Das Pfingstfest 2018 begingen die Kirchengemeinden in Süddeutschland mit einem Gottesdienst am Pfingstsonntag, 20. Mai 2018.

Ein Bibelwort aus dem Neuen Testament, Epheser 1,13.14, diente als Predigtgrundlage: „In ihm [Jesus Christus] seid auch ihr, die ihr das Wort der Wahrheit gehört habt, nämlich das Evangelium von eurer Seligkeit – in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist, der verheißen ist, welche ist das Unterpfand unseres Erbes, zu unserer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.“

Dieses Bibelwort enthält die Formulierung „versiegeln“; sie bedeutet in neutestamentlichen Briefen die Übermittlung der Gabe des Heiligen Geistes. Damit bezieht sich das Bibelwort aus dem Pfingstgottesdienst 2018 auf das dritte Sakrament – neben Heiliger Wassertaufe und Heiligem Abendmahl –, das in der Neuapostolischen Kirche gespendet wird.

Die Spendung des Sakraments der Heiligen Versiegelung erfolgt durch Apostel (vgl. Apostelgeschichte 8,12 ff.). Diese vermitteln mit dem Gestus der Handauflegung – gemäß dem biblischen Zeugnis – und unter Gebet dem Empfangenden, der getauft sein muss, im Namen des dreieinigen Gottes die Gabe des Heiligen Geistes.

Bei der Heiligen Versiegelung wird der Getaufte bleibend mit Heiligem Geist erfüllt, das heißt, Gottes Geist hat nun „Wohnung“ in ihm genommen (vgl. Römer 8,9), und so hat er auch Leben, Kraft und Liebe aus Gott empfangen. Ermöglicht der Versiegelte dem Heiligen Geist, sich in ihm zu entwickeln, wächst er im Wesen Jesu Christi (vgl. 2. Korinther 3,18) – dies bildete einen Akzent in der Predigt am diesjährigen Pfingstfest.

Einen weiteren Akzent konnte bei der Wortverkündigung am Pfingstfest der Gedanke sein, dass die Gabe des Heiligen Geistes eine Berufung ist, Jesus Christus zu dienen – also u.a. das gegenwärtige Wirken der Apostel zu bezeugen, auf die Wiederkunft Jesu Christi aufmerksam zu machen, dem Nächsten in der Liebe Christi begegnen.

Bibellesung aus der Apostelgeschichte

Die Bibellesung im Pfingstgottesdienst 2018 erfolgte aus Apostelgeschichte 2,1-13, wo die Ausgießung des Heiligen Geistes geschildert und eine Auswirkung davon beschrieben wird, dass er als Gabe die Glaubenden erfüllte:

„Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

Es wohnten aber in Jerusalem Juden, die waren gottesfürchtige Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. Als nun dieses Brausen geschah, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden. Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, aus Galiläa? Wie hören wir denn jeder seine eigene Muttersprache? Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien und Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asien, Phrygien und Pamphylien, Ägypten und der Gegend von Kyrene in Libyen und Einwanderer aus Rom, Juden und Judengenossen, Kreter und Araber: wir hören sie in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden.

Sie entsetzten sich aber alle und wurden ratlos und sprachen einer zu dem andern: Was will das werden? Andere aber hatten ihren Spott und sprachen: Sie sind voll von süßem Wein.“

Bezirksapostel beim Stammapostel in den USA

Erstmals seit vielen Jahren gab es für die süddeutschen Kirchengemeinden an diesem hohen kirchlichen Feiertag keine Satelliten-gestützte Übertragung des zentralen Pfingstgottesdienstes. Das internationale Kirchenoberhaupt, Stammapostel Jean-Luc Schneider, führte den Pfingstgottesdienst 2018 in den USA durch (mit Übertragung in Nordamerika), und die Bezirksapostel, Leiter der neuapostolischen Gebietskirchen, waren dazu eingeladen.

So war der süddeutsche Bezirksapostel Michael Ehrich wie die weiteren Bezirksapostel bereits Mitte Mai in die USA gereist, wo sie an der zweitägigen internationalen Bezirksapostelversammlung teilnahmen, die vor dem Pfingstwochenende in Washington D.C. stattfand. Außerdem waren die Bezirksapostel am ersten Kirchentag der Neuapostolischen Kirche in den USA dabei, der am Pfingstsamstag ebenfalls in Washington D.C. veranstaltet wurde. Auch der Pfingstgottesdienst wurde dort gefeiert.

Die süddeutschen Apostel feierten mit Gemeinden in ihrem Arbeitsbereich das Pfingstfest 2018.

Was sagt der Katechismus dazu?

Von dem, was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zum im Bibelwort erwähnten Evangelium und insbesondere zur Ausgießung des Heiligen Geistes steht, zitieren wir nachstehend:

275. Was ist der Inhalt des Evangeliums?

Inhalt des Evangeliums ist das Handeln Gottes in Jesus Christus zum Heil der Menschen. Das Evangelium umfasst alles, was Jesus lehrte und was seine Person betrifft, von seiner Geburt bis zu seinem Kreuzestod, seiner Auferstehung und seiner Wiederkunft. Im Evangelium wird deutlich, dass Jesus Christus der einzige Weg zum Heil ist.

276. Wie wird das Evangelium auch genannt?

Das Evangelium wird auch das „Wort vom Kreuz“ (1. Korinther 1,18) und das „Wort von der Versöhnung“ (2. Korinther 5,19) genannt.

517. Wirkte der Heilige Geist schon in der Zeit des Alten Testaments?

Ja, der Heilige Geist als Person der Dreieinigkeit Gottes wirkt wie der Vater und der Sohn von Ewigkeit her. Im Alten Bund erfüllte er einzelne Menschen, die von Gott für bestimmte Aufgaben ersehen waren.

518. Gibt es Hinweise im Alten Testament für die Ausgießung des Heiligen Geistes im Neuen Bund?

Ja, das Alte Testament gibt mehrere Hinweise (z.B. Hesekiel 36,27) darauf, dass Gottes Geist über viele Menschen ausgegossen wird. Ein wichtiger Hinweis findet sich in Joel 3,1.2: „Und nach diesem will ich meinen Geist ausgießen über alles Fleisch, und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Alten sollen Träume haben, und eure Jünglinge sollen Gesichte sehen. Auch will ich zur selben Zeit über Knechte und Mägde meinen Geist ausgießen“ (siehe auch Apostelgeschichte 2,15 ff.).

519. Hat Jesus die Ausgießung des Heiligen Geistes verheißen?

Ja, Jesus verhieß seinen Aposteln mehrfach, den Heiligen Geist zu senden, so zum Beispiel: „Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir“ (Johannes 15,26).

520. Wann erfüllte sich die Verheißung der Ausgießung des Heiligen Geistes?

Zu Pfingsten in Jerusalem erfüllte sich diese Verheißung, als der Heilige Geist auf die Apostel und die Jünger und Jüngerinnen ausgegossen wurde.

582. Wie entstanden die ersten christlichen Gemeinden?

In Jerusalem entstand an Pfingsten die erste christliche Gemeinde (vgl. Apostelgeschichte 2,37 ff.), die allein aus Juden bestand. Aufgrund von Verfolgungen flohen viele Gläubige aus Jerusalem (Apostelgeschichte 8,1; 11,19). In ihrer neuen Umgebung verkündigten sie das Evangelium, das dort auch Glauben fand. So bildeten sich an weiteren Orten christliche Gemeinden.


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.