Wasser ist Leben, wissen wir. Nicht nur, weil unser Körper je nach Alter zu 50 bis 70 und mehr Prozent aus Wasser besteht. Wasser ist eine essentielle Komponente für den Menschen und alle Lebewesen, Wasser ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Beim Menschen führt Wassermangel zu schweren gesundheitlichen Problemen, ganz ohne Wasser überleben kann er nur wenige Tage.

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    © Riccardo Lennart Niels Mayer – istockphotos.com

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Zugang zu sauberem Wasser wurde 2010 von den Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannt. Weltweit müssen aber immer noch rund 800 Millionen Menschen ihr Trinkwasser aus unsicheren, verschmutzten Gewässern beziehen. Dies kann lebensgefährlich sein, besonders für Kinder in ärmeren, ländlichen Regionen – das Kinderhilfswerk UNICEF schätzt, dass weltweit täglich rund 1.000 Kinder an den daraus entstehenden Krankheiten sterben (Stand 2015).

„Brot – Brunnen – Brücken“, unter diesem Motto steht die humanitäre Hilfe, die von der Gebietskirche Süddeutschland in Afrika geleistet wird. Ein Schwerpunkt ist „Brunnen“ – also Wasserprojekte, insbesondere realisiert in den Ländern, die zum Arbeitsbereich des Bezirksapostels Michael Ehrich gehören.

Alle humanitäre Hilfe seitens der Kirche erfolgt über das Missionswerk der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland e.V.

Trinkwasser für 30.000 Menschen

Im zentralafrikanischen Land Kamerun, wo über 11.000 neuapostolische Christen leben, haben nach Angaben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) nur 75,6 Prozent der Bevölkerung einen angemessenen Anschluss an eine Trinkwasserversorgung (Stand 2015). Die Kindersterblichkeit beträgt nach BMZ-Angaben 8,8 Prozent, d.h. laut Statistik sterben 88 Kinder je 1.000 Geburten vor ihrem fünften Geburtstag (in Deutschland 3,7 Kinder).

Im Westen von Kamerun hat die Kirche über ihr Hilfswerk, das Missionswerk, schon vor längerem in 22 Orten Wasserversorgungssysteme bauen lassen. Die Realisierung erfolgte über die „Cameroon Association of Rural Development“ („CARD“), eine Non-Profit-Organisation mit Sitz in Bamenda, die wiederum durch die schweizerische Entwicklungshilfe-Organisation "Helvetas" gegründet wurde.

Das Wasser wird aus Bergbächen oberhalb der Dörfer entnommen und durch eine Wasserleitung über einen Sandbettfilter geleitet. Damit haben die Dorfbewohner Zugang zu sauberem Trinkwasser; es gibt mehrere Wasserentnahmestellen in den Dörfern.

Im vergangenen Jahr wurden Wasserversorgungssysteme in weiteren sechs Orten über „CARD“ errichtet, ebenfalls finanziert vom Missionswerk. Dadurch sind weitere rund 4.300 Dorfbewohner mit sauberem Trinkwasser versorgt. Die Fortführung dieser humanitären Hilfe ist geplant.

Eine Besonderheit: Die Realisierung der „CARD“-Wasserversorgungssysteme wird konsequent durch Schulungen und Wassermanagement-Workshops begleitet. Die Dorfbevölkerung wählt dazu aus ihren Reihen ein Wasserkomitee, das auch einen Fonds für Wartungsarbeiten verwaltet. Dies trägt ganz wesentlich zur Nachhaltigkeit bei.

Insgesamt profitieren rund 30.000  Menschen in Westkamerun durch die bis jetzt über das Missionswerk realisierten "CARD"-Wasserversorgungssysteme. Sie haben Zugang zu sauberem Wasser - im konkreten Wortsinn: "Wasser des Lebens" ...