Der Monat April wurde in den Kirchengemeinden mit dem Ostergottesdienst eröffnet. Die Botschaft: „Jesus Christus ist auferstanden!“ – Ein Glaubensbekenntnis, wie es schon im Neuen Testament ausgedrückt wird (Lukas 24,34), und wesentlicher Inhalt christlicher Lehre.

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    Bezirksapostel Michael Ehrich führte den Ostergottesdienst in Schweinfurt durch

Der Wortverkündigung im Gottesdienst am Ostersonntag, 1. April 2018, lag ein Bibelwort aus dem Neuen Testament zugrunde – aus Kapitel 10 der Apostelgeschichte, in dem es darum geht, dass Jesus Christus nach seinem Kreuzestod am dritten Tag auferstanden ist: „Den hat Gott auferweckt am dritten Tag und hat ihn erscheinen lassen, nicht dem ganzen Volk, sondern uns, den von Gott vorher erwählten Zeugen, die wir mit ihm gegessen und getrunken haben, nachdem er auferstanden war von den Toten. Und er hat uns geboten, dem Volk zu predigen und zu bezeugen, dass er von Gott bestimmt ist zum Richter der Lebenden und der Toten.“ (Verse 40-42)

Die Glaubenden sind gerufen, Jesu Christi Opfertod und Auferstehung, sein Werk und seine Wiederkunft zu verkündigen.

Die Bibellesung an diesem hohen Feiertag erfolgte in diesem Jahr aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 24, Verse 1-12: „Aber am ersten Tag der Woche sehr früh kamen sie zum Grab und trugen bei sich die wohlriechenden Öle, die sie bereitet hatten. Sie fanden aber den Stein weggewälzt on dem Grab und gingen hinein und fanden den Leib des Herrn Jesus nicht. Und als sie darüber bekümmert waren, siehe, da traten zu ihnen zwei Männer mit glänzenden Kleidern. Sie aber erschraken und neigten ihr Angesicht zur Erde. Da sprachen die zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Gedenkt daran, wie er euch gesagt hat, als er noch in Galiläa war: Der Menschensohn muss überantwortet werden in die Hände der Sünder und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen. Und sie gedachten an seine Worte. Und sie gingen wieder weg vom Grab und verkündigten das alles den elf Jüngern und den andern allen. Es waren aber Maria von Magdala und Johanna und Maria, des Jakobus Mutter, und die andern mit ihnen; die sagten das den Aposteln. Und es erschienen ihnen diese Worte, als wär’s Geschwätz, und sie glaubten ihnen nicht. Petrus aber stand auf und lief zum Grab und bückte sich hinein und sah nur die Leinentücher und ging davon und wunderte sich über das, was geschehen war.“

Was sagt der Katechismus dazu?

Von dem, was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zu den Glaubensbekenntnissen ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:

29. Was ist ein Glaubensbekenntnis?

Ein Glaubensbekenntnis ist eine Zusammenfassung der wesentlichen Inhalte einer Glaubenslehre. Im Glaubensbekenntnis steht, wozu sich die Mitglieder einer Glaubensgemeinschaft bekennen.

Durch ihr Glaubensbekenntnis unterscheidet sich eine Glaubensgemeinschaft zugleich von anderen.

30. Gibt es biblische Glaubensbekenntnisse?

Ja, schon im Alten Testament finden sich Texte, die die gemeinsame Glaubensüberzeugung zum Ausdruck bringen. In einem solchen Glaubensbekenntnis heißt es: „… der Herr ist unser Gott, der Herr allein“ (5. Mose 6,4). Dieses Bekenntnis unter dem Titel „Höre Israel“ legten die Israeliten gemeinsam ab. Sie bekundeten damit ihren Glauben an den einen Gott in einer Zeit, als die Völker um sie herum viele unterschiedliche Götter verehrten.

Im Neuen Testament finden sich Texte, die in Formeln ausdrücken, dass Gott das Heil in Jesus Christus schenkt.

Beispiele für neutestamentliche Glaubensbekenntnisse sind:
•    „Jesus ist der Herr“ (Römer 10,9);
•    „Maranata“ = „Unser Herr kommt!“ (1. Korinther 16,22)
•    „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden“ (Lukas 24,34)

31. Wie entstanden die ersten christlichen Glaubensbekenntnisse?

Die ersten christlichen Glaubensbekenntnisse werden „altkirchliche Glaubensbekenntnisse“ genannt. Sie entstanden zwischen dem zweiten und vierten Jahrhundert nach Christus. In dieser Zeit wurden die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes und die Lehre vom Wesen Jesu Christi, also von seiner Natur, ausformuliert.

Dies war nötig geworden, weil es Streit über Glaubensinhalte gegeben hatte. Zum Beispiel gab es die Meinung, dass Jesus Christus nicht wirklich am Kreuz gestorben und dass er nicht wirklich auferstanden sei. Durch die Glaubensbekenntnisse grenzte man sich von diesen Irrlehren ab.

32. Welche Aussagen wurden Inhalt der christlichen Glaubensbekenntnisse?

Entscheidend dafür, ob eine Aussage vom Wesen und Wirken Gottes in die Glaubensbekenntnisse aufgenommen wurde, war ihre Übereinstimmung mit der Lehre Christi und seiner Apostel.

33. Welches sind die wichtigsten altkirchlichen Glaubensbekenntnisse?

Die beiden wichtigsten altkirchlichen Glaubensbekenntnisse sind das Apostolische Glaubensbekenntnis („Apostolikum“) und das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel.

Das Apostolikum wurde in seinen Grundzügen im zweiten Jahrhundert zusammengestellt und im vierten Jahrhundert leicht ergänzt. Das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel ist das Ergebnis der Konzile in Nizäa (im Jahr 325 n. Chr.) und in Konstantinopel (im Jahr 381 n. Chr.). In diesem Glaubensbekenntnis wird vor allem das Bekenntnis zur Dreieinigkeit Gottes festgeschrieben.

34. Wie lautet das Apostolikum?

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige allgemeine [katholische] Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.“

35. Wie lautet das Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel?

„Wir glauben an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, der alles geschaffen hat, Himmel und Erde, die sichtbare und die unsichtbare Welt. Und an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, aus dem Vater geboren vor aller Zeit: Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater; durch ihn ist alles geschaffen. Für uns Menschen und zu unserm Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden. Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und die Toten; seiner Herrschaft wird kein Ende sein. Wir glauben an den Heiligen Geist, der Herr ist und lebendig macht, der aus dem Vater und dem Sohn hervorgeht, der mit dem Vater und dem Sohn angebetet und verherrlicht wird, der gesprochen hat durch die Propheten, und die eine, heilige, allgemeine [katholische] und apostolische Kirche. Wir bekennen die eine Taufe zur Vergebung der Sünden. Wir erwarten die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt. Amen.“

36. Welche Bedeutung haben die altkirchlichen Bekenntnisse für die Neuapostolische Kirche?

Die Lehre der Neuapostolischen Kirche beruht auf der Heiligen Schrift. Die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse fassen wesentliche Inhalte zusammen, die in der Heiligen Schrift bezeugt werden.

Die Neuapostolische Kirche bekennt sich zu dem in den beiden altkirchlichen Bekenntnissen formulierten Glauben an den dreieinigen Gott, an Jesus Christus als wahren Gott und wahren Menschen, an Jesu Geburt durch die Jungfrau Maria, an die Sendung des Heiligen Geistes, an die Kirche, die Sakramente, die Erwartung der Wiederkunft Christi und die Auferstehung der Toten.

Trotz der Unterschiede zwischen den einzelnen Konfessionen stellen diese Bekenntnisse ein Element dar, das die Christen miteinander verbindet.

37. Wie lautet das neuapostolische Glaubensbekenntnis?

„Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Ich glaube an Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn, unsern Herrn, der empfangen ist durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben, begraben, eingegangen in das Reich des Todes, am dritten Tag auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, von dort wird er wiederkommen.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die eine, heilige, allgemeine und apostolische Kirche, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Ich glaube, dass der Herr Jesus seine Kirche regiert und dazu seine Apostel gesandt hat und noch sendet bis zu seinem Wiederkommen mit dem Auftrag, zu lehren, in seinem Namen Sünden zu vergeben und mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen.

Ich glaube, dass die von Gott für ein Amt Ausersehenen nur von Aposteln eingesetzt werden und dass aus dem Apostelamt Vollmacht, Segnung und Heiligung zu ihrem Dienst hervorgehen.

Ich glaube, dass die Heilige Taufe mit Wasser der erste Schritt zur Erneuerung des Menschen im Heiligen Geist ist und dass dadurch der Täufling aufgenommen wird in die Gemeinschaft derer, die an Jesus Christus glauben und ihn als ihren Herrn bekennen.

Ich glaube, dass das Heilige Abendmahl zum Gedächtnis an das einmal gebrachte, vollgültige Opfer, an das bittere Leiden und Sterben Christi, vom Herrn selbst eingesetzt ist. Der würdige Genuss des Heiligen Abendmahls verbürgt uns die Lebensgemeinschaft mit Christus Jesus, unserm Herrn. Es wird mit ungesäuertem Brot und Wein gefeiert; beides muss von einem vom Apostel bevollmächtigten Amtsträger ausgesondert und gespendet werden.

Ich glaube, dass die mit Wasser Getauften durch einen Apostel die Gabe des Heiligen Geistes empfangen müssen, um die Gotteskindschaft und die Voraussetzungen zur Erstlingsschaft zu erlangen.

Ich glaube, dass der Herr Jesus so gewiss wiederkommen wird, wie er gen Himmel gefahren ist, und die Erstlinge aus den Toten und Lebenden, die auf sein Kommen hofften und zubereitet wurden, zu sich nimmt; dass er nach der Hochzeit im Himmel mit diesen auf die Erde zurückkommt, sein Friedensreich aufrichtet und sie mit ihm als königliche Priesterschaft regieren. Nach Abschluss des Friedensreiches wird er das Endgericht halten. Dann wird Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen und bei seinem Volk wohnen.

Ich glaube, dass ich der weltlichen Obrigkeit zum Gehorsam verpflichtet bin, soweit nicht göttliche Gesetze dem entgegenstehen.“

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.