Das 1975 geweihte Kirchengebäude in der Kemptener Straße 38 in Senden ist gottesdienstliche Versammlungsstätte – sowie mit den Nebenräumen auch Gemeindehaus – für die Gemeinde Senden (Kirchenbezirk Ulm). Nach einer umfassenden Renovierung und Umgestaltung wurde das Kirchengebäude nun wieder bezogen.

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    Das Kirchengebäude in Senden

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    Der neu gestaltete Altarraum

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    Apostel Hans-Jürgen Bauer führte den Gottesdienst zum Wiederbezug durch

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    Der gemischte Chor der Kirchengemeinde Senden

Festgottesdienst und Festakt

Den ersten Gottesdienst nach der Baumaßnahme feierte die Gemeinde am Sonntag, 19. März 2017. Apostel Hans-Jürgen Bauer, Leiter des Apostelbereichs Ulm, zu dem der gleichnamige Kirchenbezirk gehört, führte den feierlichen Gottesdienst zum Wiederbezug durch.

Als Bibelwort für die Predigt verwandte er Habakuk 3, Vers 18: „Aber ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil“. Der gemischte Chor der Gemeinde umrahmte mit seinen Vorträgen den Gottesdienst und stimmte schon vor Beginn die Festgemeinde auf das Erleben ein. Zu einem Predigtbeitrag wurden Bezirksältester Frank Bolz, der Leiter des Kirchenbezirks Ulm, und Hirte Manfred Oster, Vorsteher der Gemeinde Senden, gerufen.

Anlässlich des Wiederbezugs fand am Sonntagabend ein Festakt statt. Der gemischte Chor der Gemeinde und Instrumentalisten gestalteten das Programm, das auch Erläuterungen zur neuen Orgel und ein Vorspiel durch den Orgelsachverständigen Andreas Ostheimer enthielt. Ein Wortbeitrag mit Informationen zur Baumaßnahme erfolgte durch die Architektin Isabelle Beccara, während Gemeindemitglied Edeltraud Fähnle Einblick in die Gemeindechronik gab. Grußworte sprachen als Vertreterin des Landrats im Landkreis Neu-Ulm Sabine Krätschmer und Anton Leger, Dritter Bürgermeister der Stadt Senden. Als Vertreter des Bauherrn nahm Apostel Hans-Jürgen Bauer teil.

Baumaßnahme: Altar, Orgel, Raumsituation

Innerhalb eines Jahres wurde das Kirchengebäude umfassend renoviert und insbesondere energetisch und sicherheitstechnisch den heutigen Erfordernissen angepasst.

Im bedeutendsten Raum des Gebäudes, dem neu gestalteten Kirchenschiff, ist der Altar der zentrale Ort. Hier werden die Sakramente gespendet; von hier aus erfolgt auch die Wortverkündigung. Der Altarbereich konnte durch die Verlegung der Orgelposition – von ihrem ursprünglichen Platz neben dem Altar auf die Empore – neu gestaltet werden. Der neue Altar besteht aus den Natursteinen Jura und Schiefer. Diese Materialien passen sich farblich, haptisch und optisch sehr gut in den Raum ein. Die Altargestaltung mit einem erhöhten Teilbereich und etwas niedrigeren, einrahmenden Bereichen macht die unterschiedlichen gottesdienstlichen Handlungen, die am Altar erfolgen, optisch deutlich: Auf den Seitenteilen des Altars werden die Abendmahlsgefäße platziert (der Altar als „Tisch des Herrn“), der Mittelteil signalisiert den Ort der Wortverkündigung. Die Wortverkündigung erfolgt in freier Rede, ohne Manuskript, als vom Heiligen Geist inspirierte und durchwirkte geistliche Rede; ein biblischer Text liegt ihr zugrunde.

Die neue Orgel ist eine von Orgelbaumeister Andreas Offner (Kissing) generalsanierte dreimanualige Gebrauchtorgel mit neun Registern, sie hat ihren Platz nun auf der Empore.

Neben sicherheits- und lüftungstechnischen Änderungen gab es eine Erneuerung des Elektro-Akustiksystems, das hörgeschädigten Gottesdienstbesucher ermöglicht, mittels Kopfhörer die Predigt mitzuverfolgen. Aus energetischen Gründen erfolgte eine Dachsanierung. In diesem Zuge wurde die Decke im Kirchenschiff erneuert, und ein neues, energiesparendes Beleuchtungskonzept (durchgängig sind LED-Leuchten verwendet) erhellt jetzt alle Räume.

Außer dem Kirchenschiff mit Empore, das insgesamt Platz bietet für 185 Gottesdienstteilnehmer, gibt es weitere neu gestaltete Räume: die Sakristei sowie einen großen, jetzt teilbaren Nebenraum. Geteilt kann der Nebenraum beispielsweise genutzt werden für die beiden parallel zum Sonntagsgottesdienst stattfindenden Unterrichte „Sonntagsschule“, ein primär an Grundschüler/-innen gerichtetes Angebot, und die sogenannte „Vorsonntagsschule“, zu der Vorschulkinder eingeladen sind. Durch die flexible Trennwand können die beiden Nebenräume verbunden werden, so dass ein großer Raum entsteht, der für andere Gemeindeaktivitäten wie Zusammenkünfte nach dem Gottesdienst, Gemeindefeste, Jugendveranstaltungen, Seniorentreffen, Schulungen, Seminare usw. genutzt werden kann. Die neu gestaltete Terrasse ermöglicht die Ausdehnung dieser Veranstaltungen in den Außenbereich. Ein Raum im Raum, die Teeküche, kann bei Bedarf geöffnet und sichtbar werden, bei Nichtnutzung bleibt sie verschlossen als Kubus im Foyer.

Geplant wurde die Umgestaltung der Kirche von Architektin Isabelle Beccara von beccara architektur (Obermaiselstein). Die Projektbetreuung lag bei der Abteilung Bau / Unterhalt des Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland. Da die Neuapostolische Kirche sich selbst finanziert – aus Opfern und Spenden –, wurde auch diese Baumaßnahme aus den Eigenmitteln der Gebietskirche Süddeutschland beglichen.