An Palmsonntag, 29. März 2015, führte Bezirksapostel Michael Ehrich, Präsident der Gebietskirche Süddeutschland, den Weihegottesdienst für die neu gebaute Kirche in Stuttgart-Bad Cannstatt durch.

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    Der Altarraum in der neuen Kirche

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    Bezirksapostel Michael Ehrich weihte das Gebäude zum Gotteshaus

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    Apostel Jürgen Loy hielt die Festansprache ...

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    ... im Festakt am Sonntagabend

Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde das neue Gebäude auf dem bestehenden Kirchengrundstück im Wohngebiet Stuttgart-Bad Cannstatt in der Dennerstraße 104 fertiggestellt und nun zum Gotteshaus geweiht. Es ist die Versammlungsstätte der im Oktober 2014 aus den Gemeinden Stuttgart-Bad Cannstatt und Stuttgart-Neugereut zusammengeführten Gemeinde Stuttgart-Bad Cannstatt (Kirchenbezirk Stuttgart-Bad Cannstatt).

Für die Predigt im Weihegottesdienst verwendete Bezirksapostel Ehrich ein Bibelwort, das zum Palmsonntagsgeschehen spricht, aus dem Matthäus-Evangelium, Kapitel 21, Vers 10: „Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und fragte: Wer ist der?“ Zu einem Predigtbeitrag im Weihegottesdienst rief er Apostel Jürgen Loy, den Leiter des Apostelbereichs Stuttgart, zu dem der Kirchenbezirk Stuttgart-Bad Cannstatt gehört, und den Bezirksältesten Wolfgang Oehler (Kirchenbezirk Stuttgart/Leonberg), dessen Vater als Bischof auch in Stuttgart-Bad Cannstatt gewirkt hatte.

Das Gemeindeorchester und der gemischte Chor der Gemeinde gestalteten den Weihegottesdienst festlich mit. Schon vor Beginn stimmten sie die große Festgemeinde auf das Geschehen ein.

Der Bezirksapostel brachte im Gebet zu Gottesdienstbeginn Dank, Anbetung und Lobpreis Gott dar. Auch im Weiheakt und in der Predigt kam die Dankbarkeit gegenüber Gott, dem Allmächtigen, zum Ausdruck. Ferner dankte der Bezirksapostel der Gemeinde, die mit ihrem Einsatz dazu beigetragen hat, dass die festliche Weihe der Kirche nun erfolgen konnte. Auch wies er darauf hin, dass aufgrund der Opferbereitschaft der neuapostolischen Christen in Süddeutschland die Finanzierung und Realisierung der Kirche ermöglicht wurde. Denn die Kirche finanziert sich selbst; dabei erhebt sie keine Kirchensteuer oder Beiträge, sondern die Mittel stammen aus Spenden und dem, was anonym in die Opferkästen in den Kirchengebäuden gelegt wird. In die Dankesworte des Bezirksapostels waren auch alle am Bau beteiligten Firmen eingeschlossen.

Für die Planung und Bauleitung hatte die Kirche den Architekten Jochen Uhlmann von Mühleisen und Partner (Stuttgart) beauftragt. Verantwortlich für die Projektleitung zeichnet Architektin Katrin Klenk von der Abteilung Bau/Unterhalt der Kirchenverwaltung.

Festakt zur Weihe

Der Festakt zur Weihe der Kirche fand am Sonntagabend statt. Apostel Jürgen Loy, der Leiter des Apostelbereichs Stuttgart, zu dem auch die Gemeinde Stuttgart-Bad Cannstatt gehört, hielt die Festansprache. Auch er dankte allen Beteiligten, die zum Gelingen des Neubaus beigetragen haben. Der Festakt wurde vom Chor der Gemeinde (Dirigent: Matthias Appel) und Instrumentalisten – an der Orgel: Andreas Ostheimer, Fagott: Tabea Brehm, Posaune: Samira Brehm – musikalisch gestaltet. Gotteslob, Dank und Glaubenszuversicht kamen zum Ausdruck, so zum Beispiel im Choralvorspiel über „Jesu, meine Zuversicht“ von Gottfried August Homilius (Fagott, Posaune und Orgel). Dekan Eckhart Schulz-Berg von der evangelischen, der stellvertretende Stadtdekan Monsignore Oliver Lahl von der katholischen Kirche und der Vorsteher des Stadtbezirks Stuttgart-Bad Cannstatt, Bernd-Marcel Löffler, sprachen ein Grußwort. Auch Apostel Volker Kühnle (Apostelbereich Nürtingen), der interimsweise vor einigen Jahren auch den Apostelbereich Stuttgart geleitet hatte, richtete einige Worte an die Versammelten. In das gemeinsame Schlusslied „Ich singe dir mit Herz und Mund, Herr“ (Johann Crüger) kleideten die Festgäste ihre Empfindungen.

Das Gebäude

Baukörper, Gestaltung

Das Gebäude, bestehend aus einem Haupt- und einem Nebenbaukörper, ist in Leichtbeton errichtet. Der Hauptbaukörper wurde verputzt, während der Nebenbaukörper in Sichtbetonqualität blieb. So entstand ein spannender Gegensatz zwischen der glatten Putzfassade und der lebendig wirkenden, an Naturstein erinnernden Sichtbetonoberfläche.

Die für den Sakralraum gewählte ovale Form macht die Besonderheit der sakralen Nutzung deutlich. Im Inneren vermittelt diese weiche, umschließende Gebäudeform Geborgenheit.

Das Gebäude nimmt sich durch seine Form und Höhe zurück – durch die geringere Gebäudehöhe im Vergleich zum vormaligen Kirchengebäude wird die Qualität der Wohn- und Fensteranlagen in der Nachbarschaft verbessert, zumal sich der neue Baukörper nicht direkt an der Grundstücksgrenze befindet.

Die Außenwände haben Fensteröffnungen, die den jeweiligen Anforderungen entsprechend transluszent oder als Glaskunst ausgeführt sind. Die Glaskunst stammt von dem Künstler Kurt Entenmann (Korb). Das teilweise Ablösen der Dachschale von den Außenwänden durch ein Oberlicht erzeugt einen zusätzlichen Lichteinfall. Durch die Lichtführung entstand ein überaus heller, einladender Raum, der die Kirchenbesucher freundlich anmutet.

Die farbliche Gestaltung des gesamten Gebäudes ist sehr harmonisch und hell.

Funktionalität, Raumprogramm

Im Oval befindet sich der Sakralraum mit Empore, auf der die Pfeifenorgel ihren Platz hat. Sie wurde von der Orgelbaufirma Freiburger Orgelbau (March-Hugstetten) gebaut und hat drei Manuale und 19 Register.

Der Sakralraum ist zentraler Raum im Gebäude; er hat ca. 270 Sitzplätze und ist auf den Altarbereich hin ausgerichtet: Der Altar ist der heilige Ort, an dem das Opfer Christi verwaltet, die Sakramente der Kirche gespendet werden und von dem aus die Wortverkündigung erfolgt. Gestaltet wurde der Altar in der Bad Cannstatter Kirche in Wurzelholz.

In dem Nebenbaukörper, einem niedrigen Flachdachbau, der sich an einer Seite an das Oval anschließt, finden die Aktivitäten des Gemeindelebens statt. Hier sind außer der Sakristei die Mehrzweckräume angeordnet, die für die Sonntagsschule und die kirchlichen Unterrichte, für Jugendabende, Gemeinde- und Seniorenzusammenkünfte usw. genutzt werden können. Auch eine Teeküche ist hier untergebracht.

Für die verschiedenen Nutzungen können die Mehrzweckräume und die Sakristei jeweils untereinander oder zu einem großen Raum verbunden werden. Diese Räumlichkeiten sind zu den hinter der Kirche liegenden Außenanlagen ausgerichtet. Der Platz vor der Kirche wurde ebenfalls neu gestaltet und hat nun mehr Aufenthaltswert.

Das Foyer öffnet sich nach vorn, zum Kirchplatz; der Nebenbaukörper öffnet sich zu der im hinteren Grundstücksteil gelegenen Außenanlage. Deren ursprünglicher Baumbestand blieb erhalten. Aufgewertet mit einer kleinen Terrasse mit Bank, kann die Außenanlage jetzt optimal für Gemeindeaktivitäten im Freien genutzt werden.