Am Sonntag, 2. Oktober 2016, wurde in den Kirchengemeinden das Erntedankfest gefeiert.

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„Hierbei geht unser Blick besonders auf die irdischen Gaben. Denken wir immer daran, dass mit einer Gabe, die man von Gott erhält, auch eine Aufgabe verbunden ist“, schrieb Bezirksapostel Michael Ehrich, der die Gebietskirche Süddeutschland leitet und im Monatsbrief vom Oktober alle Amtsträger in der Gebietskirche auch auf das Erntedankfest ansprach. Er erklärte, konkret bedeute dies, bereit zu sein, auch irdische Gaben mit solchen zu teilen, die Mangel leiden und Not haben.

So dient auch das Erntedank-Opfer dazu, dass die Gebietskirche – über ihr Hilfswerk, das Missionswerk – im Rahmen ihrer Möglichkeiten hilft, Not zu lindern (siehe Vorbericht zum Erntedankfest).

Als Bibelwort für die Predigt diente in den Kirchengemeinden Hiob 28,24: „Denn er sieht die Enden der Erde und schaut alles, was unter dem Himmel ist.“ Es ging um den Glauben an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Im Hinblick auf die irdische Schöpfung kam zum Ausdruck, dass aus unserer Dankbarkeit für das Gute in der Schöpfung auch ein achtsamer, verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung entsteht.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Was der 2015 erschienene „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zu Erntedank und zur sichtbaren Schöpfung und ihrer Bewahrung sagt, zitieren wir nachstehend:

713. Welche Bedeutung hat Erntedank?

Erntedank ist das Fest, an dem Gott als dem Schöpfer gedankt wird.

An einem Sonntag im Jahr – dem Erntedanksonntag – wird ein Gottesdienst gehalten, in dem der Dank gegenüber Gott für alles, was er dem Menschen an Gaben schenkt, im Mittelpunkt steht.

Aus Dankbarkeit bringen die Gläubigen ein besonderes Opfer: „Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes“ (Psalm 50,23).

85. Welchen Auftrag hat der Mensch in der sichtbaren Schöpfung?

Gott hat dem Menschen seinen Lebensraum zugewiesen und ihm den Auftrag erteilt, über die Erde zu „herrschen“, nämlich sie zu gestalten und sie zu bewahren (vgl. 1. Mose 1,26.28; Psalm 8,7).

86. Wie soll sich der Mensch als Ebenbild Gottes innerhalb der Schöpfung verhalten?

Im Umgang mit der Schöpfung ist der Mensch Gott, dem Schöpfer, gegenüber verantwortlich. Er darf frei, aber nicht willkürlich mit der Schöpfung umgehen. Als Gottes Ebenbild soll er alles Leben und den Lebensraum so behandeln, wie es göttlichem Wesen entspricht: mit Weisheit, Güte und Liebe.

262. Wie zeigt sich Gottes Segen in der Schöpfung?

Gott hat seine Geschöpfe gesegnet und in alles Leben das Gesetz der Vermehrung gelegt. Er hat die Schöpfung dem Menschen anvertraut und ihn für die damit verbundene Aufgabe gesegnet.

Dieser Segen Gottes wurde durch den Fluch der Sünde zwar in seiner Wirkung eingeschränkt, doch nicht aufgehoben. Gott erneuerte ihn nach der Sintflut. Was dieser Segen umfasst, wird in der Zusage Gottes deutlich: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht“ (1. Mose 8,22).

Von diesem Segen in der Schöpfung bezeugt das Neue Testament: „Denn die Erde, die den Regen trinkt, der oft auf sie fällt, und nützliche Frucht trägt denen, die sie bebauen, empfängt Segen von Gott“ (Hebräer 6,7). Dieser Segen kommt allen Menschen zugute.

340. Bezieht sich das fünfte Gebot auch auf das Töten von Tieren?

Nein, das Töten von Tieren fällt nicht unter das fünfte Gebot. Gott lässt ausdrücklich zu, dass Tiere der Ernährung des Menschen dienen (vgl. 1. Mose 9,3). Doch auch das Leben der Tiere ist zu respektieren; dies ergibt sich aus der Mitverantwortung des Menschen zur Bewahrung der Schöpfung.

 

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.