wird auf Wunsch der Trausegen gespendet. Damit soll ihnen die Möglichkeit zu einem Neuanfang gegeben werden.

Interkulturelle und interreligiöse Ehen

Es entspricht den Grundsätzen in der Neuapostolischen Kirche, allen Menschen verständnisvoll zu begegnen; andere Kulturen, Sitten, Gebräuche und andere religiöse Auffassungen werden nicht abgewertet. Deshalb steht die Kirche auch interkulturellen und interreligiösen Ehen nicht ablehnend gegenüber.

Die Entscheidung, eine solche Ehe einzugehen, ist jedem Kirchenmitglied eigenverantwortlich überlassen.

Vor der Heirat sollten alle Fragen eines gemeinsamen Lebens geklärt werden. Es empfiehlt sich, seinen christlichen Glauben als fundamentalen Lebensinhalt zu bekennen und auch die Glaubenserziehung künftiger Kinder vor der Eheschließung zu klären.

Auf Wunsch werden auch die nicht neuapostolischen Familienmitglieder seelsorgerisch uneingeschränkt betreut.

Nicht-eheliche Lebensgemeinschaften

Die Neuapostolische Kirche bekennt sich zur kirchlich gesegneten Eheschließung. Nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften wird kein Trausegen erteilt.

Familienplanung

Familienplanung (Geburtenregelung) ist abhängig von den individuellen Verhältnissen der Kirchenmitglieder und hängt auch von ihren wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen ab.

Die Neuapostolische Kirche sagt "Ja" zum Leben. Kinder sind eine Gabe Gottes und bereichern das Familienleben. In diesem Sinn befürwortet die Kirche, dass Kinder in Familien aufwachsen.

Grundsätzlich ist Familienplanung / Geburtenregelung ausschließlich Angelegenheit der Ehepartner. Allerdings geht die Kirche davon aus, dass bereits die befruchtete Eizelle individuelles Leben ist, das grundsätzlich ein Recht auf Schutz genießt. Daher lehnt sie Methoden und Mittel der Empfängnisverhütung ab, durch die befruchtete Eizellen abgetötet werden.

Kinderlosigkeit, Adoption

Kinder sind eine Gabe Gottes. Kinderlosigkeit ist keine Strafe Gottes! Trotz Kinderlosigkeit kann die Liebe zueinander, die von Kindern unabhängig ist, zu einer harmonischen und glücklichen Ehe führen.

Bei unerfülltem Kinderwunsch kann neben einer künstlichen Befruchtung auch die Möglichkeit einer Adoption in  Erwägung gezogen werden. Durch Adoption kann Kindern, die in einem schwierigen sozialen Umfeld aufwachsen würden, eine bessere Entwicklungsmöglichkeit geboten werden.