Am vierten Sonntag im September, dem 23.09.2018, wurde die monatliche „Verkündigungssendung“ der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland im Hörfunkprogramm des SWR 1 ausgestrahlt.

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In der Sendung im Magazin aus Religion, Kirche und Gesellschaft „SWR1 Sonntagmorgen“ erinnert der Autor daran, dass es wichtig und segensreich ist, mit anderen zu teilen. Dabei geht er u.a. auf Erntedank ein. Außerdem weist er darauf hin, dass auch Mitteilung Teilen mit anderen ist, Gemeinschaft, und er bezieht sich dann auf das Heilige Abendmahl, wenn er feststellt: „Kommunikation und Kommunion sind nicht weit auseinander, denn auch Christus teilt. … in der Abendmahlsgemeinschaft teilt er sich selbst mit – wir bekommen Anteil an ihm.“

Gemäß dem Abendmahlsverständnis in der Neuapostolischen Kirche sind in den Abendmahlselementen Brot und Wein durch die Konsekration Leib und Blut Christi vollständig gegenwärtig. Dabei bleiben Brot und Wein in ihrer natürlichen Substanz erhalten, und die Substanz von Leib und Blut Christi tritt hinzu (Konsubstantiation). So teilt Christus mit seinem Leib und Blut dem Glaubenden von seinem Wesen mit, und das Heilige Abendmahl schafft wahre Gemeinschaft mit dem Herrn.

Die Sendung unter dem Thema „Teilen – mitteilen – teilhaben“ kann, wie alle von der Gebietskirche Süddeutschland verantworteten Sendungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, in der Mediathek nachgehört werden.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Von dem, was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zum Heiligen Abendmahl ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:

503. Was geschieht bei der Aussonderung der Hostien?

Bei der Aussonderung (Konsekration) werden Leib und Blut Jesu Christi gegenwärtig.

Brot und Wein werden durch die Aussonderung in ihrer Substanz nicht verändert, das heißt, Brot und Wein werden nicht verwandelt. Vielmehr tritt zu Brot und Wein die Substanz von Leib und Blut Jesu hinzu. Dieses Geschehen bezeichnet man als „Konsubstantiation“.

Beim Heiligen Abendmahl sind Brot und Wein nicht Bilder oder Symbole für Leib und Blut Jesu, sondern Leib und Blut Jesu Christi sind nach der Aussonderung wirklich anwesend.

504. Ist das Opfer Jesu Christi im Heiligen Abendmahl gegenwärtig?

Ja, das Opfer Jesu Christi ist im Heiligen Abendmahl gegenwärtig. Dieses Opfer wird jedoch nicht wiederholt, sondern es ist „ein für alle Mal“ gebracht (Hebräer 10,10.14).

505. Warum wird das Heilige Abendmahl in jedem Gottesdienst gefeiert?

Im Unterschied zu den Sakramenten Heilige Wassertaufe und Heilige Versiegelung wird das Heilige Abendmahl in jedem Gottesdienst gefeiert, weil es den Menschen in der Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus erhält. Wir nehmen damit Wesen von Jesu Wesen auf.

506. Wie lange bleiben Leib und Blut Christi in den ausgesonderten Hostien gegenwärtig?

Leib und Blut Christi bleiben so lange in den ausgesonderten Hostien gegenwärtig, bis sie die für sie bestimmten Empfänger erreicht haben.

507. In welchem Verhältnis stehen Sündenvergebung und Heiliges Abendmahl zu einander?

Sündenvergebung und Heiliges Abendmahl stehen in einem engen Bezug zueinander, denn beide haben das Opfer Jesu Christi zur Grundlage.

Im Sakrament des Heiligen Abendmahls wird nicht zugleich auch die Vergebung der Sünden bewirkt. Die Vergebung der Sünden ist erforderlich, um anschließend das Heilige Abendmahl würdig, das heißt in einem von Sünde gereinigten Zustand, genießen zu können.

508. Wem hat Jesus Christus das Heilige Abendmahl anvertraut?

Jesus Christus hat das Heilige Abendmahl im Kreis der Apostel gestiftet und es ihnen anvertraut. Dort, wo Apostel oder von ihnen bevollmächtigte priesterliche Amtsträger wirken, sind alle Aspekte des Heiligen Abendmahls vorhanden.

509. Wie lauten die Aussonderungsworte zum Heiligen Abendmahl?

Zur Aussonderung (Konsekration) des Heiligen Abendmahls wird ein festgelegter Text gesprochen, der zurückgeht auf 1. Korinther 11,23 ff. und Matthäus 26,26 ff.:

„In dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, sondere ich aus Brot und Wein zum Heiligen Abendmahl und legte darauf das einmal gebrachte, ewig gültige Opfer Jesu Christi. Denn der Herr nahm Brot und Wein, dankte und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Das ist mein Blut des Neuen Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Esst und trinkt! Das tut zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und von diesem Wein trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er wiederkommt. Amen!“

510. Wie wird die Feier des Heiligen Abendmahls im Gottesdienst gestaltet?

Zunächst werden die Hostien ausgesondert. Dies geschieht dadurch, dass der bevollmächtigte Amtsträger seine Hände über die geöffneten Abendmahlsgeräte ausbreitet und die Aussonderungsworte spricht.

Dann empfangen die Amtsträger und die Gemeinde Leib und Blut Jesu Christi in Form von mit Wein beträufelten Hostien. Die Darreichung geschieht mit den Worten: „Der Leib und das Blut Jesu für dich gegeben.“

511. Was ist Voraussetzung für den würdigen Genuss des Heiligen Abendmahls?

Voraussetzung für den würdigen Genuss des Heiligen Abendmahls ist neben der vorausgegangen Sündenvergebung der Glaube an Jesus Christus und sein Opfer.

512. Welche Wirkungen hat das Heilige Abendmahl?

Das Heiligen Abendmahl schafft innige Gemeinschaft mit Jesus Christus. Es vermittelt Wesen und Kraft des Gottessohnes. Der Genuss des Heiligen Abendmahls dient zudem der Einheit der Gläubigen untereinander, denn sie entwickeln sich gemeinsam ins Wesen Jesu Christi. So ist das Heilige Abendmahl ein wichtiges Mittel zur Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi.

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.

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