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    Jesus als Fels des Heils wird besungen, der dem Sünder Gnade schenkt

Dass eigentlich jeder Tag ein Buß- und Bettag sein soll, war Tenor in den Gottesdiensten, die in allen Kirchengemeinden in Süddeutschland am Mittwochabend, 22. November 2017, gefeiert wurden.

Ein Bibelwort aus dem Neuen Testament lag der Predigt zugrunde: „Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein, sonst betrügt ihr euch selbst. Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein leibliches Angesicht im Spiegel beschaut; denn nachdem er sich beschaut hat, geht er davon und vergisst von Stund an, wie er aussah“ (Jakobus 1,22-4).

Der Akzent lag auf Buße im Sinne einer Umkehr – mit dem Ziel und Zweck, sich in Gedanken, Worten und Werken zu erneuern, um immer mehr Jesus Christus in Gesinnung und Wesen ähnlicher zu werden. Dafür braucht es viel Gebet.

Begangen wird der Buß- und Bettag hierzulande traditionell am Mittwoch vor dem letzten Sonntag des Kirchenjahres, wenngleich er seit dem Jahr 1995 kein gesetzlicher Feiertag mehr ist. So waren die Gottesdienste, die unter der Woche in einigen Gemeinden in Süddeutschland üblicherweise donnerstags stattfinden, auf Mittwoch, 22. November, verlegt worden.

Was sagt der Katechismus dazu?


Was im 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zu Buße und Beten gesagt wird, zitieren wir nachstehend:

651. Was bedeuten Buße und Reue?

Buße bedeutet die Einsicht, dass man sich falsch verhalten hat, dass man Reue zeigt und den ernsthaften Vorsatz fasst, Fehler und Schwächen zu überwinden.

Reue ist das Gefühl von Leid über Unrecht, das man begangen hat, sei es durch eine Tat oder durch eine Unterlassung. Aufrichtige Reue zeigt sich auch darin, dass der Wille vorhanden ist, sich mit dem Nächsten zu versöhnen und angerichteten Schaden, soweit möglich, wieder gutzumachen.

715. Was verstehen wir unter Gebet?

Das Gebet ist eine Möglichkeit, die Gott dem Menschen gegeben hat, um mit ihm in Verbindung zu treten. Im Gebet spürt der Glaubende: Gott ist gegenwärtig, Gott hört, Gott antwortet. So verneigt sich der gläubige Mensch in Demut vor Gottes Majestät und Liebe. Der Heilige Geist gibt Impulse zum rechten Gebet.

716. Ist Beten notwendig?

Beten wird manchmal als das „Atmen der Seele“ bezeichnet. Dieses Bild soll die Notwendigkeit des Betens für den Glauben verdeutlichen.

Ein Glaube ohne Gebet ist kein lebendiger Glaube. Ein Gebet ohne Glauben ist kein rechtes Gebet.

717. Welche Hinweise gibt das Alte Testament zum Gebet?

Im Alten Testament finden sich viele Zeugnisse der Anbetung Gottes. Beispielhaft sei das Lied Moses erwähnt: „Ich will den Namen des Herrn preisen. Gebt unserm Gott allein die Ehre! Er ist ein Fels. Seine Werke sind vollkommen; denn alles, was er tut, das ist recht. Treu ist Gott und kein Böses an ihm, gerecht und wahrhaftig ist er“ (5. Mose 32,3.4).

Wesentliches Anliegen der Psalmen ist es, Gott in Gebeten zu danken, ihn zu loben und zu preisen. Auch Gebete, die Gottes Hilfe und Beistand erflehen, finden sich vielfach im Alten Testament.

718. Welche Hinweise gab Jesus zum Beten?

In der Bergpredigt gab Jesus wichtige Hinweise zum Beten (vgl. Matthäus 6,5-8): Man soll sein Beten nicht zur Schau stellen und muss auch nicht viele Worte machen. Gott darf als „Vater“ angesprochen werden. Das Gebet soll von Herzen kommen.

Im Blick auf seine Wiederkunft ermahnte Jesus: „So seid allezeit wach und betet, dass ihr stark werdet, zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn“ (Lukas 21,36).

719. Was berichtet die Bibel über das Gebetsleben Jesu?

Die Evangelien bezeugen, dass Jesus sich oft zurückzog, um zu beten. Im Lukasevangelium wird berichtet, dass Jesus insbesondere vor entscheidenden Ereignissen betete:

  • bevor der Heilige Geist auf ihn herabkam (vgl. Lukas 3,21-22),
  • bevor er die zwölf Apostel erwählte (vgl. Lukas 6,12),
  • bevor der Vater ihn vor den Zeugen aus dem Diesseits und dem Jenseits verklärte (vgl. Lukas 9,28-36),
  • bevor sein Leiden begann (vgl. Lukas 22,41-46),
  • bevor er am Kreuz starb (vgl. Lukas 23,46).

Auffällig ist, dass Jesus bereits dankte, bevor sein Gebet Erhörung gefunden hatte (vgl. Johannes 11,41.42).

720. Was ist das „hohepriesterliche Gebet“?

In Johannes 17 ist das „hohepriesterliche Gebet“ überliefert. Es ist das große Gebet, das Jesus vor seinem Leidensweg gesprochen hat. Er hat für die Apostel und für die zukünftige Gemeinde, also auch für uns, gebetet: „Ich bitte aber nicht allein für sie [die Apostel], sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien“ (Johannes 17,20.21).

721. Was wissen wir über das Gebet der ersten Christen?


Die ersten Christen beteten in der Gemeinschaft: „Diese alle waren stets beieinander einmütig im Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern“ (Apostelgeschichte 1,14).

Von intensiven Gebeten wird im Zusammenhang mit wesentlichen Geschehnissen berichtet, so beispielsweise bei der Erwählung des Matthias zum Apostel oder bei der Einsetzung der ersten sieben Diakone.

Auch wurden die Apostel in Gefahrensituationen von Gebeten der Gemeinde begleitet (vgl. Apostelgeschichte 12,1-12).

722. Wie sollen wir beten?

Das Gebet ist an keine äußere Form gebunden. Jedoch kann die Intensität des Betens beispielsweise durch das Schließen der Augen, das Falten der Hände oder das Knien gefördert werden. Der Betende zieht sich damit von der Geschäftigkeit des Alltags zurück, er hält inne und beugt sich in Demut vor Gott.

Neuapostolische Christen beginnen und beenden den Tag mit Gebet. Ebenso beten sie vor dem Essen. Auch wenden sie sich im Laufe des Tages immer wieder einmal an Gott, um seine Nähe zu spüren und seine Hilfe zu suchen.

In den Familien beten Eltern mit ihren Kindern und führen sie so in ein eigenes Gebetsleben hinein.

723. Welchen Inhalt hat das Gebet?

Der Inhalt des Gebets ist bestimmt von Anbetung, Dank, Bitte und Fürbitte.

724. Wie geschieht Anbetung?

Das Wissen um die Majestät Gottes drängt dazu, ihn anzubeten: „Kommt, lasst uns anbeten und knien und niederfallen vor dem Herrn, der uns gemacht hat“ (Psalm 95,6).

725. Was beinhaltet der Dank im Gebet?

Der Dank im Gebet schließt alles ein, was aus Gottes Güte hervorgegangen ist: Wort, Gnade und Sakrament sowie irdische Gaben, wie Nahrung, Kleidung, Wohnung.

726. Welche Bitten tragen wir vor Gott?

In den Bitten werden Gott alle Anliegen dargebracht. Das betrifft Bewahrung im Glauben, Engelschutz oder seine Hilfe im Alltag. Die bedeutendste Bitte richtet sich auf die baldige Wiederkunft Christi und das Verlangen, dann in Gnaden angenommen zu werden.

727. Warum leisten wir Fürbitte?

Die Fürbitte ist Ausdruck von Nächstenliebe. Sie ist nicht auf die eigene Familie oder die Gemeinde beschränkt; vielmehr umschließt sie alle, die Gottes Hilfe brauchen, sei es im Diesseits oder im Jenseits.

728. Welche Wirkungen hat das Gebet?

Das Gebet stärkt den Glauben, das Vertrauen zu Gott und schenkt die Gewissheit der Geborgenheit in Gott. Der Betende ist nach dem Gebet sicher, dass all seine Anliegen nun in Gottes Hand liegen: „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen“ (Psalm 37,5).


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.