Gemeinden in den drei afrikanischen Ländern Kamerun, Äquatorial-Guinea und Gabun erhielten Ende Februar / Anfang März 2018 Besuch von Stammapostel Jean-Luc Schneider, dem höchsten Geistlichen in der Neuapostolischen Kirche.

  • Image 1 from 5

    Die versammelte Gemeinde in Yaoundé

  • Image 2 from 5

    Stammapostel Schneider am Altar, links daneben Apostel Kühnle (als Übersetzer)

  • Image 3 from 5

    Chor und Musikensemble

  • Image 4 from 5

    Blick in die Gemeinde

  • Image 5 from 5

    Segenswünsche nach der Ordination

Die Gebietskirchen in diesen Ländern gehören zum Arbeitsbereich des süddeutschen Bezirksapostels Michael Ehrich („Bezirksapostelbereich“).

Den ersten Gottesdienst auf seiner Afrikareise feierte der Stammapostel am Mittwoch, 28. Februar 2018, in Yaoundé, der Hauptstadt von Kamerun. Die rund 830 im Festsaal am nationalen Sitz des Roten Kreuzes in Yaoundé versammelten Kirchenmitglieder freuten sich riesig, erstmals einen Gottesdienst mit Stammapostel Schneider zu erleben.

„Leider konnten viele der eingeladenen Glaubensgeschwister aus den beiden Englisch-sprachigen Regionen des Landes wegen innenpolitischer Spannungen nicht nach Yaoundé reisen“, bedauerte der länderverantwortliche Apostel Volker Kühnle. Er informierte: „Die beiden Regionen haben sich am 1. Oktober 2017 von der Republik Kamerun unabhängig erklärt und einen eigenen Staat ausgerufen.“

Drei Apostel ordiniert

Der Gottesdienst in Yaoundé hatte einen besonderen Akzent in der Ordination dreier Apostel. Für Nigeria wurde der bisherige Bezirksälteste Ernest Onyebuchi Onwukwe zum Apostel ordiniert; für Gemeinden in Sierra Leone empfing ebenfalls ein bisheriger Bezirksältester, Braima Saffa, das Apostelamt, und für das gastgebende Land Kamerun erfolgte die Ordination des bisherigen Bezirksältesten Ignatius Che Nchi ins Apostelamt.

Das Apostelamt ist das kirchenleitende Amt und wird als Quelle der weiteren Ämter verstanden. Im Katechismus der Neuapostolischen Kirche heißt es dazu unter anderem: „Das Apostelamt ist vom Herrn für seine Kirche gestiftet. Die Apostel sollen seine Zeugen sein bis an das Ende der Erde (Apg 1,8). Um diesen umfassenden Auftrag im Blick auf seine Wiederkunft zu erfüllen, sendet Jesus Christus auch heute Apostel.“ (Kapitel 7.5.1)

Segensreiche Stunden auch in Äquatorial-Guinea und Gabun

Den nächsten Gottesdienst auf der Reise führte der Stammapostel in der Stadt Bata (Äquatorial-Guinea) durch: am Freitag, 2. März 2018, im dortigen Palacio de Congreso. Zu diesem Gottesdienst begleiteten den Stammapostel der verantwortliche Bezirksapostel Ehrich sowie Bezirksapostel Joseph Opemba Ekhuya aus Kenia, der den Bezirksapostelbereich Ostafrika leitet, Bezirksapostelhelfer Mandla Patrick Mkhwanazi aus Südostafrika und der süddeutsche Apostel Volker Kühnle, der auch den Auftrag des Länderverantwortlichen für Äquatorial-Guinea erfüllt.

Den dritten Gottesdienst des Stammapostels auf dieser Afrikareise erlebten die Glaubensgeschwister in der Halle “Noé Palace” in Libreville, der Hauptstadt von Gabun. Wie berichtet, waren zu dem Gottesdienst in Libreville am 4. März 2018 alle 44 Apostel aus dem afrikanischen Arbeitsbereich des Bezirksapostels Ehrich eingeladen, doch zwei konnten nicht dabeisein. Somit feierten mit den Bezirksaposteln Ehrich und Ekhuya, Bezirksapostelhelfer Mkhwanazi, dem für Sierra Leone länderverantwortlichen Apostel Hans-Jürgen Bauer (Süddeutschland, Apostelbereich Ulm) und Apostel Kühnle insgesamt 47 Apostel den Gottesdienst mit – ein für die versammelte Festgemeinde einmaliges Erleben.

In dem Gottesdienst, der dem Gedenken an die Verstorbenen gewidmet war, nahm der Stammapostel als Grundlage für die Predigt ein Bibelwort aus dem Matthäus-Evangelium, Kapitel 28, Vers 18: „Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“

Gemäß der im Neuen Testament beschriebenen Praxis, die bezeugt, dass Lebende für Tote getauft wurden, werden in der Neuapostolischen Kirche für Verstorbene die Sakramente gespendet: Ist der Stammapostel – wie in Libreville – oder ein Bezirksapostel in den Gottesdiensten zum Gedenken an die Verstorbenen Gottesdienstleiter, erfolgt die Sakramentsspendung für Verstorbene. Sie wird stellvertretend an zwei Geistlichen vollzogen.

Am Samstag zuvor, 3. März, hatte am Sitz der Gebietskirche Gabun in Libreville-Angondjé eine Apostelversammlung stattgefunden.

Es war der zweite Besuch eines Stammapostels in diesen drei Ländern nach 23 Jahren – als erster Stammapostel war Richard Fehr im Januar 1995 dorthin gereist –, und die Freude der Gemeindemitglieder war entsprechend groß. „Wir erlebten segensreiche Stunden in der Gemeinschaft mit unseren freudigen Geschwistern“, berichtete Bezirksapostel Ehrich, der mit dem Stammapostel nach diesem ersten Märzwochenende wieder zurückreiste. Die süddeutschen Apostel Kühnle, der für die drei besuchten Länder zuständig ist, und Hans-Jürgen Bauer reisten im Anschluss noch weiter in ihre afrikanischen Arbeitsgebiete.

Was sagt der Katechismus dazu?

Von dem, was in dem 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zum Apostelamt ausgeführt wird, zitieren wir nachstehend:

404. Wer spendet die Sakramente in der Kirche Jesu Christi?

Die Spendung aller Sakramente – Heilige Wassertaufe, Heiliges Abendmahl, Heilige Versiegelung – ist dem Apostelamt anvertraut. Die Apostel spenden die Sakramente auch für Verstorbene.

Die Heilige Versiegelung wird nur von Aposteln gespendet.

Das Heilige Abendmahl und die Heilige Wassertaufe werden in der Neuapostolischen Kirche im Auftrag der Apostel auch von den priesterlichen Amtsträgern gespendet.

Die Heilige Wassertaufe ist der ganzen Kirche Christi anvertraut: Überall, wo im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, mit Wasser getauft wird, werden gläubige Menschen in die Kirche Jesu Christi eingefügt.

443. Welches Amt ist als erstes aus dem Apostelamt hervorgegangen?

Ab Pfingsten begannen die Apostel, ihren Auftrag zu erfüllen und das Evangelium zu predigen. Schon bald stellte sich heraus, dass sie Helfer benötigten: Sieben Männer wurden dazu ausersehen. Sie wurden für ihren Dienst gesegnet, indem die Apostel beteten und ihnen die Hände auflegten. Diese sieben Männer werden als die ersten Diakone bezeichnet.

444. Was folgt aus dieser Handlungsweise der Apostel?

Aus dieser Handlungsweise folgt, dass Handauflegung und Gebet durch Apostel für Ordinationen erforderlich sind.

445. Sind aus dem Apostelamt weitere Ämter hervorgegangen?

Ja. Die Apostel und weitere Gläubige gründeten neue Gemeinden, für deren seelsorgerische Betreuung Amtsträger erforderlich waren. Die Apostel setzten dafür Gemeindevorsteher ein, die man als „Bischöfe“ oder „Älteste“ bezeichnete. Darüber hinaus wirkten in den christlichen Gemeinden in der Anfangszeit Propheten, Evangelisten, Hirten, Lehrer (vgl. Epheser 4,11).

446. Wie wurden die Gemeinden nach dem Tod der ersten Apostel seelsorgerisch betreut?

Nach dem Tod der ersten Apostel bildeten sich Dienste mit unterschiedlichen Aufgaben und Bezeichnungen heraus. Durch sie wurden die Mitglieder der Gemeinden seelsorgerisch betreut.

447. Gab es nach dem Tod der ersten Apostel das Apostelamt nicht mehr?

Doch, obwohl die Apostel starben, blieb das Apostelamt bestehen. Es ist von Jesus Christus für seine Kirche gestiftet. Selbst in der Zeit, als es keine Träger dieses Amts auf Erden gab, war das von ihm gestiftete Amt also vorhanden.

Die Apostel sollen Christi Zeugen sein bis an das Ende der Welt (vgl. Matthäus 28,19.20). Um diesen umfassenden Auftrag im Blick auf seine Wiederkunft zu erfüllen, sendet Jesus Christus auch heute Apostel.

448. Bis wann dauerte die Unterbrechung des Wirkens von Aposteln?

Nach außerbiblischen Angaben starb Johannes als letzter der urchristlichen Apostel gegen Ende des ersten Jahrhunderts. Bis zur Wiederbesetzung des Apostelamts im 19. Jahrhundert war somit das Wirken von Aposteln unterbrochen.

449. Weshalb wurde das Wirken von Aposteln unterbrochen?

Die Unterbrechung des Wirkens von Aposteln liegt im Willen Gottes; für den Menschen bleibt dies ein Geheimnis.

Jedoch hat auch in der Zeit ohne Apostel der Heilige Geist gewirkt und für Bewahrung und Entfaltung des Evangeliums gesorgt.

450. Wann wurde das Apostelamt wieder besetzt?

Das Apostelamt wurde nach Gottes Willen wieder personal besetzt, als die Zeit für die abschließende Sammlung und Vorbereitung der Brautgemeinde auf die Wiederkunft Christi gekommen war: Ab dem Jahr 1832 gab es wieder Träger des Apostelamts.

Apostel wirken also am Anfang der Kirche Christi und in der Zeit vor Christi Wiederkunft zur Bereitung der Brautgemeinde.

451. Besteht ein Unterschied in der geistlichen Vollmacht zwischen dem Apostelamt am Anfang und am Ende des Erlösungswerks Gottes?

Nein, es besteht aufgrund derselben geistlichen Vollmacht kein Unterschied in Auftrag und Wirkung; denn das Apostelamt ist von Jesus Christus einmal für seine Kirche gestiftet worden.

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.