In den süddeutschen Kirchenbezirken wurden am Sonntag, 23. April 2017, Gottesdienste mit Konfirmation gefeiert. Rund 650 Konfirmandinnen und Konfirmanden empfingen den Segen zur Konfirmation und wurden als mündige Mitglieder in die Gemeinde aufgenommen. Sie tragen nun selbst vor Gott die Verantwortung für ihr Glaubensleben.

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    Der Brief des Stammapostels und das neuapostolische Gesangbuch

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    Konfirmation in Nördlingen

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    © bildschoenes - Fotolia.com

Die jungen Christen haben sich bei ihrer Konfirmation vor Gott und der Gemeinde zum Glauben bekannt und zur Treue gegenüber Gott verpflichtet. Das Treuegelübde, das in der feierlichen Konfirmationshandlung von den Konfirmandinnen und Konfirmanden gemeinsam gesprochen wird, basiert auf dem Text einer Taufliturgie aus dem 3. Jahrhundert und bringt zur Sprache, Böses meiden und im Glauben und Gehorsam Gott gegenüber leben zu wollen. Der Konfirmationssegen bestärkt die Konfirmandinnen und Konfirmanden in diesem Bestreben.

Sie sind nun zu allen Veranstaltungen für die Jugend eingeladen; ihre offizielle Aufnahme in den Jugendkreis erfolgt im nächsten Jugend-Gottesdienst ihres Kirchenbezirks.

Ein „Tempel Gottes“ werden

Der Predigt in den Gottesdiensten, in denen Konfirmation gefeiert wurde, lag ein Bibelwort aus dem Alten Testament zugrunde, und zwar 1. Chronik 28,10: „So sieh nun zu, denn der Herr hat dich erwählt, dass du ein Haus baust als Heiligtum. Sei getrost und richte es aus!“

Das Bibelwort ist aus dem Kontext des Tempelbaus, mit dem König David seinen Sohn Salomon im Gehorsam gegenüber den Weisungen Gottes beauftragte. Heute gilt es, im übertragenen Sinn selbst ein „Tempel Gottes“ zu werden. Auch soll die Gemeinde der Gläubigen ein „heiliger Tempel in dem Herrn“ sein, wie es in Epheser 2,21f. zum Ausdruck kommt – es liegt in der Entscheidung des Einzelnen, zur Errichtung dieses „Tempels“ beizutragen.

Bezirksapostel-Gottesdienst mit Konfirmation in Nördlingen

Der süddeutsche Kirchenpräsident, Bezirksapostel Michael Ehrich, der auf den Tag genau vor elf Jahren in dieses Amt ordiniert wurde, feierte im Kirchenbezirk Nördlingen (Apostelbereich München) den Gottesdienst mit Konfirmation. Zehn Konfirmandinnen und Konfirmanden empfingen durch ihn den Konfirmationssegen.

Apostel Wolfgang Zenker, Leiter des Apostelbereichs München, zu dem der Kirchenbezirk gehört, sowie der für den Apostelbereich München zuständige Bischof Paul Hepp begleiteten den Bezirksapostel zu diesem Konfirmationsgottesdienst. Zu einem Predigtbeitrag rief er den Leiter des Kirchenbezirks, den Bezirksältesten Rainer Stumpf, und den Apostel.

Die weiteren süddeutschen Apostel und die Bischöfe führten in Kirchenbezirken ihres Arbeitsbereichs an jenem April-Sonntag Gottesdienst mit der Segenshandlung Konfirmation durch.

Gesangbuch als Geschenk

Im Konfirmationsgottesdienst erhielten die Konfirmandinnen und Konfirmanden einen Brief des Stammapostels Jean-Luc Schneider, des höchsten Geistlichen in der Kirche. Darin nahm der Stammapostel auch Bezug auf den Dienst für den Herrn, das Mitbauen am „Tempel“ der Gemeinde. Als Sprecher der Apostel und all der kirchlichen Amtsträger übermittelte er den jungen Christen zur Konfirmation das Bibelwort 1. Chronik 28,20.

Als Geschenk der Gebietskirche gab es ein Gesangbuch mit einer Widmung des Bezirksapostels. Dieser legte den Konfirmandinnen und Konfirmanden ans Herz, Jesus Christus in den Mittelpunkt ihres Lebens zu nehmen.

Suchen, was droben ist

In den Gottesdiensten an jenem April-Sonntag, in denen keine Konfirmationsfeier stattfand, diente – in Anbindung an den Ostergottesdienst – ein Bibelwort aus dem Neuen Testament, Kolosser 3, Vers 1, als Predigtgrundlage: „Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes.“ Dies kommt auch im neuapostolischen Glaubensbekenntnis wie im Apostolikum zum Ausdruck: „… er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“.

Es gilt, sich an Jesus Christus zu orientieren und sein Leben nicht allein auf Irdisches auszurichten. Mit dem Streben nach dem Göttlichen und Bleibenden verbunden ist die Vorbereitung auf das Wiederkommen Jesu Christi.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Was im 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ über die Segenshandlung der Konfirmation steht, zitieren wir nachstehend:

661. Was geschieht bei einer Segenshandlung?

Bei einer Segenshandlung wendet sich Gott dem Menschen zu, der aufrichtig um den Segen bittet. Durch Apostel und priesterliche Amtsträger segnet Gott den Verlangenden und bietet ihm Hilfe, Gnade und Barmherzigkeit an.

Auch die Weihe eines Kirchengebäudes bzw. der Versammlungsstätte einer Gemeinde stellt im erweiterten Sinn eine Segenshandlung dar.

662. Welche Segenshandlungen finden im Gottesdienst statt?

Im Gottesdienst finden folgende Segenshandlungen statt: Konfirmation, Aufnahme in die Neuapostolische Kirche, Spendung des Verlobungssegens, des Trausegens und des Segens zu Hochzeitsjubiläen. Ordinationen und sonstige, ein geistliches Amt betreffende Handlungen werden ebenfalls im Gottesdienst durchgeführt.

663. Was ist die Konfirmation?

Die Konfirmation (lateinisch „confirmatio“: „Bestärkung, Bestätigung“) ist jene Segenshandlung, bei der junge Christen die Verpflichtungen übernehmen, die ihre Erziehungsberechtigten stellvertretend für sie bei der Heiligen Wassertaufe und der Heiligen Versiegelung übernommen haben.

Die Konfirmanden verpflichten sich zur Treue gegenüber Gott und bekennen sich öffentlich, vor der Gemeinde, zum neuapostolischen Glauben.

Von der Konfirmation an tragen sie als nun mündige Christen vor Gott die Verantwortung für ihr Glaubensleben.

664. Was ist notwendig, um konfirmiert zu werden?

Die erste Voraussetzung, um konfirmiert zu werden, ist, dass man die Heilige Wassertaufe und die Heilige Versiegelung empfangen hat. Weitere Voraussetzungen sind der regelmäßige Besuch der Gottesdienste und des Konfirmandenunterrichts.

Die Konfirmanden sollen die Grundzüge des neuapostolischen Glaubens und die Glaubensartikel kennen und bereit sein, ihr Leben nach dem Evangelium zu führen.

665. Wie erfolgt die Segenshandlung der Konfirmation?

Die Konfirmation findet im Gottesdienst statt. Zunächst beantworten die Konfirmanden vor dem Altar die Frage, ob sie ihren zukünftigen Lebensweg als neuapostolische Christen in der Treue zu Gott gehen wollen, mit einem Ja. Nach diesem Bekenntnis vor Gott und der Gemeinde sprechen die jungen Christen das Konfirmationsgelübde. Damit geloben sie öffentlich, Jesus Christus als ihren Herrn anzunehmen und entsprechend zu leben.

Daraufhin empfangen die Konfirmanden – nach einem Gebet des Gottesdienstleiters – den Segen. Er wird ihnen unter Handauflegung gespendet.

666. Was bewirkt der Segen zur Konfirmation?

Der Segen stärkt den Konfirmanden in dem Bestreben, das Konfirmationsgelübde zu halten und sich in Wort und Tat zu Jesus Christus zu bekennen.

667. Wie lautet das Konfirmationsgelübde?

Das Konfirmationsgelübde lautet: „Ich entsage dem Teufel und all seinem Werk und Wesen und übergebe mich dir, o dreieiniger Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist, im Glauben, Gehorsam und ernstlichen Vorsatz: Dir treu zu sein bis an mein Ende. Amen.“

Damit kommt zum Ausdruck, dass der Konfirmand den festen Willen hat, alles Böse, Widergöttliche zu meiden und konsequent den Weg des Evangeliums zu gehen. Er bekennt sich zum Glauben an den dreieinigen Gott und dazu, sein ganzes Leben im Glauben und Gehorsam Gott gegenüber zu führen.

 

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.