Im späten Herbst, wenn die Vergänglichkeit in der Natur augenfällig wird, beginnt auch die sogenannte stille Zeit, in der Christen vermehrt der Verstorbenen gedenken und sich so mit dem Tod beschäftigen.

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Bezirksapostel Michael Ehrich, der die Gebietskirche Süddeutschland leitet, thematisierte in der Verkündigungssendung am 23. Oktober 2016 im Hörfunkprogramm des Südwestrundfunks die Vergänglichkeit des irdischen Lebens und die göttliche Liebe, die den Tod überwunden hat.

In der Sendung, ausgestrahlt im Magazin aus Religion, Kirche und Gesellschaft „SWR1 Sonntagmorgen“ und zum Nachhören in unserer Mediathek eingestellt, sprach der Bezirksapostel von dem Leid und Sterben, mit dem wir alle – allein schon durch die tagtäglichen Medienberichte – konfrontiert sind, und unterstrich: „Bei all dem ist es tröstlich zu wissen: Der Tod ist nicht das Ende. Es ist nicht alles aus!“ Dass mit dem Tod zwar der Körper der Vergänglichkeit anheimgegeben wird, Seele und Geist jedoch fortbestehen, ist eine grundlegende christliche Glaubensüberzeugung. Auch die Verstorbenen bleiben von Gott geliebt.

Der Bezirksapostel zitierte in der Sendung Vers 16 aus dem dritten Kapitel des Johannes-Evangeliums: „… also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“ Aus Liebe wurde Gott, der Sohn, in Jesus Christus Mensch. Aus Liebe gab Jesus Christus sein sündloses Leben am Kreuz. Er hat damit die Möglichkeit geschaffen, die Menschen aus dem geistlichen Tod – Zustand des Getrenntseins von Gott – zu erretten.

So hat die Gottesliebe allen Menschen den Zugang zum ewigen Leben ermöglicht. „Ich bin fest überzeugt: Für jede Seele besteht Hoffnung auf ewiges Leben, Hoffnung auf die Gnade Jesu Christi, Hoffnung auf Gemeinschaft mit Gott und mit allen, die ihn lieben“, so der Bezirksapostel. „Gott vermag Heil und Erlösung für alle zu schaffen, ob sie im Leben oder im Tod sind.“

Daher feiern die neuapostolischen Gemeinden jeweils am ersten Sonntag der Monate März, Juli und November Gottesdienste, in denen der Verstorbenen besonders gedacht und für sie gebetet wird. Führen der Stammapostel, ein Bezirksapostel oder ein Apostel einen solchen Gottesdienst durch, werden auch die Sakramente für die Verstorbenen – und damit Heil in Jesus Christus – gespendet. Dies geschieht, indem die Sakramente Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung und Heiliges Abendmahl stellvertretend Lebenden gespendet werden. Auch zur Zeit der ersten christlichen Gemeinden gab es gemäß biblischem Bericht – 1. Korintherbrief, Kapitel 15 – die Sakramentsspendung für Verstorbene, stellvertretend vollzogen an Lebenden.

Das Heilswirken Jesu Christi ist nur mit menschlichem Verständnis nicht zu erfassen, es geht viel weiter, als Menschen sich das vorstellen können. „Und auch die Liebe, die uns mit denen verbindet, die vor uns waren, ist viel stärker als der Tod“, zeigt sich Bezirksapostel Ehrich überzeugt. „Durch den Glauben an die Auferstehung können wir auch die Hoffnung auf ein Wiedersehen und eine gemeinsame Zukunft beim Herrn in uns tragen.“

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