Im Rahmen des Auszeichnungsverfahrens „Beispielhaftes Bauen – Stadt Pforzheim und Enzkreis“ wurde das Kirchengebäude in Maulbronn prämiert.

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    Das neue Kirchengebäude in Maulbronn

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    Freude über die Auszeichnung bei Vertretern des Bauherrn*

Am 25. Januar 2018 fand im Reuchlinhaus in Pforzheim im Rahmen einer Feierstunde die Urkundenverleihung sowie die Eröffnung der Ausstellung „Beispielhaftes Bauen. Stadt Pforzheim und Enzkreis 2011 – 2017“ statt.

„Wir freuen uns gemeinsam mit dem Architekturbüro baurmann.dürr über die Anerkennung der Architektenkammer Baden-Württemberg“, so Architekt Stephan Pfäffle von der Abteilung Bau/Unterhalt des Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums (VDZ) der Gebietskirche Süddeutschland. Das Projektmanagement für den Kirchenneubau in Maulbronn (Kirchenbezirk Bretten, Apostelbereich Karlsruhe) wurde von ihm und weiteren Mitarbeitern des VDZ verantwortet. Die Architekten Prof. Henning Baurmann und Martin Dürr (Karlsruhe) waren mit der Planung und Bauleitung beauftragt.

Geweiht wurde die neue Maulbronner Kirche in einem Festgottesdienst, den Bezirksapostel Michael Ehrich am Sonntag, 13. August 2017, mit der Gemeinde feierte. Den Festakt zur Einweihung, bei dem die neue Kirche der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, beging die Gemeinde mit vielen Gästen am 22. September 2017.

„Beispielhaftes Bauen“

Das Kirchengebäude besteht aus einem Kubus – mit dem Kirchenschiff – sowie einem niedrigeren Baukörper mit Nebenräumen (Sakristei und zwei Mehrzweckräume).

Das Zentrum des Kirchengebäudes bildet das Kirchenschiff. Baulich betont wird dies in einem klaren Erscheinungsbild durch eine umlaufende Glasfassade im oberen Bereich des Kirchenschiffs. Durch diesen transluzenten Aufbau erfährt das Kirchenschiff seine transzendente Wirkung. Die Fassade dieses Kubus – der sich auch durch seine Höhe vom Gesamtgebäude absetzt – leuchtet bei Gottesdiensten am Abend in den Stadtraum hinein und erscheint je nach Blickwinkel und Lichtverhältnissen mal flächig glänzend, mal zart und filigran strukturiert. Die Glasfassade lässt nicht nur Licht ins Kirchenschiff, sondern ist zugleich eine transparente Wärmedämmung.

Das scheibenförmige Holztragwerk und die Reduzierung auf wenige Materialien tragen zu einer hellen und ruhigen Raumwirkung auch im Gebäudeinneren bei.

Die Jury der Architektenkammer begründete die Auszeichnung des Kirchengebäudes folgendermaßen: „Die Kirche zeichnet sich dadurch aus, dass sie in einer denkbar einfachen Form, dem Kubus, auf beispielhafte Art und Weise die Komplexität der christlichen Glaubenserfahrung auszudrücken vermag. Der vom Parkplatz in den Gottesdienstraum führende Schneckenweg beschreibt mustergültig eine Pilger- und Konzentrationserfahrung, wie sie auch in den wunderbaren Labyrinthen gotischer Kathedralen gedacht war. Die zarte und mit größter Sorgfalt ausgeführte Konstruktion und Dekoration des Außen- wie des Innenraums, die in der Betonschichtung der Altarmensa gipfelt, im Einklang mit einem subtilen Zusammenspiel von künstlichem und natürlichem Licht erlaubt eine Transluzenzerfahrung, die den Kirchenbau einzigartig macht.“

Das Kirchengebäude befindet sich an exponierter Lage am Kreisverkehr am Ortseingang von Maulbronn und muss, so erläuterte es Architekt Martin Dürr, städtebaulich ein sakrales Zeichen setzen, einladend wirken und sich doch gegen den Kreisverkehr mit seinem Verkehrslärm abschirmen. Mit der Auszeichnung honorierte die Architektenkammer Baden-Württemberg, dass dies gelungen ist.

 

* v.l.n.r.: Architekt Joachim Raff (Leiter der Abteilung Bau/Unterhalt), Bischof Jörg Vester (Apostelbereich Karlsruhe), Hirte Hartmut Schöpp (Vorsteher der Gemeinde Maulbronn) und Architekt Stephan Pfäffle