50 Tage nach Ostern wird das Pfingstfest gefeiert. In diesem Jahr ist Pfingstsonntag am 20. Mai 2018.

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Die Glaubenden gedenken an Pfingsten an das heilsgeschichtliche Ereignis vor 2.000 Jahren, als sich die Verheißung des Heiligen Geistes erfüllte und sich die Ausgießung des Geistes ereignete. Damals trat die Kirche Jesu Christi in Erscheinung: Petrus hielt eine Predigt, und nach biblischem Bericht kamen 3000 Menschen zum Glauben. Sie bildeten die erste christliche Gemeinde. Daher spricht man vom Pfingstfest auch vom „Geburtstag der Kirche“.

Zum Gottesdienst am Pfingstsonntag 2018 laden die Kirchengemeinden in Süddeutschland herzlich ein. (Über die Gemeindesuche sind Adressen von dem eigenen Wohnort nahe gelegenen Gemeinden zu finden.) Der Gottesdienst zu Pfingsten 2018 beginnt in den Gemeinden um 9:30 Uhr.

Was sagt der Katechismus dazu?

Von dem, was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zu Pfingsten ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:

388. Ab wann trat die Kirche Jesu Christi in Erscheinung?

Die Kirche Jesu Christi trat zuerst an Pfingsten in Erscheinung, als der Heilige Geist ausgegossen wurde. Apostel Petrus predigte, und etwa 3.000 Menschen kamen zum Glauben. Sie ließen sich taufen und bildeten gemeinsam mit den Aposteln die erste christliche Gemeinde. Dies geschah in Jerusalem.

389. Was zeichnete die ersten Christen aus?

Die ersten Christen blieben „beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet“ (Apostelgeschichte 2,42). Dies ist von entscheidender Bedeutung für die Kirche Jesu Christi.

390. Wo erfahren wir Wesentliches über die Entwicklung der ersten Gemeinden?

Einen Einblick in die Entwicklung der ersten Gemeinden erhalten wir aus dem Neuen Testament: aus der Apostelgeschichte und den Briefen der Apostel.

391. Welche Entwicklung nahm die Kirche Jesu Christi?

Ab Pfingsten, als der Heilige Geist ausgegossen worden war, entfaltete sich die Kirche Jesu Christi: In ihr wirkten Apostel und weitere Ämter. Das Evangelium wurde gepredigt, die Sakramente wurden gespendet.

Überall im Römischen Reich entstanden Gemeinden, das Christentum breitete sich unter Juden und Heiden aus.

392. Wohin wurde das Evangelium durch die Apostel weitergetragen?

In Erfüllung des Sendungsauftrags, den ihnen Jesus Christus erteilt hatte – alle Völker zu lehren und zu taufen –, wirkten die Apostel in unterschiedlichen Gebieten. Vorwiegend die Apostel Petrus und Jakobus verkündigten das Evangelium unter den Juden, die Apostel Paulus und Barnabas reisten in heidnische Länder des Mittelmeerraums. Das Evangelium wurde bis in Länder Asiens und Afrikas ausgebreitet, Gemeinden entstanden in Ägypten, in der Türkei, in Griechenland, Italien, Libyen, Mazedonien, Syrien und Zypern.

393. Wie verlief die Missionstätigkeit?

Die Apostel nahmen im Dienst Christi Mühen, Strapazen und Leiden auf sich. In 2. Korinther 11,25-28 hat Apostel Paulus seine Erlebnisse beschrieben: „Ich bin dreimal mit Stöcken geschlagen, einmal gesteinigt worden; dreimal habe ich Schiffbruch erlitten, einen Tag und eine Nacht trieb ich auf dem tiefen Meer. Ich bin oft gereist, ich bin in Gefahr gewesen durch Flüsse, in Gefahr unter Räubern, in Gefahr unter Juden, in Gefahr unter Heiden, in Gefahr in Städten, in Gefahr in Wüsten, in Gefahr auf dem Meer, in Gefahr unter falschen Brüdern; in Mühe und Arbeit, in viel Wachen, in Hunger und Durst, in viel Fasten, in Frost und Blöße; und außer all dem noch das, was täglich auf mich einstürmt, und die Sorge für alle Gemeinden.“

Aufgrund von Verfolgungen flohen viele Gläubige aus Jerusalem (vgl. Apostelgeschichte 8,1; 11,19). Auch in ihrer neuen Umgebung machten sie Menschen mit dem christlichen Glauben bekannt und verkündigten sie das Wort des Herrn, wie beispielsweise Philippus in der Hauptstadt Samariens.

394. Was ist über das Ende der ersten Apostel überliefert?

In der Heiligen Schrift gibt es nur wenige Anhaltspunkte. Aus außerbiblischen Texten geht hervor, dass viele Apostel den Märtyrertod starben. Am längsten unter allen Aposteln lebte und wirkte wohl Johannes. Nach der Zerstörung Jerusalems (im Jahr 70 n. Chr.) hielt er sich in Kleinasien auf und wirkte hauptsächlich in der Gemeinde zu Ephesus.

395. Was geschah nach dem Tod der ersten Apostel?

Nach dem Tod der ersten Apostel war das Amt, dem Jesus die Spendung der Sakramente, die Vergebung der Sünden und die Verkündigung des Evangeliums übertragen hatte, nicht mehr besetzt. Damit konnte die Gabe des Heiligen Geistes nicht mehr gespendet werden. Auch konnten keine weiteren Amtsgaben aus dem Apostelamt hervorgehen. Das Evangelium wurde dennoch weiter ausgebreitet. Gläubige Menschen trugen das Evangelium und die christliche Werteordnung weiter.

398. Wie entwickelte sich die christliche Lehre?

In den Predigten trat nach und nach die Erwartung der baldigen Wiederkunft Christi in den Hintergrund. Der Glaube an Leben und Wirken des Sohnes Gottes, an seinen Tod und seine Auferstehung wurde jedoch lebendig erhalten.

Vom Heiligen Geist angeregt, wurden die altkirchlichen Bekenntnisse festgeschrieben. Auf Kirchenversammlungen (Konzilien) wurde die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes und von den zwei Naturen Jesu Christi formuliert und als verbindlich für den christlichen Glauben erklärt.

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.