Insbesondere in der Karwoche gedenken Christen des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Sein Opfertod am Kreuz steht im Mittelpunkt der Gottesdienste am Hochfest Karfreitag.

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Das Leiden und Sterben Jesu Christi ist, so bezeugt es die Bibel, heilswirksam. Als Leidender und Sterbender versöhnt Jesus Christus die Menschen mit Gott und schafft Erlösung von Sünde und Tod.

Gottesdienst an Karfreitag

An Karfreitag, 14. April 2017, findet in den Gemeinden der Gebietskirche Süddeutschland Gottesdienst am Vormittag statt, Beginn ist um 9:30 Uhr. Wer den Karfreitags-Gottesdienst mitfeiern möchte, ist herzlich willkommen (die Gemeinde-Suche informiert über die zum Standort nächstgelegenen Gemeinden).

Das Bibelwort, das der Predigt an Karfreitag 2017 zugrunde liegt, ist aus Jesaja 53,10. Die Bibellesung erfolgt aus Matthäus 27,31-50.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Nachstehend finden Sie einiges von dem, was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zum Opfertod Jesu Christi ausgeführt wird:

173. Wer ist schuld am Tod Jesu?

Durch die Mitwirkung des römischen Statthalters sind Verurteilung und Hinrichtung Jesu nicht allein Angelegenheit des jüdischen Volkes: Auch Heiden sind daran beteiligt.

Alle Menschen aller Zeiten sind Sünder und laden Schuld auf sich. Jesus starb für die Sünden aller Menschen. Deshalb tragen letztlich alle Menschen Schuld am Tod Jesu.

174. Was waren die letzten Worte Jesu am Kreuz?

Traditionell werden die letzten Worte Jesu, die in den Evangelien unterschiedlich überliefert sind, in die nachstehende Reihenfolge gebracht:

„Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Lukas 23,34)
Jesus trat für alle ein, die ihn ans Kreuz gebracht hatten und denen die Tragweite ihres Handelns nicht bewusst war. Hier erfüllte Jesus das Gebot der Feindesliebe auf einzigartige Weise (vgl. Matthäus 5,44.45.48).

„Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein“ (Lukas 23,43).
Jesus wandte sich dem reuigen Übeltäter zu, der ihn um Gnade gebeten und ihn als Heiland bekannt hatte. Als „Paradies“ wird hier der jenseitige Aufenthaltsort der Frommen und Gerechten verstanden.

„Frau, siehe, das ist dein Sohn!“ – „Siehe, das ist deine Mutter!“ (Johannes 19,26.27).
Jesus vertraute seine Mutter Maria dem Apostel Johannes an. Hier zeigt sich die Fürsorge und Liebe Christi, der sich trotz eigener Not für den Nächsten einsetzte.

Maria wird in der christlichen Tradition als Sinnbild der Kirche gedeutet. Diese wird unter die Obhut des Apostelamtes gestellt, das durch Johannes repräsentiert wird.

„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Markus 15,34).
Mit diesen Worten aus Psalm 22 wenden sich fromme Juden in der Todesnähe an Gott. Sie beklagen damit einerseits das Gefühl der Ferne Gottes, bezeugen jedoch andererseits den Glauben an Gottes Macht und Gnade. Auch Jesus benutzte diesen unter Menschen in Todesnot üblichen Ausspruch.

„Mich dürstet“ (Johannes 19,28).
Jesus hatte im Todeskampf Durst und wollte etwas zu trinken.
Dieses Wort steht zudem mit Psalm 69,22 in Verbindung: „Sie geben mir Galle zu essen und Essig zu trinken für meinen Durst“. Es wird auch so ausgelegt, dass Jesus den „Leidenskelch“ bis zur Neige trinken musste, also bis zum Ende leiden musste.

„Es ist vollbracht!“ (Johannes 19,30).
Es war um die neunte Stunde, das heißt am frühen Nachmittag, als diese Worte gesprochen wurden. Jesus hat das Opfer zur Erlösung der Menschen gebracht.

„Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände!“ (Lukas 23,46).
Daraus wird deutlich, dass Jesus Christus auch im Augenblick des Todes völlig seinem Vater vertraute.

175. Welche Ereignisse begleiteten den Kreuzestod des Herrn?

Als Jesus am Kreuz starb, erbebte die Erde und Felsen zerbrachen. Der Vorhang im Tempel, der dort den heiligsten Raum („das Allerheiligste“) abtrennte, zerriss in zwei Stücke. Damit wird deutlich, dass durch den Tod Jesu Christi der Opferdienst des Alten Bundes nicht mehr notwendig ist. Durch sein Opfer ist der Weg zu Gott eröffnet.

Als der römische Hauptmann und seine Soldaten, die Jesus am Kreuz bewachten, spürten, dass die Erde bebte, riefen sie aus: „Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!“ (Matthäus 27,54). Damit bezeugten auch Heiden, dass Jesus der Sohn Gottes ist.

176. Was geschah mit dem Leichnam Jesu?

Josef von Arimathäa, der dem Hohen Rat angehörte, bat Pilatus um den Leichnam Jesu, denn er wollte ihn in ein Grab legen. Zusammen mit Nikodemus, der einmal nachts zum Herrn gegangen und von ihm belehrt worden war (vgl. Johannes 3,1.2), brachte er dann den Leichnam in ein unbenutztes Felsengrab. Vor das Grab wurde ein Stein gewälzt. Die Hohepriester ließen das Grab von Kriegsknechten bewachen, um zu verhindern, dass die Jünger Jesu den Leichnam wegbringen würden.

 

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.

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