Eine neue Kirche wurde in 72124 Pliezhausen errichtet, auf dem bestehenden Kirchengrundstück in der Bachstraße 40. Sie ist gottesdienstliche Versammlungsstätte und mit den Nebenräumen auch Gemeindehaus für die nun zusammengeführten Kirchengemeinden Pliezhausen, Pliezhausen-Rübgarten und Walddorf (Kirchenbezirk Reutlingen-West).

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    Die neue Kirche in der Bachstraße in Pliezhausen

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    Blick auf den Altar in der neuen Kirche in Pliezhausen

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    Die Wände im Kirchenschiff sind aus Sichtbeton

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    Fensterdetail im Kirchenschiff

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    Die Orgel ist in die Rückwand des Kirchenschiffs integriert

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    Der Gottesdienst mit Weiheakt fand am Sonntag, 2. Oktober 2016, statt

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    Der gemischte Chor der Gemeinde Pliezhausen

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    Bezirksapostel Michael Ehrich am Altar in Pliezhausen

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    Apostel Volker Kühnle

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    Im Gottesdienst wurde das Sakrament der Heiligen Versiegelung gespendet

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    Am Abend des Erntedanksonntags fand der Festakt statt

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    Apostel Volker Kühnle, Leiter des Apostelbereichs Nürtingen, beim Festakt

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    Der Bezirksvorsteher, Bezirksältester Alfred Haar, führte durch den Abend

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    Antonia Krug spielte am Klavier ein Stück von Johann Sebastian Bach

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    Der Vorsteher der Gemeinde Pliezhausen, Hirte Rudi Benz

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    Christopf Dold, der Bürgermeister der Gemeinde Pliezhausen

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    Silke Höflinger, die Bürgermeisterin der Gemeinde Walddorfhäslach

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    Ein Mammutbaum aus dem Gemeindewald als Geschenk aus Walddorfhäslach

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    Architekt Prof. Raff (rechts) und Architekt Johannes Weiß (Bildmitte)

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    Claudia Misselwitz und Peter Pfanner spielten das Lied "Hallelujah" von Leonard Cohen

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    Pastor Ulrich Ziegler von der evangelisch-methodistischen Gemeinde in Pliezhausen

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    Andreas Ostheimer, der Orgelsachverständige stellte die neue Orgel vor

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Weihegottesdienst und Festakt

Den Weihegottesdienst feierte Bezirksapostel Michael Ehrich, der die Gebietskirche Süddeutschland leitet, am Sonntagvormittag, 2. Oktober 2016 mit der Gemeinde und zahlreichen Festgästen; die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Das Bibelwort für die Predigt im Weihegottesdienst nahm der Bezirksapostel aus dem Alten Testament, Psalm 104, aus 1 und 14: „Lobe den Herrn, meine Seele! […] Du lässest Gras wachsen für das Vieh und Saat zu Nutz den Menschen, dass du Brot aus der Erde hervorbringst“.

Er gab der Gemeinde auch ein besonderes Wort für die Zukunft mit auf den Weg: "Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar." (Psalm 84,5)

Zu einem Predigtbeitrag wurde Apostel Volker Kühnle, der Leiter des Apostelbereichs Nürtingen, zu dem die Gemeinde Pliezhausen gehört, gerufen. Die Sängerinnen und Sänger des Gemeindechors umrahmten mit ansprechenden musikalischen Vorträgen diesen Festgottesdienst.

Mit Vertretern der Kommune, der am Bau beteiligten Firmen, der anderen Kirchen am Ort, mit Freunden und Anwohnern wurde am Abend der Festakt begangen. Apostel Volker Kühnle sprach ein Grußwort. Auch Christof Dold, Bürgermeister der Gemeinde Pliezhausen, und Silke Höflinger, Bürgermeisterin der Gemeinde Walddorfhäslach, richteten Grußworte an die Festakt-Teilnehmer, ebenso Pastor Ulrich Ziegler von der evangelisch-methodistischen Kirche, der stellvertretend für alle anwesenden Kirchenvertreter aus dem Ort sprach. Prof. Hellmut Raff, der Leiter des beauftragten Architekturbüros Ackermann + Raff aus Stuttgart, gab Erläuterungen zum Gebäude und zum Entwurfsgedanken.

Andreas Ostheimer, beauftragter Orgelsachverständiger in der Gebietskirche, gab einige Erläuterungen zur neuen Orgel, bevor er diese mit einem passenden Musikstück vorstellte. Nach den Schlussworten und Gebet durch Apostel Kühnle und dem gemeinsam gesungenen Lied „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren“ endete der feierliche Festakt.

Der Kirchenneubau

Als markantes Gebäude in exponierter Lage tritt die neue Kirche am Rande des Grünzugs mitten in Pliezhausen in Erscheinung. Als skulpturaler Baukörper ist die Kirche bewusst von der angrenzenden Wohnbebauung abgesetzt. Der winkelförmige Grundriss definiert einen Vorplatz gleichsam als einladende Geste in Richtung Grünzug; eine großzügige Treppenanlage bindet den Platz an die Bachstraße an.

Für die Planung und Bauleitung war das Architekturbüro Ackermann + Raff aus Stuttgart beauftragt. Die Projektleitung hatte Architekt Stephan Pfäffle von der Abteilung Bau/Unterhalt der Kirchenverwaltung der Gebietskirche Süddeutschland übernommen.

Baukörper, Gestaltung und Raumprogramm

Die Dachform einer Sattelfläche folgt im rückwärtigen Bereich dem Hangverlauf und bildet einen Hochpunkt als markantes Zeichen an der Bachstraße. Das Kirchenschiff wird durch das steil aufsteigende Dach zum Altar hin gekennzeichnet.

Das Foyer öffnet sich zum Vorplatz, von hier aus werden alle Räume direkt erschlossen. Im bedeutendsten Raum des Gebäudes, dem Kirchenschiff, ist der Altar der zentrale Bereich. An diesem heiligen Ort werden die Sakramente gespendet. Der Altar hat eine doppelte Funktion, er ist auch der Ort der Wortverkündigung. (Es gibt keine Kanzel, Bibellesungen werden zumeist von einem Lesepult aus vorgetragen.)

Eine frei in den Raum eingestellte Wand bildet den Hintergrund für den Altarbereich, der sich als etwas erhöhte Plattform L-förmig in das Kirchenschiff erweitert. Der Altar und die eingestellte Altar-Wand, in die das christliche Kreuz eingearbeitet ist, sind in Eiche ausgeführt.

Über ein Ober- und ein Seitenlicht wird eine sakrale Lichtstimmung im Altarbereich erzeugt. Einzelfenster mit tiefen Laibungen an der Seitenwand sorgen für Lichtakzente im Kirchenschiff. Es bietet Sitzplätze für 250 Personen, Reihenbestuhlung mit Kirchenbänken.

Eine zweimanualige Orgel mit neun Registern wurde eingebaut. Sie ist gegenüber dem Altar auf der Mittelachse des Kirchenschiffs positioniert. Architektonisch ist die Orgel in die Kirchenschiff-Rückwand integriert, Wandverkleidung und Orgelgehäuse bestehen aus demselben heimischen Holz (Eiche).

Überhaupt ist die konsequente Beschränkung auf wenige Materialien, die in ihrer Eigenschaft weitgehend roh belassen wurden und somit auch eine gewisse Verbindung zu der angrenzenden Naturlandschaft mit Obstbaumwiesen herstellen, kennzeichnend für das Gebäude. Die Fassade aus gefärbtem Leichtbeton ist in Sichtbetonqualität ausgeführt. Im Gebäude-Inneren ist bei der Holzvertäfelung im Altarbereich, der Orgel, den Fenstern bis hin zu den Kirchenbänken durchgängig Eiche verwendet.

Den Glaubenden ist die Gottesdienstteilnahme wichtig, und so freuen sich Familien mit Kleinkindern, die den Kinderwagen mitbringen, und gehbehinderte Gottesdiensteilnehmer, die einen Rollator oder Rollstuhl nutzen, dass Barrierefreiheit besteht. Auch wurde eine Behindertentoilette eingebaut.

Außer dem Kirchenschiff gibt es drei weitere Räume: die Sakristei sowie zwei Mehrzweckräume. Sie können beispielsweise für die kirchlichen Unterrichte genutzt werden. Dies ist zum einen die parallel zum Sonntagsgottesdienst stattfindende Sonntagsschule, ein überwiegend an Grundschüler/-innen gerichtetes Angebot, die altersgemäß mit dem Wirken Gottes vertraut gemacht werden. Zum anderen die sogenannte Vorsonntagsschule, in der Vorschulkinder ab drei Jahren spielerisch und kindgerecht an christliches Glaubensgut herangeführt werden. Auch der kirchliche Religionsunterricht und der Konfirmandenunterricht können in den Nebenräumen stattfinden.

Da die Kirche auch für das Gemeindeleben im Sinne eines Gemeindehauses genutzt wird, sind die Mehrzweckräume auch hierfür vorgesehen. Daher wurde auch eine Teeküche eingebaut, um die Nutzung für Gemeindeaktivitäten wie Zusammenkünfte nach dem Gottesdienst, Seniorennachmittage mit Kaffee und Kuchen, Jugendtreffen und Gemeindefeste zu ermöglichen.

Der Kirchplatz

Vor dem Gebäude ist ein großzügig wirkender Kirchplatz entstanden. Um den barrierefreien Zugang zur Kirche zu gewährleisten, verläuft am westlichen Rand eine Rampe, die bis zum Eingang des Kirchengebäudes führt. Damit sind auch die zur Verfügung stehenden Parkplätze barrierefrei angebunden. Die Mehrzahl der Parkplätze befindet sich im rückwärtigen Bereich des Grundstücks und ist über einen Weg entlang der Obstbaumwiese mit dem Kirchplatz verbunden.

Die Obstbaumwiese kann als Erweiterung der Freibereiche genutzt werden, beispielsweise als Spielwiese bei Sommerfesten der Gemeinde.