Am Sonntagvormittag, 23. Juli 2017 feierten ca. 6.400 junge Christen und Geistliche aus ganz Süddeutschland in Stuttgart miteinander Gottesdienst.

 

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    Bezirksapostel Michael Ehrich

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    Apostel Helge Mutschler

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    Apostel Jeannot Leibfried

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    Bischof Manfred Schönenborn

Der Gottesdienst in Halle 4 der Messe bildete das zentrale Element am süddeutschen Jugendtag (SJT) 2017. Bezirksapostel Michael Ehrich, der den Gottesdienst leitete, legte der Predigt das Bibelwort Epheser 4,15 zugrunde: „Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus“.

Die Apostel und Bischöfe aus Süddeutschland sowie zwei Apostel aus anderen Gebietskirchen, Apostel Jeannot Leibfried aus Frankreich und Apostel Helge Mutschler aus Nord-/Ostdeutschland, begleiteten den Bezirksapostel. Dieser rief zur weiteren Wortverkündigung die Apostel Mutschler und Leibfried sowie Bischof Manfred Schönenborn (Apostelbereich Heilbronn).

Ungerechtigkeit und erkaltete Liebe

In der Predigt wies der Bezirksapostel auf das Wort Jesu gemäß dem Matthäus-Evangelium hin, dass eine Zeit kommen werde, in der die Ungerechtigkeit überhandnehmen und die Liebe in vielen erkalten werde. Der Bezirksapostel nannte beispielhaft einen Aspekt von Ungerechtigkeit und machte diesen deutlich am Beispiel der Nahrungsproduktion für weit mehr Menschen als auf Erden leben: Und dennoch leiden viele Hunger, Hunderttausende stehen vor dem Hungertod. Die Not – „himmelschreiende Ungerechtigkeit“– sei menschengemacht, gerade auch, weil die Liebe in vielen erkaltet sei und diese sich weder um Gott noch um die Mitmenschen scherten.

Er lenkte den Blick der Jugendtagsgemeinde in diesem Zusammenhang auf „das ganz einschneidende Ereignis“, die Wiederkunft Jesu Christi, auf die nach neuapostolischer Glaubenslehre ein Reich des Friedens und der Gerechtigkeit folgt.

In jeder Hinsicht Jesus Christus ähnlicher werden

Doch auch heute schon sollten die Glaubenden in der Liebe und „in allen Stücken“, in jeder Hinsicht, dem Herrn Jesus ähnlicher werden. Dass der innere Mensch wahrhaftig sei in der Liebe, könne durch die Kraft des Geistes Gottes gelingen. Dies werde dann auch sichtbar am Verhalten, an der Einstellung, am Handeln.

Als weitere Beispiele fürs Wachstum im Wesen Jesu nannte der Bezirksapostel u.a.: Friedensstifter sein, Vergebungsbereitschaft haben, bereit sein zum Dienst für den Herrn, zum Dienst am Nächsten, niemanden ausgrenzen – vielmehr versuchen, den anderen in seinem Anderssein zu verstehen, und sich bewusst machen: Auch er ist von Gott geliebt!

Den jungen Christen wünschte er, sie möchten mit den vielen schönen Gaben, die sie hätten, ihr Leben meistern und Erfolg haben – und dabei „den lieben Gott im Mittelpunkt des Lebens“ behalten und so „in allen Stücken zu ihm hin wachsen, der das Haupt ist, Jesus Christus“.

Einander annehmen

Von der Liebe als riesengroßer Kraft, als Sprengkraft dort, wo es viel Egoismus und Rücksichtslosigkeit, Ausbeutung und Ungerechtigkeit gebe, sprach Apostel Mutschler im Predigtbeitrag. Er appellierte, mit dieser Kraft ernst zu machen und „Botschafter der Liebe“ zu sein. Dazu gehöre, einander anzunehmen, aufeinander zuzugehen und, wenn gegenüber dem anderen etwas nicht in Ordnung sei, sich zu versöhnen. So berichtete er von welchen, die einander lange gram waren, wie sie dies überwanden und einander annahmen.

Liebe üben

Apostel Leibfried führte aus, Liebe, eine Gabe aus Gott, durch den Heiligen Geist ins Herz gelegt – wie dies in Römer 5,5 ausgedrückt wird –, sei wie ein Talent: Es müsse trainiert sein (vgl. Micha 6,8). Die Jugendtagsgemeinde dürfe sich zum Beispiel nicht damit abfinden, dass Ungerechtigkeit überhandnehme und es Kälte und Lieblosigkeit gebe, sondern alle sollten die Liebe und weiteren Gaben aus Gott anwenden; sie sollten dem Nächsten in Liebe begegnen und suchen, miteinander in Christus zu wachsen.

Sich nicht aufhalten lassen

Den Wachstumsprozess von Glauben und Liebe beleuchtete Bischof Schönenborn in der Wortverkündigung. Er zitierte das Bibelwort 2. Thessalonicher 1,3 und appellierte, sich durch nichts aufhalten zu lassen in der Entwicklung, immer mehr hin ins Wesen Jesu. Dazu verhelfe nicht zuletzt der Gottesdienst. Allerdings zeige sich Gottes Zuwendung und Segen nicht immer so, wie es sich der Mensch vorstelle: „Was wir brauchen und wie wir es brauchen, weiß der liebe Gott, und es ist Segen, wenn er uns dies so zuteilwerden lässt, wie es jeder von uns braucht."

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Was der 2015 erschienene „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zu den im Gottesdienst am SJT 2017 erwähnten zukünftigen Dingen nach Christi Wiederkunft sagt, zitieren wir nachstehend:

568. Was geschieht auf Erden nach der Wiederkunft Christi?

Nach der Wiederkunft Christi beginnt eine Zeit, in der die Menschen und die Schöpfung leiden, da sie der Macht Satans ausgesetzt sind. Diese Zeit wird als „große Trübsal“ bezeichnet.

569. Wird es in der Zeit der „großen Trübsal“ eine Bewahrung geben?

Ja, in der Zeit der „großen Trübsal“ wird es für diejenigen eine geistliche Bewahrung geben, die zur Kirche Jesu Christi zählen, aber nicht zu Jesus Christus entrückt worden sind.

In der Offenbarung werden sie durch das Bild der Frau dargestellt, die mit der Sonne bekleidet ist und einen Knaben geboren hat. Sie erfahren weiterhin göttliche Begleitung und geistliche Versorgung, so dass ihr Glaube erhalten bleibt (vgl. Offenbarung 12,6).

Es werden in der Zeit der „großen Trübsal“ Menschen, die sich zu Christus bekennen, getötet. Diese standhaften Bekenner werden also zu Märtyrern (Blutzeugen).

570. Was geschieht mit den Märtyrern aus der Zeit der „großen Trübsal“?

Die Menschen, die sich in der Zeit der „großen Trübsal“ zu Christus bekennen und deshalb getötet werden, haben an der ersten Auferstehung teil, wie zuvor die Brautgemeinde.

571. Was geschieht nach der „Hochzeit des Lammes“ und der „großen Trübsal“?

Nach der „Hochzeit des Lammes“ kommt Jesus Christus mit der Brautgemeinde auf die Erde zurück und beendet die Zeit der „großen Trübsal“.

572. Was geschieht nach der Zeit der „großen Trübsal“ mit Satan?

Satan und sein Anhang, die widergöttlichen Kräfte, werden gemäß Offenbarung 20,1-3 „gefesselt“ und „in den Abgrund geworfen“. Es wird ihnen also jede Macht genommen. Damit kann niemand mehr von Satan verführt werden.

573. Was geschieht, wenn Satan gebunden und seine Macht genommen ist?

Wenn Satan gebunden und den widergöttlichen Mächten alle Macht genommen ist, findet die Auferstehung der Märtyrer aus der „großen Trübsal“ statt. Damit haben die Märtyrer teil an der ersten Auferstehung.

574. Welche Ereignisse umfasst die erste Auferstehung?

Bei der ersten Auferstehung werden die „Toten in Christus“ auferstehen und gemeinsam mit den Lebenden, die zur Brautgemeinde gehören, entrückt.

Nach der „Hochzeit im Himmel“ werden die Märtyrer aus der „großen Trübsal“ auferstehen und zur königlichen Priesterschaft gezählt.

Diese beiden Ereignisse werden als „erste Auferstehung“ bezeichnet: „Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre“ (Offenbarung 20,6).

575. Was folgt nach Abschluss der ersten Auferstehung?

Nach Abschluss der ersten Auferstehung richtet Christus auf Erden sein Friedensreich auf und übt seine Königsherrschaft „tausend Jahre“ aus. Diese „tausend Jahre“ stehen als Symbol für eine lange, jedoch begrenzte Zeit.

576. Werden die Menschen in dieser Zeit noch sündigen?

Ja. Zwar ist Satan entmachtet und kann niemanden mehr zur Sünde verführen, dennoch bleiben die Menschen weiterhin Sünder und sind sterblich, da die Geneigtheit zur Sünde nicht aufgehoben ist. Davon ausgenommen sind diejenigen, die an der ersten Auferstehung teilhatten.

577. Was geschieht in dem Zeitraum des Friedensreichs auf Erden?

Im Zeitraum des Friedensreichs Christi wird Jesus Christus mit der königlichen Priesterschaft das Evangelium ungehindert verkündigen. Das Evangelium wird allen auf Erden lebenden Menschen und ebenso allen Seelen in den Bereichen der Entschlafenen nahegebracht. Am Ende des Friedensreichs werden alle Menschen aller Zeiten das Evangelium Jesu Christi kennengelernt haben.

578. Was geschieht am Ende des Friedensreichs?

Am Ende des Friedensreichs wird Satan losgelassen; er hat zum letzten Mal Gelegenheit, Menschen zu verführen. Nach Christi Sieg über ihn wird er „geworfen in den Pfuhl von Feuer und Schwefel“ (vgl. Offenbarung 20,7-10). Das Böse ist dann für ewig unwirksam.

579. Was erfolgt, wenn das Böse für immer seine Macht verloren hat?

Wenn das Böse für immer seine Macht verloren hat, erfolgt die Auferstehung der Toten zum Gericht. Dann wird Jesus Christus alle Menschen richten, die je gelebt haben. Ausgenommen von diesem Endgericht sind nur jene, die an der ersten Auferstehung teilhatten.

580. Was geschieht mit denjenigen, die in das Endgericht kommen?

Diejenigen, die im Endgericht Gnade finden, werden – zusammen mit jenen, die an der ersten Auferstehung teilhatten – Bewohner von Gottes neuer Schöpfung sein. Sie alle dürfen dann ewige Gemeinschaft mit Gott haben. Die anderen verbleiben im Elend der Gottferne.

581. Was wird in der Bibel über Gottes neue Schöpfung gesagt?

Gott wird nach dem Endgericht eine neue Schöpfung an die Stelle der alten setzen: „Er [Gott] wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein“ (Offenbarung 21,3). Damit erfüllt sich die Erwartung, die in 2. Petrus 3,13 ausgedrückt wird: „Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt.“ Dieses Reich Gottes wird ewig sein; dann wird Gott sein alles in allem (vgl. 1. Korinther 15,28).

 

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.