Aufbau von Seminaren für Sonntagsschul-Lehrkräfte in Afrika

Ein Artikel in nac.today, dem internationalen Online-Nachrichtenmagazin der Neuapostolischen Kirche, handelt von Seminaren für Sonntagsschullehrer in afrikanischen Kirchengemeinden, exemplarisch in westafrikanischen Ländern des Arbeitsbereichs von Bezirksapostel Michael Ehrich.

Der am 2. Mai 2018 publizierte Artikel trägt den Titel „Warum ein Lehrer im Tuch an der Decke baumelt“ und spielt damit auf eine wichtige Methodik in der Sonntagsschule an: Erzählen, das von handelnden Elementen begleitet und unterstrichen wird, und vor allem Rollenspiele.

Es gibt in den Kirchengemeinden in Afrika viele Kinder, und wie in den Gemeinden in Süddeutschland sollen sie durch einen kindgerechten, anschaulichen Sonntagsschul-Unterricht, der ihrem Verständnis angemessen ist, mit biblischen Inhalten bekannt gemacht und im Glauben an Gottes Wirken und seine Verheißungen gefördert werden. Auch der Ablauf der Gottesdienste, die Bedeutung der Sakramente und Segenshandlungen sowie der kirchlichen Feiertage sind Themen in der Sonntagsschule.

Im afrikanischen Arbeitsbereich des Bezirksapostels Ehrich wird derzeit noch das Ausbildungsprogramm der Lehrkräfte von Süddeutschland aus unterstützt. Bezirksältester Wolfgang Oehler, der im Auftrag des Bezirksapostels mehrmals jährlich in elf dieser Länder reist, stand der Redaktion von nac.today dazu Rede und Antwort. Dabei sprach er auch das Ziel an, dass bis 2020 Lehrkräfte vor Ort das Ausbildungsprogramm selbstständig übernehmen sollen. Er ist sich sicher: „Das werden wir schaffen! Wir haben schon heute ausgezeichnete und hoch motivierte Tutoren!“

In Süddeutschland findet Sonntagsschule parallel zum Sonntagsgottesdienst statt. Die Kinder nehmen regelmäßig am Heiligen Abendmahl in der Gemeinde teil. Eingeladen in die Sonntagsschule sind Kinder ab Eintritt in die Schule (für Vorschulkinder gibt es das Angebot der sogenannten Vorsonntagsschule).

Was sagt der Katechismus dazu?

Was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zu den kirchlichen Unterrichten und zum Kindergottesdienst ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:

694. Was ist Ziel der kirchlichen Unterrichte?

In den kirchlichen Unterrichten werden die Heranwachsenden mit Glaubensinhalten vertraut gemacht und angeleitet, ihr Leben verantwortungsbewusst vor Gott zu führen. Dieses Ziel leitet sich aus dem Evangelium Jesu Christi ab. Zudem werden die Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Heranwachsenden gefördert.

Das Unterrichtsangebot ist auf Alter und Entwicklungsstufe der Kinder abgestimmt.

695. Was ist Aufgabe der Vorsonntagsschule?

Die Vorsonntagsschule hat das Ziel einer kindgemäßen Hinführung zu Gott und seinem Wirken. So können schon die noch nicht schulpflichtigen Kinder eine vertrauensvolle Beziehung zu Gott entwickeln. In der Vorsonntagsschule geht es nicht in erster Linie um Wissensvermittlung. Vielmehr soll Geborgenheit geschenkt und Freude am Glauben in die Herzen der Kinder gelegt werden.

696. Was ist Aufgabe der Sonntagsschule?

Mit Eintritt in die Schule bzw. in das schulpflichtige Alter besuchen Kinder die Sonntagsschule. Aufgabe der Sonntagsschule ist:

  • die Freude an der Gemeinschaft der Gotteskinder sowie an den Gottesdiensten zu wecken und zu stärken,
  • den Kindern anhand von biblischen Geschichten altersgerecht Gottes Wirken zu vermitteln,
  • den Glauben an göttliche Verheißungen zu festigen,
  • den Kindern den Ablauf des Gottesdienstes, die Bedeutung der Sakramente, Segenshandlungen und der kirchlichen Feiertage zu erklären.

697. Was ist Inhalt und Ziel der Kindergottesdienste?

Zusätzlich zur Sonntagsschule finden von Zeit zu Zeit in kleinerem oder größerem Rahmen Kindergottesdienste statt. Das Wort Gottes wird durch priesterliche Amtsträger entsprechend dem Verständnis der Kinder vermittelt. Die Amtsträger helfen so den Kindern, Gott und sein Werk zu verstehen. Was die Kinder aus dem eigenen Erleben nachvollziehen können, wird zu einer Grundlage des Glaubens auf ihrem Lebensweg.

Der Kindergottesdienst geht auf die Bedürfnisse der Kinder ein. Sie fühlen sich verstanden, geborgen und geliebt. Es ist für sie ein besonderes Erlebnis, in ihrem Kreis Gottesdienst und dabei das Heilige Abendmahl zu feiern.

698. Was ist Aufgabe des kirchlichen Religionsunterrichts?

Im Religionsunterricht lernen die Kinder durch Berichte von Erfahrungen, die Menschen mit Gott machten: Die Heilsgeschichte wird mit Bezug auf das Glaubensleben der Kinder behandelt. Glaubensinhalte werden vertieft, Erkenntnisse gefördert und Zusammenhänge des göttlichen Heilsplans erläutert. So werden den Kindern Werte vermittelt, die Bestand haben.

Im Weiteren soll der Religionsunterricht sie in die Lage versetzen, ihren Glauben freimütig zu bekennen.

699. Was ist Aufgabe des Konfirmandenunterrichts?

Im Konfirmandenunterricht werden die Heranwachsenden darauf vorbereitet, bei der Konfirmation vor der Gemeinde ihr Treuegelübde Gott gegenüber abzulegen und als mündige Christen die Verantwortung für ihr Glaubensleben zu übernehmen. Inhaltlicher Schwerpunkt des Konfirmandenunterrichts ist die Beschäftigung mit dem Glaubensbekenntnis, dem Vaterunser und den Zehn Geboten.


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.