Bedürftige MitbürgerInnen haben die Berechtigung, in „Tafelläden“ Lebensmittel sowie teils auch Dinge des täglichen Bedarfs äußerst günstig einzukaufen. Auf diese Weise wird ihnen geholfen, ohne dass sie sich als Bittsteller zu fühlen brauchen, und sie können selbst auswählen und entscheiden.

Foto: Bundesverband Deutsche Tafel e.V. - Dagmar Schwelle

Über ihr Hilfswerk, das Missionswerk, hat die Neuapostolische Kirche Süddeutschland zu Jahresbeginn 2016 über 70 Tafelläden in Baden-Württemberg und Bayern mit insgesamt 52.000 Euro finanziell unterstützt. Vertreter der Kirchengemeinden, oftmals der Gemeindevorsteher, wurden mit der Spendenübergabe beauftragt.

Zu Erntedank: 2. Auflage der Förderaktion

Nun wird es erneut eine solch gezielte Förderaktion zugunsten von „Tafelläden“ geben, mit insgesamt 53.000 Euro werden solche Einrichtungen in Süddeutschland gefördert.

Die Nachfrage ist auch im wohlhabenden Deutschland groß. Es gibt immer mehr MitbürgerInnen, vor allem auch alte Menschen, die jeden Cent mehrmals umdrehen müssen. Von Armut bedroht bzw. betroffen sind ebenso Arbeitslose, Alleinerziehende, Kranke, Geringverdiener, Familien mit vielen Kindern, Menschen mit Migrationshintergrund und natürlich Wohnungslose. Auch Asylbewerber sind berechtigt, im „Tafelladen“ einzukaufen.

Betrieben werden „Tafelläden“ von gemeinnützigen Vereinen oder kirchennahen Institutionen. Oft bringen sich bei Abholung, Sortierung, Verkauf im „Tafelladen“ und Verwaltung Ehrenamtliche ein, teils wird bis dahin Arbeitslosen hier eine Beschäftigung gegeben. Solche Kosten wie auch beispielsweise die für die Ausstattung des Ladens und Fahrzeuge zum Abholen der Lebensmittel werden mit Spenden finanziert.

Unternehmen spenden die Waren, zumeist solche, die sie selbst nicht mehr verwerten (Überproduktion oder kurz vor Ende des Mindesthaltbarkeitsdatums). Aber auch den gezielten Einkauf als Spende für den „Tafelladen“ gibt es.

Dies ist auch eine Überlegung bei der erneuten Förderaktion der süddeutschen Gebietskirche: Sie soll im Hinblick auf Erntedank 2016 erfolgen. In Ergänzung zur Spendenscheck-Übergabe an „Tafelläden“ in den Kirchenbezirken können haltbare und abgepackte Lebensmittel, von Gemeindemitgliedern anlässlich des Erntedank-Gottesdienstes am 2. Oktober in die Kirche gebracht, an diese Einrichtungen gespendet werden. Der Gedanke: das tägliche Brot konkret mit dem Nächsten teilen, gerade auch zu dem Fest, an dem sichtbare Zeichen der Dankbarkeit gegenüber Gott gesetzt werden.

Akute individuelle Not lindern

Die Idee für die vor über 20 Jahren gegründeten ersten „Tafeln“ hierzulande war, die Situation von obdachlosen Menschen zu verbessern. Überdies sollte damit der Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt und ein Zeichen gegen Wegwerfmentalität gesetzt werden. Zwischenzeitlich gelten die „Tafeln“ als eine der größten sozialen Bewegungen heutiger Zeit. Im ganzen Land können auf diese Weise bedürftige Menschen günstige und gute Lebensmittel bekommen.

Wenngleich mitunter kritisiert wird, Aufgaben der Politik – Ursachen der Armut zu beseitigen – würden durch die „Tafeln“ weniger drängend wahrgenommen und Ansprüche auf Existenzsicherung im Sozialstaat dürfe man nicht dauerhaft mildtätig lösen, so werden eben doch auf diese Weise akute individuelle Notlagen gelindert. Und dazu trägt auch die erneute die „Tafelladen“-Förderaktion der Kirche bei.