Am letzten Sonntag des Monats November hat mit dem 1. Advent das neue Kirchenjahr begonnen.

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„Als aber die Zeit erfüllt war“, so beginnt eine bekannte Bibelstelle bezüglich der Geburt Jesu Christi, des Heilands, und es heißt in dem Bibelvers weiter: „ … sandte Gott seinen Sohn“ (Galater 4,4).

In der Adventszeit 2016 stehen die Gottesdienste unter dem Gedanken „Zeit der Erfüllung“. Bereits im Alten Bund wurde auf die Erfüllung der Verheißung gewartet, dass Gott den Messias senden würde. Mit der Geburt Jesu, des Mensch gewordenen Gottessohnes, die wir am Weihnachtsfest feiern, haben sich alle Verheißungen auf ihn erfüllt.

So konnte Apostel Paulus im 2. Korintherbrief schreiben: „Auf alle Gottesverheißungen ist in ihm [Jesus Christus] das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe“ (2. Korinther 1,20). Dieses Bibelwort lag im Gottesdienst am ersten Adventssonntag, 27. November 2016, der Predigt in den Gottesdiensten zugrunde.

Der Heilswille Gottes für die Menschen wird durch die Geburt Jesu, des Heilands und Erlösers der Menschen, deutlich: Für sie alle, die Sünder sind, ist nun Gnadenzeit angebrochen.

Den Heiland der Welt konnte nichts aufhalten, den Weg zum Sieg über Sünde und Tod zu gehen und das Opfer zur Erlösung der sündigen Menschheit zu bringen. Die Glaubenden sind gerufen, sich durch nichts aufhalten zu lassen, den Weg der Nachfolge Jesu Christi zu gehen.

Dazu gehören Vertrauen in Christus und Vergebungsbereitschaft aus der Gnade heraus, die Jesus Christus schenkt. Dazu gehört auch Nächstenliebe, nicht zuletzt aus dem Wissen, dass Gottes Liebe und Heilswillen allen Menschen gilt - er will allen das Heil in Jesus Christus schenken. Dazu gehört ebenso die Vorbereitung auf die Erfüllung der Verheißung von Christi Wiederkommen (vgl. Johannes 14,3), das die Vereinigung mit ihm bringen wird.

Nach neuapostolischer Glaubensüberzeugung wird Jesus Christus ein weiteres Mal kommen, um sein Reich des Friedens aufzurichten und allen Menschen aller Zeiten sein Heil entgegenzubringen.

So ist die Advents- und Weihnachtszeit, in der sich Christen an die Erfüllung der Gottesverheißungen erinnern, auch die Zeit, in der sie sich intensiv mit der Zukunft und der Erfüllung zukünftiger Heilsereignisse beschäftigen.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Was der 2015 erschienene „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zur Lehre von den zukünftigen Dingen sagt, zitieren wir nachstehend (in Auszügen):

549. Woher wissen wir von den Ereignissen in der Zukunft?

Die Lehre von den Ereignissen, die in der Zukunft geschehen werden (Eschatologie), hat ihre Grundlage in der Heiligen Schrift. Viele Hinweise zur künftigen Heilsgeschichte sind in den Evangelien und in den Briefen der Apostel enthalten. Zentrale Aussagen finden sich in der Offenbarung des Johannes, die in bildhafter Weise von den künftigen Dingen spricht.

550. Welches zukünftige Ereignis ist das Glaubensziel neuapostolischer Christen?

Jesus Christus kommt wieder – das ist eine Hauptaussage des Evangeliums. Seit seiner Himmelfahrt verkündigen die Apostel die Wiederkunft des Herrn. Bei diesem Ereignis von ihm angenommen zu werden, ist das Glaubensziel neuapostolischer Christen.

551. Wer hat die Wiederkunft Jesu Christi verheißen?

Jesus Christus selbst hat seinen Aposteln verheißen: „Wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin“ (Johannes 14,3).

Diese Verheißung Jesu wurde bei seiner Himmelfahrt von Engeln bekräftigt: „Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen“ (Apostelgeschichte 1,11).

552. Wer kennt den Zeitpunkt der Wiederkunft Christi?

An welchem Tag und zu welcher Stunde Jesus Christus wiederkommt, wissen weder Menschen noch Engel, sondern allein der dreieinige Gott.

553. Was folgt aus der Tatsache, dass kein Mensch den Zeitpunkt der Wiederkunft Christi kennt?

Weil kein Mensch den Zeitpunkt der Wiederkunft Christi kennt, ist der Gläubige dazu aufgerufen, sich für dieses Geschehen an jedem Tag bereit zu halten. Der Gottessohn fasst dies in die Aufforderung: „Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt“ (Matthäus 24,42). Dass man zu jeder Stunde im Glauben wach sein und ihn erwarten soll, verdeutlichte Jesus auch in Gleichnissen.

554. Wie sind die ersten Apostel mit der Verheißung der Wiederkunft Christi umgegangen?

Die Verheißung der Wiederkunft Christi spielte in der Verkündigung der ersten Apostel eine wichtige Rolle. Sie gehörte neben Opfertod und Auferstehung Jesu zu den wichtigsten Inhalten ihres Glaubens. Sie waren davon überzeugt, dass Jesus zu ihrer Zeit wiederkommt: „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden“ (1. Korinther 15,51).

Apostel Paulus sprach die Gemeinde zu Korinth mit dem urchristlichen Gebetsruf an: „Maranata!“, was bedeutet: „Unser Herr kommt!“ oder: „Unser Herr, komm!“ (vgl. 1. Korinther 16,22).

Der Aufruf, immer für die Wiederkunft Christi bereit zu sein, kommt auch in der Offenbarung des Johannes in den Worten des Herrn zum Ausdruck: „Ich komme bald!“ (Offenbarung 3,11; 22,7.12.20).

555. Was bedeutet die Verheißung der Wiederkunft Christi für uns?

Dass Jesus Christus wiederkommen und seine Brautgemeinde zu sich holen wird, ist eine der Grundgewissheiten des Evangeliums. Er selbst hat seine Wiederkunft verheißen (vgl. Johannes 14,3).

577. Was geschieht in dem Zeitraum des Friedensreichs auf Erden?

Im Zeitraum des Friedensreichs Christi wird Jesus Christus mit der königlichen Priesterschaft das Evangelium ungehindert verkündigen. Das Evangelium wird allen auf Erden lebenden Menschen und ebenso allen Seelen in den Bereichen der Entschlafenen nahegebracht. Am Ende des Friedensreichs werden alle Menschen aller Zeiten das Evangelium Jesu Christi kennengelernt haben.

 

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.