Der Gottesdienst am dritten Sonntag im Advent 2017 war Jesus Christus als dem Sohn Gottes gewidmet.

Der Sohn Gottes, dessen Menschwerdung und Ankunft auf Erden wir am Weihnachtsfest feiern, blieb wahrer Gott und wurde zugleich wahrer Mensch. Auf seine Geburt bezog sich das Bibelwort, das der Predigt am dritten Adventssonntag, 17. Dezember 2017, zugrunde lag: „Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen.“ (Galater 4,4.5)

Als Mensch war Jesus Christus ohne Sünde, der nach dem Willen Gottes lebte. Ihn sollen die Glaubenden als Vorbild nehmen und ihm nachfolgen.

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Was sagt der Katechismus dazu?

Nachstehend zitieren wir aus dem, was im 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zu Jesus Christus – wahrer Mensch und wahrer Gott – gesagt wird:

28. Was ist Grundlage und Inhalt des christlichen Glaubens?

Christen glauben an den einen Gott – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Der Glaube an den dreieinigen Gott ist durch Jesus Christus den Menschen zugänglich geworden.

Der Sohn, Jesus Christus, sprach von seinem himmlischen Vater, an den die Menschen glauben sollen. Mehrfach bezeugte Gott, der Vater, dass Jesus Christus sein Sohn ist (Lukas 3,22; 9,35).

Schließlich verhieß Jesus Christus, dass der Heilige Geist als Tröster und Beistand kommen werde.

93. Wer ist Gott, der Sohn?

Gott, der Sohn, ist die zweite Person des dreieinigen Gottes. Zwischen Gott, dem Vater, und Gott, dem Sohn, gibt es keine Abstufung, auch wenn die Begriffe „Vater“ und „Sohn“ dies nahelegen könnten. Vater und Sohn sind gleichermaßen wahrer Gott, sie sind wesensgleich.

102. Was bedeutet: „Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns …“?

In Johannes 1,14 wird ausgesagt, dass der Gottessohn (das „Wort“) „Fleisch“, also wirklicher Mensch, geworden ist. Er wurde in Betlehem geboren, er wuchs in Nazareth auf und lernte dort den Beruf des Zimmermanns. Er starb in Jerusalem: Auf Golgatha wurde er gekreuzigt.

103. War Jesus Christus als Mensch den anderen Menschen gleich?

Ja, Jesus Christus war seiner menschlichen Natur nach den anderen Menschen gleich. In seinem Menschsein hatte er einen Leib und entsprechende Bedürfnisse. Er hungerte, als er in der Wüste war; er hatte Durst, als er zum Jakobsbrunnen kam. Er freute sich auf der Hochzeit zu Kana mit den Fröhlichen. Er litt mit den Traurigen und weinte, als sein Freund Lazarus gestorben war. Ebenso weinte er, als er vor Jerusalem stand und die Menschen ihn nicht als den Gottessohn erkannten. Er litt Schmerzen unter den Schlägen der Kriegsknechte.

Er unterschied sich von den Menschen aber darin, dass er sündlos in die Welt kam und nie sündigte. Er war Gott, dem Vater, bis zum Tod am Kreuz gehorsam.

104. War Jesus auf Erden ausschließlich Mensch?

Nein, er war auf Erden gleichermaßen Mensch und der Gottessohn, also wahrer Gott.

Jesus Christus ist wahrer Mensch und wahrer Gott: Er hat zwei Naturen, eine menschliche und eine göttliche Natur.

105. Welche Stellen in der Heiligen Schrift bezeugen, dass Jesus Christus immer auch wahrer Gott ist?

Nur als wahrer Gott konnte Jesus Christus sagen: „Ich und der Vater sind eins“ (Johannes 10,30) und damit seine Wesensgleichheit mit dem Vater ausdrücken.

Bei der Taufe Jesu am Jordan war eine Stimme vom Himmel zu hören: „Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe“ (Matthäus 3,17). Auch bei der Verklärung Jesu stellte Gott, der Vater, dessen Gottessohnschaft heraus: „Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!“ (Matthäus 17,5). Die Worte Jesu „Wer mich sieht, der sieht den Vater“ (Johannes 14,9) bezeugen ebenfalls, dass er Gott ist.


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.