Kindern und Jugendlichen auf Dauer Sicherheit geben

Das Wohl der Kinder und Jugendlichen in den Kirchengemeinden liegt der Kirchenleitung besonders am Herzen. Die Kinder und Jugendlichen sollen sich wohlfühlen und sich sicher bewegen und entfalten können.

Aus dieser Verantwortung heraus wurde in der Gebietskirche Süddeutschland die Konzeption „Achtsamkeit“ ins Leben gerufen. Der Begriff „Achtsamkeit“ lässt anklingen, dass man „achtsam“ – aufmerksam, sorgsam, respektvoll, das Gegenüber achtend … – mit dem anderen umgeht.

Elemente der Konzeption „Achtsamkeit“ sind Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen für den achtsamen Umgang mit Kindern und Jugendlichen, für deren Signale und Bedürfnisse, insbesondere im Hinblick auf die Vermeidung von Grenzüberschreitungen aller Art.

Verhaltenskodex zur Prävention von Grenzverletzungen, sexuellem Missbrauch und Gewalt

Auch die Unterzeichnung eines Verhaltenskodex ist ein Element der Konzeption „Achtsamkeit“.

Der Verhaltenskodex stellt eine Selbstverpflichtung dar, in der sich die Unterzeichnerin/der Unterzeichner unter anderem dazu verpflichtet, mit Nähe und Distanz verantwortungsvoll umzugehen sowie Stellung zu beziehen gegen sexistisches, diskriminierendes und gewalttätiges Verhalten in Wort und Tat.

Alle aktiven Amtsträger in der Gebietskirche sowie Kirchenmitglieder, die eine Aufgabe in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen wahrnehmen bzw. in ihren kirchlichen Aufgaben Kontakt mit Kindern und Jugendlichen haben, sind zur Unterzeichnung aufgefordert.

Letztlich bedeutet der Verhaltenskodex eine Anforderung an alle Kirchenmitglieder: Jeder soll alles ihm Mögliche tun, damit Kinder und Jugendliche dauerhaft einen geschützten, geborgenen Raum in der Kirche haben.

Erweitertes Führungszeugnis

Ein Element der Konzeption „Achtsamkeit“ ist die Abgabe eines erweiterten Führungszeugnisses (EFZ). Es unterscheidet sich vom „einfachen“ Führungszeugnis dadurch, dass auch Verurteilungen wegen Verletzungen der Fürsorge- und Aufsichtspflicht, wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen eingetragen sind. Die rechtliche Grundlage hierfür ist § 72a SGB VIII, Kinder- und Jugendhilfegesetz.

Zur Abgabe des EFZ wurden alle Amtsträger, kirchlichen Lehrkräfte und Jugendhelfer/-innen persönlich angeschrieben, d.h. im ersten großen Schritt wurden ca. 8.000 Führungszeugnisse eingeholt. Die Abgabe des EFZ ist auch künftig bei der Erstordination in ein geistliches Amt erforderlich, ebenso wenn neue Lehrkräfte und Jugendhelfer/-innen gewonnen werden.

Zur Gewährleistung des Datenschutzes wird das EFZ bei einem externen Rechtsanwalt abgegeben, der es auf Einträge hinsichtlich § 72a SGB VIII, Kinder- und Jugendhilfegesetz prüft.

Vorgehen im Verdachtsfall

In der Gebietskirche gibt es einen Handlungsleitfaden zur angemessenen Vorgehensweise im Verdachtsfall. Darin finden sich auch Kontaktadressen zu externen qualifizierten Fachkräften und überregionalen Hilfsorganisationen, die ggf. auch anonym Rat geben und weiterhelfen.

Der Handlungsleitfaden ist auf der kircheninternen Kommunikationsplattform mit Zugang für alle Amtsträger und kirchlichen Lehrkräfte veröffentlicht. Darüber hinaus steht er in jeder Kirchengemeinde zur Verfügung.

Durch die Konzeption „Achtsamkeit“ konnten die seit Jahren in der Gebietskirche bestehenden Präventionsrichtlinien vertieft werden. Auch wird dadurch prophylaktisch das „Gremium im Fall sexueller Übergriffe“ unterstützt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Download

Der Verhaltenskodex als PDF-Dokument zum Download