In Ternopil, einer im Westen der Ukraine gelegenen Stadt – rund 130 km östlich von L‘viv, dem früheren Lemberg –, feierte Bezirksapostel Michael Ehrich am ersten Juli-Wochenende 2018 Gottesdienst.

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    Der Bezirksapostel am Altar (rechts im Bild), daneben der Übersetzer

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    Blick in die Gemeinde

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    In der Sakristei

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Heil für Verstorbene

Der Gottesdienst am 1. Juli 2018 hatte das besondere Gepräge, dass nicht nur für Verstorbene gebetet, sondern ihnen zugute auch die Sakramente gespendet wurden, stellvertretend vollzogen an Amtsträgern (siehe Bericht „Gott: Helfer und Erretter für Lebende wie Tote“). Dies geschieht aufgrund der Glaubensgewissheit, dass Gottes Heilswille universal ist und allen Menschen gilt.

Seit dem Opfer Christi ist der Zustand der Seelen im Jenseits zum Guten hin veränderbar – Heil kann also auch noch nach dem leiblichen Tod erlangt werden. Zuwendung von Heil geschieht durch die Predigt, die Vergebung der Sünden und die Sakramente. Dies alles ist auch den Verstorbenen zugedacht. So spendete der Bezirksapostel in dem Gottesdienst die Heilige Wassertaufe, das Heilige Abendmahl und die Heilige Versiegelung für Verstorbene, indem die jeweilige sichtbare Handlung stellvertretend an Lebenden vorgenommen wurde. Die Heilswirkung kommt hierbei nicht den Lebenden, sondern den Verstorbenen zugute.

„Mit der Ukraine verbindet man derzeit auch den Gedanken an die Unruhen, die sich hauptsächlich im Osten der Ukraine seit Februar 2014 ereignen“, schrieb der Bezirksapostel im Vorfeld seiner Ukraine-Reise und verwies darauf, dass im Zusammenhang mit den dort stattfindenden kriegerischen Handlungen über 10.000 Menschen das Leben verloren haben. So bat er gerade auch im Hinblick auf den Gottesdienst am 1. Juli die Amtsträger seines Arbeitsbereichs: „Lasst uns unseren Blick einmal auf all jene richten, die gewaltsam aus dem Leben gerissen wurden, und für diese Seelen in besonderer Weise beten! Wieviel Leid ertragen werden muss, wieviel Ungerechtigkeit es auf der Welt gibt – das weiß alleine der liebe Gott. Er will allen Heil und Frieden zuwenden. Unsere Gebete sollen dazu eine Hilfe sein.“

Der Gottesdienst in Ternopil wurde konsekutiv in die ukrainische Sprache übersetzt; mit dieser Dolmetscher-Aufgabe war Bezirksältester Pawel Bich betraut. Ein gemischter Chor und ein kleines Orchrster sorgten mit ihren Vorträgen für die feierliche musikalische Gottesdienstumrahmung. Zu einem Predigtbeitrag rief der Bezirksapostel Apostel Anatolij Budnyk und Bezirksevangelist Sergej Urasow.

Blick in die Chronik

Die Anfänge der heutigen Gebietskirche Süddeutschland in der Ukraine datieren im Jahr 1991, als die Ukraine die Unabhängigkeit erlangte. Damals wurde von Württemberg und Bayern aus in weiten Teilen der Ukraine mit der kirchlichen Aufbauarbeit begonnen. In Kiew, der Hauptstadt dieses großen Landes im Osten Europas, konnte im Jahr 1995 eine neuapostolische Kirche geweiht werden.

Seit dem Jahr 1999 gehören die Kirchengemeinden und -bezirke in der gesamten Ukraine zum Arbeitsbereich des süddeutschen Bezirksapostels; seit April 2006 ist dies Bezirksapostel Michael Ehrich. Er beauftragte im Jahr 2013 Apostel Anatolij Budnyk aus Ternopil als den sogenannten Länderverantwortlichen.