Jedes Jahr am 19. August wird der „Welttag der humanitären Hilfe“ begangen.

Vor zehn Jahren wurde der „Welttag der humanitären Hilfe“ durch die Vereinten Nationen ins Leben gerufen.

Im Mittelpunkt stehen an diesem Gedenktag vor allem alle Helferinnen und Helfer – angefangen bei den engagierten Mitarbeitern von Hilfseinrichtungen über freiwillige Helfer, die sich bei Unglücken, Notlagen und Katastrophen spontan einsetzen, bis hin zu den großzügigen Spendern.

Im eigentlichen Sinn meint „humanitäre Hilfe“ die konkrete materielle Hilfe für Menschen, die sich in einer Notlage befinden, entstanden zum Beispiel aus einer Naturkatastrophe, einer Epidemie oder auch einem bewaffneten Konflikt. Die Helferinnen und Helfer arbeiten hart, um die Not und das Leiden der betroffenen Menschen zu lindern bzw. zu beseitigen (Nahrungsmittelverteilung, medizinische Hilfe, Sicherstellung von Trinkwasser usw.).

Humanitäre Hilfe im weiteren Sinn kann ganz unspektakulär, fast unbemerkt erfolgen und ist auch nicht mit einer Natur- oder medizinischen Katastrophe verbunden.

Hilfe für Kinder suchtkranker Eltern

„Sarah ist Frühaufsteherin, ihr Wecker klingelt um 05.30 Uhr. Nach dem Aufstehen wird zuerst einmal die Küche aufgeräumt. Meistens kocht sie das Mittagessen schon vor. Dann richtet Sarah das Frühstück und die Pausenbrote. Anschließend weckt sie Tommy und Oliver und hilft ihnen beim Anziehen. Sind alle fertig, bringt sie Tommy in den Kindergarten und Oliver in die Schule. Sarah ist zwölf Jahre alt und unauffällig. Ihre Mutter ist suchtkrank.“

Einen solchen alltäglichen Tagesbeginn eines Kindes aus einer suchtbelasteten Familie schilderte eine Vertreterin von „MAKS“ (= Modellprojekt Arbeiten mit Kindern von Suchtkranken) in der Jahrestagung des neuapostolischen Hilfswerks „human aktiv“. Bei der Tagung am 20. Juli erhielten die Mitglieder von „human aktiv“ (bis Jahresende 2017: „Missionswerk“) unter anderem Informationen über den diesjährigen Jahresförderschwerpunkt im Inland – er gilt Einrichtungen, die Kindern von suchtkranken Eltern beistehen.

Kinder aus Familien, in denen ein Elternteil oder beide an einer Sucht erkrankt sind, sind vielen Belastungen ausgesetzt, und das Unterstützungsangebot für diese Kinder ist aus Expertensicht nicht optimal. „Diese Kinder befinden sich oft in Situationen, die sehr schwierig sind. Sie müssen Aufgaben übernehmen, denen sie nicht gewachsen sind. Und wenn wir hier hilfreich wirken können, ist uns das sehr viel wert“, erklärte Bezirksapostel Michael Ehrich, der als Leiter der Gebietskirche Süddeutschland auch Erster Vorsitzender im Vorstand des Hilfswerks „human aktiv“ ist.

Laut der „MAKS“-Vertreterin leben schätzungsweise 2,6 Millionen Kinder in Deutschland mit einem alkoholkranken Elternteil und ca. 40.000 bis 60.000 Kinder mit einem Elternteil, der von illegalen Drogen abhängig ist.

„MAKS“ ist eine unterstützende und ambulante Einrichtung für Kinder und Jugendliche, deren Eltern suchtkrank sind oder waren. „MAKS“ gehört zu den Einrichtungen, die durch „human aktiv“ im Rahmen des Jahresförderschwerpunkts 2018 finanziell unterstützt werden. Fördermittel in Höhe von insgesamt 79.000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Eine Übersicht über die Förderprojekte und jeweiligen Zuschüsse ist auf der Webseite von „human aktiv“ publiziert: www.humanaktiv-nak.de

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