Der Feiertag „Palmsonntag“ wird am Sonntag vor Ostern begangen und stellt den Beginn der Karwoche dar. An Palmsonntag gedenken Christen an den Einzug Jesu in Jerusalem, wo ihm die Menschen einen begeisterten Empfang bereiteten, wobei sie als Zeichen der Huldigung Palmwedel nahmen.

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Der Wortverkündigung im Gottesdienst am Palmsonntag, 25. März 2018, lag ein Bibelwort aus dem Alten Testament zugrunde, ein Prophetenwort aus dem Sacharja-Buch: „Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“ (Sacharja 9,9) Dieses Bibelwort wurde von den Evangelien nach Matthäus und Johannes übernommen und auf Jesu Einzug in Jerusalem bezogen (Matthäus 21,5; Johannes 12,15). Demnach ist dieser Friedenskönig Jesus Christus.

An diesem christlichen Festtag erfolgte im Gottesdienst auch eine Bibellesung. Im Gottesdienst zu Psalmsonntag 2018 wurden aus dem Lukas-Evangelium, Kapitel 19, die Verse 28 bis 40 gelesen.

Was sagt der Katechismus dazu?

Aus dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zitieren wir nachstehend:

708. Welche Bedeutung hat der Palmsonntag?

An Palmsonntag wird an den Einzug Jesu in Jerusalem anlässlich der Feier des jüdischen Passafestes erinnert.

116. In welcher Weise hat Jesus Christus seinen göttlichen Auftrag erfüllt?

Jesus Christus handelte als König, Priester und Prophet.

Bei einem König denkt man an Herrschen und Regieren. Der Priester in alttestamentlicher Zeit ist tätig, um die Versöhnung des Menschen mit Gott zu vermitteln. Ein Prophet verkündigt den göttlichen Willen und sagt kommende Ereignisse voraus. All dies hat Jesus Christus in vollkommener Weise verwirklicht.

117. Was heißt: „Jesus Christus – der König“?

Bei seinem Einzug in Jerusalem gab sich Jesus als der König des Friedens und der Gerechtigkeit zu erkennen. Auch vor Pilatus, einem Vertreter der Weltmacht Rom, bekannte Jesus, dass er König und Zeuge der Wahrheit ist.

Jesu König-Sein bezieht sich jedoch nicht auf irdische Regentschaft und wird auch nicht durch äußere Machtentfaltung deutlich. Dass er König ist, zeigt sich in der Vollmacht, mit der er handelte, und in der Kraft, mit der er Zeichen und Wunder tat.

Die königliche Würde Jesu Christi wird auch in der Offenbarung des Johannes betont: Jesus Christus ist „Herr über die Könige auf Erden“ (Offenbarung 1,5).

118. Was heißt: „Jesus Christus – der Priester“?

Wichtigste Aufgabe der Priester in alttestamentlicher Zeit war es, Gott Opfer darzubringen und so Gott gnädig zu stimmen. Jesus Christus ist ein Priester, der über allen anderen steht, er ist der wahre Hohepriester. Er hat sein sündloses Leben geopfert, damit die Menschen aus dem geistlichen Tod errettet werden und das ewige Leben erlangen können.

Hohepriester in alttestamentlicher Zeit hatten die Aufgabe, die Sünden der Menschen vor Gott zu tragen. Dazu betraten sie fürbittend einmal im Jahr – am Versöhnungstag – den heiligsten Raum des Tempels (das „Allerheiligste“). Jesus Christus bedurfte nicht, wie die Hohepriester des Alten Bundes, der Versöhnung mit Gott: Er ist vielmehr selbst der Versöhner und vergibt die Sünden.

119. Was heißt: „Jesus Christus – der Prophet“?

Gott hatte Mose verheißen: „Ich will ihnen einen Propheten, wie du bist, erwecken aus ihren Brüdern und meine Worte in seinen Mund geben; der soll zu ihnen reden alles, was ich ihm gebieten werde“ (5. Mose 18,18). Mit diesem Propheten ist Jesus Christus gemeint.

Als Prophet verkündigt Jesus Christus den Willen Gottes. Er weist den Weg des Lebens und offenbart Zukünftiges. In den Abschiedsreden verheißt er den Heiligen Geist. Im Buch der Offenbarung enthüllt er den Gang der Heilsgeschichte bis zur neuen Schöpfung.

Seine Aussagen sind in Ewigkeit gültig: „Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen“ (Markus 13,31).


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.