In der Gebietskirche Süddeutschland erfolgte im Gottesdienst am Sonntag, 8. Dezember 2019, ein Wechsel im Kreis der Apostel.

  • Image 1 from 2

    Ruhesetzung des Apostels Wolfgang Zenker am 8. Dezember in Fellbach

  • Image 2 from 2

    Apostel Andreas Sargant und Apostel Wolfgang Zenker

Apostel Wolfgang Zenker, der bisherige Leiter des Apostelbereichs München, trat wegen Erreichens der Altersgrenze in den Ruhestand. Als sein Nachfolger wurde Bezirksevangelist Andreas Sargant zum Apostel ordiniert.

Wahrhaftiger Diener Gottes

Stammapostel Jean-Luc Schneider, der den Gottesdienst am zweiten Adventssonntag durchführte (wir berichteten), versetzte den 66-jährigen Apostel Wolfgang Zenker – zusammen mit dessen Weggefährten und Freund, Apostel Volker Kühnle – „mit Wehmut“ über das Scheiden aus dem aktiven Dienst in den Ruhestand.

Der Stammapostel sprach aber auch von der großen Dankbarkeit für das Dienen, die über allem stehe. 23 Jahre lang hat Apostel Zenker das Apostelamt aktiv ausgeübt – was er in dieser Zeit mit Herzenshingabe gearbeitet, gebetet und geopfert hat, lässt sich nicht ermessen, geschweige gebührend würdigen.

Als der Stammapostel davon sprach, Apostel Zenker – ebenso Apostel Kühnle – habe im Dienst Gottes stets mit Liebe, mit Eifer und mit Begeisterung die Aufgaben erfüllt, unterstrich er: „Das können wir alle bezeugen! Das habe ich erlebt, das haben wir alle erlebt.“ Durch das Dienen von Apostel Zenker hätten viele Gemeindemitglieder Gottes Nähe verspüren können: „Dafür sind wir von ganzem Herzen dankbar!“

Zu seinem letzten Sonntagsgottesdienst im aktiven Dienst, am ersten Advent 2019, besuchte Apostel Zenker die Gemeinde Nördlingen im gleichnamigen Kirchenbezirk. Seinen letzten Gottesdienst – am 4. Dezember 2019 – führte er in Aichach (Kirchenbezirk Ingolstadt) durch, der Gemeinde, für die er in sein erstes geistliches Amt ordiniert worden ist.

In der Würdigung der Segensarbeit des Apostels Zenker hatte Bezirksapostel Michael Ehrich darauf hingewiesen, dass Apostel Zenker von 1996 bis 2001 über den Apostelbereich München hinaus die Verantwortung für die Gemeinden im Land Niger in Westafrika trug, das damals noch zum Arbeitsbereich des süddeutschen Bezirksapostels gehörte (Niger wird nun von der Gebietskirche Westdeutschland aus betreut).

Mit „Herzblut“ in der Ukraine

Zusätzlich zu seinem Amtsauftrag in Süddeutschland – noch bevor er das Bischofsamt empfing (im Februar 1996) – war Apostel Zenker insbesondere auch in der Ukraine tätig, die Ende 1991 Bezirksapostel Karl Kühnle bzw. den damaligen von diesem geleiteten Gebietskirchen Württemberg/Bayern als Arbeitsbereich anvertraut worden war. Als Bischof und dann als Apostel arbeitete er mit großem Engagement und viel „Herzblut“ insbesondere im südöstlichen Teil dieses großen Landes und leistete dort wichtige Aufbauarbeit.

Ab einer Neuordnung der ukrainischen Arbeitsbereiche im Jahr 1999 leitete Apostel Zenker als Länderverantwortlicher den sogen. Arbeitsbereich Ukraine-Ost mit der Insel Krim, Odessa, Dnepropetrowsk, Saporoshje, Charkow und Donetzk, bis er dann im April 2010 aus der Tätigkeit in der Ukraine verabschiedet wurde. Dies, weil für die dortigen Gemeinden 2009 mit Anatolij Budnyk – der im Adventsgottesdienst in Fellbach zugegen war – ein eigener Apostel ordiniert worden war und die Verantwortung sukzessive von den deutschen Aposteln auf ihn übertragen werden konnte.

„Ich weiß, dass ein Teil deines Herzens immer noch dort ist“, sagte Stammapostel Schneider bezüglich der Arbeit des Apostels Zenker in der Ukraine. Er widmete dem Apostel das Wort aus Hebräer 6,10: „Gott vergisst nicht, was du aus Liebe gemacht hast“ – dies gelte für den Dienst, den der Apostel aus Liebe zu Gott und zum Nächsten insbesondere in der Ukraine geleistet habe.

Über 44 Jahre als Amtsträger

Insgesamt über 44 Jahre lang hat Wolfgang Zenker als Amtsträger in der Neuapostolischen Kirche gedient – bis zu seiner Ordination als Bischof erfüllte er den mit dem Amt verbundenen Auftrag ehrenamtlich. Rückblickend auf sein Wirken stellen die Glaubensgeschwister dankbar fest, dass er verwirklicht hat, was er in seinem 1994 verfassten Lebenslauf schrieb: „Mit völliger Hingabe in das Werk unseres himmlischen Vaters und mit großer Liebe zu den mir anvertrauten Seelen … möchte ich dem Herrn weiter dienen.“

In sein erstes geistliches Amt, das Diakonenamt, ist der in Augsburg geborene Wolfgang Zenker im Juni 1975 im Alter von 22 Jahren ordiniert worden. Die Ordination erfolgte in Aichach durch Bezirksapostel Eugen Startz. Zum Priester wurde er 1983 durch Apostel Helmut Keck ordiniert, der ihm drei Jahre später die Verantwortung als Vorsteher für die Gemeinde Aichach übertrug. 1989 ordinierte ihn Bezirksapostel Karl Kühnle zum Gemeindeevangelisten und im November 1994 zum Bezirksevangelisten.

Durch Stammapostel Richard Fehr wurde Wolfgang Zenker am 25. Februar 1996 in einem Gottesdienst in der Kirche Augsburg-Stettenstraße zum Bischof ordiniert. Als Nachfolger des überraschend verstorbenen Apostels Paul Hepp, der den Apostelbereich München leitete, empfing Bischof Zenker in einem Gottesdienst in Wörth am Rhein am 1. Dezember 1996 das Apostelamt.

Bei der Entlastung des Apostels Zenker von seinen Aufgaben im aktiven Dienst und der damit verbundenen Verantwortung betonte Stammapostel Schneider: „Du bleibst unser Apostel – und den brauchen wir weiterhin! Wir brauchen weiterhin deine Gebete, deine Liebe und deinen Dienst aus Liebe.“ Im Namen auch des Bezirksapostels, der großen Gemeinde und insbesondere der Glaubensgeschwister aus dem Apostelbereich München wünschte er dem Apostel und dessen Familie Gottes Segen und eine tiefe Freude aus Jesus Christus.

Fotos: Gunther Müller