Die neuapostolischen Christen in Skopje, der Hauptstadt Mazedoniens, feierten am Sonntag, 8. März 2015, Gottesdienst mit dem höchsten Geistlichen der Neuapostolischen Kirche, Stammapostel Jean-Luc Schneider. Der Gottesdienst fand in der einzigen neuapostolischen Kirche statt, die es in diesem kleinen südosteuropäischen Land gibt.

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    Der Stammapostel im Kreis einiger Gemeindemitglieder

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    Neben der Übersetzerin: Apostel Rolf Wosnitzka aus Thüringen ...

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    ... Bezirksevangelist Sande Jakimovski

Für die Predigt verwendete der Stammapostel ein Bibelwort aus dem Alten Testament, aus Psalm 66,10: „Denn, Gott, du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird.“ Der Gedanke, dass Gott auch in Prüfungen diejenigen segnet, die sich vom Heiligen Geist leiten lassen, zog sich durch die Predigt. Darin legte der Stammapostel der Gemeinde u.a. dar, dass Anfechtungen und Prüfungen auch Gelegenheiten seien, um Siege zu erringen. Dabei verwies er auf Römer 5,3.4 und nannte als Beispiel, die Glaubenden siegten, indem sie mit Christi Hilfe kämpften und jenen vergeben würden, die ihnen Schaden zugefügt hätten.

Prüfungen, so der Stammapostel im Weiteren, könnten einem zum Segen gereichen, wenn man lerne, die eigenen Schwächen und Fehler zu erkennen und sie zu korrigieren.

„Wenn wir wahrhaft den Herrn lieben, dann dienen wir ihm fortwährend und sind ihm treu, selbst dann, wenn sichtbarer Segen ausbleibt“, so der Stammapostel. Er erinnerte auch daran, dass „geistliche Vorbereitung“ bei solchen, die es wirklich nach der ewigen Gemeinschaft mit dem Herrn verlange, stets Priorität habe, gleich, was geschehe.

Zu dem Gottesdienst waren außerdem die Kirchenmitglieder aus Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Serbien eingeladen. Da diese Balkanstaaten zum Arbeitsbereich des Bezirksapostels Michael Ehrich, Präsident der Gebietskirche Süddeutschland, gehören, begleitete dieser den Stammapostel auf der Mazedonienreise. Dabei waren zudem – als Gast aus einer anderen Gebietskirche – Apostel Rolf Wosnitzka aus Thüringen und Apostel Anatolij Budnyk aus der Ukraine, den Bezirksapostel Ehrich als „Länderverantwortlichen“ außer für die Ukraine auch für Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien und Serbien beauftragt hat. Aus der Ukraine waren die Bezirksämter – Geistliche, die für einen Kirchenbezirk beauftragt sind – eingeladen. Für sie bedeutete es eine besondere geistliche Stärkung, mit dem Stammapostel und dem Bezirksapostel Gemeinschaft zu haben, zumal sie aufgrund der derzeitigen politischen Situation in der Ukraine nicht besucht werden können.

Der Stammapostel predigte in deutscher Sprache; es wurde am Altar konsekutiv in die mazedonische Sprache übersetzt. Zudem erfolgte eine Simultanübersetzung aus dem Deutschen in die ukrainische Sprache und in die serbische Sprache. Zu einem Predigtbeitrag wurden Apostel Wosnitzka und ein einheimischer Bezirksevangelist, Sande Jakimovski, gerufen. Ein Chor und ein Orchester gestalteten den Gottesdienst musikalisch mit.

Dieser Besuch des höchsten Geistlichen der Neuapostolischen Kirche war der dritte, den ein Stammapostel in Mazedonien durchführte: Vor Stammapostel Jean-Luc Schneider hatten sein Amtsvorgänger, Stammapostel Wilhelm Leber, im Jahr 2009 und vor diesem der zwischenzeitlich verstorbene Stammapostel Richard Fehr im Jahr 2003 die kleine Gemeinschaft neuapostolischer Christen dort besucht.

In Mazedonien, wo die Entwicklung der Neuapostolischen Kirche 1958 in Skopje begann, hat die Kirche sechs Gemeinden mit zusammen knapp 450 Mitgliedern. Überwiegend mazedonische Roma, die während des Balkankriegs sich teils jahrelang in Deutschland aufgehalten hatten und dort auch mit der Neuapostolischen Kirche in Verbindung gekommen waren, legten den Grundstock für die Kirchengemeinden in Stip, Sveti Nikole, Prilep und Bitola. In Skopje und Prilep gehören zu den neuapostolischen Gemeinden Angehörige der Hauptbevölkerungsgruppe, slawische Mazedonier.