Am Erntedank-Sonntag, 7. Oktober 2018, hatten die neuapostolischen Christen, die zur Gemeinde Wiesloch (Kirchenbezirk Heidelberg) gehören, doppelt Grund zur Dankbarkeit: Sie feierten mit Bezirksapostel Michael Ehrich den Weihegottesdienst für ihre neue Kirche.

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    Die neue Kirche in Wiesloch (Kirchenbezirk Heidelberg)

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    Bezirksapostel Michael Ehrich am Altar

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    Vor dem neuen Kirchengebäude

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    Chor und Kinderchor tragen gemeinsam ein Lied vor

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    Apostel Samuel Oppong-Brenya (im Bild rechts) und der Übersetzer

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    Der gemischte Chor der Gemeinde

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    Apostel Geoffrey Nwogu (im Bild rechts) mit dem Übersetzer

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    Dekoration zu Erntedank aus Früchten

Der Neubau wurde am westlichen Ortsrand von Wiesloch, in der Alten Heerstraße 11, errichtet. Er ist gottesdienstliche Versammlungsstätte für die Gemeinden Wiesloch, Walldorf und Wiesloch-Baiertal, die an diesem Sonntag zur neuen Gemeinde – mit dem Namen „Wiesloch“ – zusammengeführt wurden. Mit den Nebenräumen erfüllt die neue Kirche zudem die Funktion eines Gemeindehauses.

Der Bezirksapostel, Leiter der Gebietskirche Süddeutschland, brachte zur Kirchenweihe den Wunsch zum Ausdruck, die neue Kirche möge „ein Ort der Begegnung von Gott und Mensch sein – eine Stätte, an der man Gott dankt und an der seine Gegenwart wahrgenommen wird“. In großer Dankbarkeit und Freude erlebte die Gemeinde den Weihegottesdienst, der zugleich Erntedankgottesdienst war und in dem das Lob Gottes als Schöpfer der irdischen und geistlichen Schöpfung einen bedeutenden Akzent bildete.

Ein starkes Zeichen des Glaubens

Ein Kirchenneubau sei heute nicht mehr selbstverständlich, so der Bezirksapostel vor dem Vollziehen des Weiheaktes, und er dankte von Herzen den Kirchenmitgliedern aus Süddeutschland, die durch ihre finanziellen Opfer den Kirchenneubau ermöglichten. Mit einem Kirchenbau werde „ein ganz starkes Zeichen“ des Glaubens gesetzt, indem man einen Raum schaffe, wo Gott angebetet und das Evangelium verkündet werden könne. Zugleich sei es ein Zeichen gegen eine „Über-Ökonomisierung“, bei der sich alles ums Materielle zu drehen scheine.

Als Bibelwort für die Wortverkündigung hatte der Bezirksapostel im Hinblick auf die Kirchenweihe Psalm 122,3 gewählt: „Jerusalem ist gebaut als eine Stadt, in der man zusammenkommen soll“. Das Bild der Stadt Jerusalem erläuterte er zum einen als Stätte der Begegnung mit Gott im Gottesdienst – dies sei „Grundanliegen“ der christlichen Gemeinden seit jeher. In diesem Zusammenhang erinnerte der Bezirksapostel auch an die Christen, die sich nicht in allen Ländern frei und ohne Angst zum Gottesdienst versammeln können. Zum anderen verwies er auf das „himmlische Jerusalem“, die ewige Gemeinschaft mit Gott, auf die sich die Glaubenden vorbereiten.

Mit Gottes Gaben verantwortungsvoll umgehen

„Das Geheimnis des Lebens ist nach wie vor in Gottes Hand“, sagte der Bezirksapostel, der Erntedank als vermutlich ältestes Fest der Menschen bezeichnete. Zu allen Zeiten habe man von dem gelebt, was die Erde hervorgebracht habe. Der Schöpfer, der Entwicklungskraft in die Erde gelegt habe, halte seine Hand über ihren Bestand und lenke sie.

Der Bezirksapostel rief dazu auf, mit dem, was wir Menschen an Gaben von Gott empfangen, dankbar, wertschätzend und verantwortungsvoll umzugehen.

Mit Gaben aus der Hand Gottes, mit dem, was der Schöpfer Menschen anvertraut habe, seien immer auch Aufgaben verbunden, und die Glaubenden dürften nicht nur auf sich selbst schauen: „Die Gaben, die er uns gibt, sollen uns auch Verpflichtung sein, anderen mitzuteilen bzw. mit ihnen zu teilen.“

Feierliche Gottesdienst-Mitgestaltung

Die Sängerinnen und Sänger des Gemeindechors einschließlich eines Kinderchores sowie ein Orchester gestalteten den Gottesdienst musikalisch mit.

Zur weiteren Wortverkündigung rief der Bezirksapostel Apostel Geoffrey Nwogu aus Nigeria und Apostel Samuel Oppong-Brenya aus Ghana. Die beiden Apostel waren zur Afrikakonferenz angereist und begleiteten den Bezirksapostel zu diesem Gottesdienst, wie auch Apostel Herbert Bansbach, der Leiter des Apostelbereichs Karlsruhe, zu dem der Kirchenbezirk Heidelberg zählt.

In dem Gottesdienst – der auch in die Kirche Heidelberg-Werderstraße übertragen wurde – führte der Bezirksapostel zudem zwei Ordinationen durch; er ordinierte Ralf Kneisel zum Bezirksevangelisten für den Kirchenbezirk Heidelberg und Klaus Egolf zum Hirten. Letzterer hatte 21 Jahre als Bezirksevangelist gewirkt, er ist nun als Gemeindevorsteher in der zusammengeführten Gemeinde Wiesloch beauftragt.

Die Gemeinde hat 400 Mitglieder. Der Gemeindevorsteher wird in der Seelsorge von zehn weiteren priesterlichen Amtsträgern und neun Diakonen unterstützt. Er hatte in seinem Grußwort zur Kirchenweihe zum Ausdruck gebracht: „Der Bau unseres Kirchengebäudes ist nun beendet, aber der Bau der Gemeinde – als Teil der Kirche Christi – geht weiter.“

Die Gemeinde Wiesloch gehört zum Kirchenbezirk Heidelberg (Apostelbereich Karlsruhe). Der Festakt zur Einweihung wird am Montag, dem 22. Oktober 2018, begangen (Bericht – auch über das Gebäude – folgt).

Was sagt der Katechismus dazu?

Von dem, was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ dazu ausgeführt wird, zitieren wir hier.