Um 11:00 Uhr am Vormittag begann der Gottesdienst, der das zentrale Element am Jugendtag 2016 in Stuttgart bildete.

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    Bezirksapostel Ehrich

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    Apostel Falk

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    Apostel Otten

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    Bischof Göhlmann

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Ab 10:00 Uhr hatten fast alle der 6.600 Gottesdienstteilnehmer mit gemeinsamen Liedern, die Gottes Größe, Güte und Gnade preisen, auf den Gottesdienst eingestimmt. Auch das Lied vor der Wortverkündigung, in englischer und deutscher Sprache, wechselnd vorgetragen von Männern, Frauen und allen miteinander, war ein Lobgesang auf Jesus Christus, den Heiland: „Blessed assurance, Jesus is mine!“ – „Seliges Wissen: Jesus ist mein!“

Bezirksapostel Michael Ehrich, der den Gottesdienst leitete, legte der Predigt das Bibelwort Lukas 20,25 zugrunde: „Er [Jesus Christus] aber sprach zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“

Sich Gott anheimgeben

Bei der Erläuterung des geschichtlichen Hintergrunds und des Kontexts des Bibelworts wies der Bezirksapostel darauf hin, dass Jesus mit seiner Antwort zwar darauf verwiesen habe, das zu erfüllen, was nach menschlichem Recht dem Kaiser zustand, dass er aber mit dem zweiten Teil der Antwort („Gott geben, was Gottes ist“) auf eine ganz andere Ebene gezielt habe: „Er sagte damit mit anderen Worten: Der Mensch gehört Gott, deshalb muss er sich auch Gott anheimgeben.“

Eine Machtfrage

Konkret auf die Jugendtags-Gemeinde bezogen, erklärte der Bezirksapostel: „Es geht um die Frage: Wer regiert in dir? Wer hat in dir und über dich das Sagen?“ Die Frage, wer Macht über einen persönlich habe, sei vielschichtig und nicht einfach zu beantworten, und oftmals gebe es da auch ein gewisses Ringen.

Man müsse Zeit investieren für das Irdische, sich engagieren, um allen Anforderungen gerecht zu werden: „Wir stehen mitten im Leben und haben auch unsere Aufgaben zu erfüllen.“ Dabei aber gelte es, nicht das Wesentliche aus dem Auge zu verlieren. Wesentlich sei – und dabei erinnerte der Bezirksapostel an das Konfirmationsgelübde –, dagegen anzukämpfen, in Sünde zu fallen, dem Bösen Widerstand zu leisten und sich zu Gott hinzuwenden und Gott treu zu sein, nicht nur über eine gewisse Zeit, sondern bis ans Ende.

Schlüssel zu einem gelingenden Leben

„Wer dem Herrn treu ist, der lebt mit dem Herrn“, zeigte der Bezirksapostel den inneren Zusammenhang zum Jugendtags-Motto auf. „Du bist Eigentum Gottes. Nimm ihn in dein Leben und weihe ihm auch dein Leben.“

Sich Gott zu geben, sei der Schlüssel zu einem gelingenden Leben und auch zum Segen Gottes in vielfältiger Weise.

„Etappensiege“ erringen

Der Gast aus einer anderen Gebietskirche, Apostel Uli Falk aus Norddeutschland, der zu einem Predigtbeitrag gerufen wurde, unterstrich, die Entscheidung, bewusst mit Christus zu leben, bedeute, sich an Jesus Christus auszurichten und sich zu bemühen, ihm immer ähnlicher zu werden. Er ermunterte, nach „Etappensiegen“ beim Bekämpfen eigener Schwächen und Fehler zu streben. Da könne man sich zum Beispiel zunächst vornehmen, freundlicher zu sein, und nach Erringen dieses „Etappensiegs“ den nächsten angehen und sich bemühen, ein bisschen den Menschen zugewandter, offener und toleranter zu werden.

Pflichterfüllung – Lebenserfüllung

Apostel Franz-Wilhelm Otten, der Gast aus Nordrhein-Westfalen, nannte in seinem Predigtbeitrag Dank, Anbetung, Ehre, Treue als Beispiele, was Gott gebühre. Geben, „was des Kaisers ist“ – das sei Pflichterfüllung, weil alle Teil der Gesellschaft seien; geben, „was Gottes ist“ – das sei Lebenserfüllung. Man könne nach vielen Dingen streben, aber ein wirklich erfülltes Leben haben könne man nur bei Jesus Christus, nirgendwo anders. Mit Jesus Christus und dem Evangelium zu leben bedeute, alles, was den Alltag auch heute ausmache, damit abzugleichen. „Obwohl das Evangelium schon 2.000 Jahre alt ist, ist darin alles abgedeckt; wir finden darin Antworten auf unsere Fragen.“

Nicht aufgeben

Bischof Udo Göhlmann aus dem Apostelbereich Nürnberg, der sich viele Jahre in der süddeutschen Arbeitsgruppe „Jugendtage“ engagiert hat und wegen Erreichens der Altersgrenze in absehbarer Zeit in den Ruhestand treten wird, wurde ebenfalls um einen Predigtbeitrag gebeten. Er wies darauf hin, dass man nicht als Sieger in einen Kampf hinein-, jedoch als Sieger aus einem Kampf hervorgeht. Es brauche immer wieder neu Anstrengung in den verschiedenen Verhältnissen, und wenn einem eben nicht alles gelinge, sei das Wissen tröstlich, dass Gott das Herz ansehe und das Bemühen, das Kämpfen. „Und darum wollen wir nicht aufgeben!“

„Emotionaler Einstieg“

Monatelang hatten Jugendliche aus dem Apostelbereich Heilbronn am „emotionalen Einstieg“ in den Jugendtag gearbeitet. Dass sich die Arbeit gelohnt und sie mit ihrer Präsentation zum Einstieg in den Jugendtag, eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn, richtig lagen, zeigte sich auch daran, dass sich die Atmosphäre zu andächtiger Stille wandelte – die Messehalle wurde zur heiligen gottesdienstlichen Stätte.

„Gottes Schöpfung ist vielfältig, und auch unser Leben“, war der Grundgedanke der Präsentation, ein Filmprojekt mit live präsentierten Stimmungsbildern. Dabei ging es um das Erleben vielfältiger Situationen Jugendlicher und die Frage, welche Rolle Gott in der Gegenwart des Einzelnen, in Freude und Traurigkeit, in Angst und Liebe spielt. Sechs Kartons symbolisierten eine Stimmungslage und Situation (gekennzeichnet mit groß angebrachten „Emoji“-Piktogrammen) und wurden von Jugendlichen auf die Bühne getragen. Das letzte Stimmungsbild wies auf Glaube und Gotterleben hin.

Videoausschnitte aus dem Gottesdienst werden auf der Jugendtags-Webseite publiziert.