Der Feiertag „Palmsonntag“ wird 2017 am Sonntag, 9. April, gefeiert. Mit Palmsonntag beginnt gemäß christlichem Kalender die Karwoche, in der Christen an den Leidensweg Jesu und seinen Kreuzestod gedenken.

In der Altstadt Jerusalems (© tracker - Fotolia.com)

Alle neuapostolischen Gemeinden in Süddeutschland feiern den Gottesdienst an Palmsonntag am Vormittag – Gottesdienstbeginn ist um 09:30 Uhr –, und sie laden Gäste dazu herzlich ein (die Adresse einer Gemeinde in Ihrer Nähe finden Sie über die Gemeindesuche.)

Erinnert wird an Palmsonntag an den Einzug Jesu in Jerusalem. Die Bibel berichtet von dem begeisterten Empfang, den damals die Menschen Jesus bereiteten. Sie hatten vielfältige Vorstellungen und Erwartungen an Jesus, die jedoch falsch waren, denn sein König-Sein bezog sich nicht auf Irdisches. Nur wenig später nach dem triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem schlug die Stimmung im Volk um; Jesus wurde gefangen genommen, gefoltert und auf Golgatha gekreuzigt.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Was der 2015 erschienene „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zum zum Einzug Jesu in Jerusalem und den folgenden Ereignissen bis zum Kreuzestod Jesu sagt, zitieren wir nachstehend:

160. Womit begann die Leidenszeit Jesu Christi?

Die Leidenszeit Jesu begann mit seinem Einzug in Jerusalem: „Und als sie in die Nähe von Jerusalem kamen …, sandte er zwei seiner Jünger und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt. Und sobald ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat; bindet es los und führt es her! Und wenn jemand zu euch sagen wird: Warum tut ihr das?, so sprecht: Der Herr bedarf seiner … Und sie führten das Füllen zu Jesus und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich darauf. Und viele breiteten ihre Kleider auf den Weg, andere aber grüne Zweige, die sie auf den Feldern abgehauen hatten. Und die vorangingen und die nachfolgten, schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!“ (Markus 11,1-9). – Trotz des Jubels wusste Jesus Christus, dass die Stimmung im Volk bald umschlagen würde und er den Weg zum Kreuz gehen müsste.

161. Welche Ereignisse folgten auf Jesu Einzug in Jerusalem?

Jesus reinigte den Tempel, indem er Händler und Geldwechsler daraus vertrieb. Damit machte er deutlich, dass der Tempel, das Haus Gottes, heilig und kein Ort für Geschäfte ist.

In Betanien wurde Jesus dann mit kostbarem Narden-Öl gesalbt. Dies geschah nach seinen Worten im Blick auf seinen bevorstehenden Tod, denn Tote wurden damals mit wertvollem Öl gesalbt (vgl. Markus 14,8).

Jesus hatte unter den Pharisäern und Sadduzäern, zu denen die Hohepriester zählten, viele Feinde. Sie wollten ihn töten. Daher wurde seine Lage immer bedrohlicher.

162. Wer verriet Jesus Christus?

Einer der zwölf Apostel, Judas Iskariot, ging vor dem Passafest zu den Feinden Jesu. „Da ging … Judas Iskariot, hin zu den Hohenpriestern und sprach: Was wollt ihr mir geben? Ich will ihn euch verraten“ (Matthäus 26,14.15). Diese boten ihm 30 Silberlinge. Das war ein Betrag, der im Allgemeinen für einen Sklaven bezahlt wurde. Damit erfüllte sich ein Wort des Propheten Sacharja (vgl. Sacharja 11,12.13) – der Herr wurde gleichsam auf die Stufe eines Sklaven gestellt (vgl. 2. Mose 21,32).

163. Wie stiftete Jesus das Heilige Abendmahl?

Zum Passafest war Jesus mit den zwölf Aposteln zusammen und feierte mit ihnen das Passamahl. Es war also auch Judas Iskariot anwesend, der zuvor bei den Feinden Jesu gewesen war, um ihn zu verraten.

Als sie zusammen zu Tisch saßen, stiftete der Herr das Heilige Abendmahl: „Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden“ (Matthäus 26,26-28).

Während dieses Essens kennzeichnete Jesus seinen Verräter, Judas Iskariot. Dieser verließ daraufhin die Gemeinschaft. Er ging weg, „und es war Nacht“ (Johannes 13,30).

164. Was trug sich im Garten Gethsemane zu?

Nach dem Abendmahl ging Jesus mit den elf verbliebenen Aposteln in den Garten Gethsemane. Die menschliche Natur des Gottessohnes wird an seiner Furcht vor dem bevorstehenden Kreuzestod erkennbar. Er fiel in Demut nieder und rang im Gebet: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Lukas 22,42). Jesus stellte sich also völlig unter den Willen seines Vaters – er war bereit, das Opfer zu bringen. Darauf erschien ein Engel und stärkte ihn (vgl. Lukas 22,43). Die Apostel aber schliefen. Kurz darauf wurde Jesus gefangen genommen.

165. Wie geschah die Gefangennahme Jesu?

Als Jesus die Apostel bat, mit ihm zu wachen, kam eine große Schar Bewaffneter, die von den Hohepriestern geschickt waren. Judas Iskariot führte sie zu Jesus und verriet ihn mit einem Kuss: „Welchen ich küssen werde, der ist’s; den ergreift“ (Matthäus 26,48).

166. Wie verhielten sich die Apostel?

Simon Petrus zog das Schwert, um Jesus zu schützen, und schlug dem Knecht eines Hohepriesters ein Ohr ab (vgl. Johannes 18,10). Jesus jedoch hielt ihn zurück und heilte den Knecht.

Jesus machte keinen Gebrauch von seiner göttlichen Macht, sondern ließ sich gefangen nehmen. Daraufhin verließen ihn die Apostel und flohen.

Als Simon Petrus in dieser Nacht darauf angesprochen wurde, ein Jünger Jesu zu sein, stritt er dies ab. Er verleugnete den Herrn dreimal.

167. Warf Jesus später den Aposteln ihr Verhalten vor?

Nein, Jesus kannte die menschlichen Schwächen auch seiner Apostel, doch warf er sie ihnen nicht vor. Er begegnete ihnen nach seiner Auferstehung mit dem Gruß des Friedens.

168. Was geschah nach der Gefangennahme Jesu?

Der Hohe Rat, die Hohepriester und Schriftgelehrten, sprach Jesus wegen Gotteslästerung des Todes schuldig. Die Gotteslästerung wurde darin gesehen, dass er sich als Sohn Gottes bekannte.

169. Was tat Judas Iskariot nach der Verurteilung Jesu?

Nachdem Jesus zum Tod verurteilt worden war, bereute Judas Iskariot seinen Verrat, und er brachte die 30 Silberlinge den Hohepriestern zurück. Diese wollten mit ihm nichts mehr zu tun haben. Darauf warf er das Geld in den Tempel, ging fort und erhängte sich (vgl. Matthäus 27,1-5).

170. Wie erging es Jesus vor Pilatus und Herodes?

Nachdem Jesus vom Hohen Rat – der höchsten Behörde in Judäa – verurteilt worden war, wurde er von dem römischen Statthalter Pontius Pilatus verhört. Dieser war zuständig, da die Juden damals von den Römern beherrscht wurden.

Pilatus hielt Jesus für unschuldig und überstellte ihn an Herodes (mit Beinamen Antipas), den König der Juden. Da den Juden die Vollstreckung der Todesstrafe von den Römern untersagt war, sandte Herodes Jesus wieder zu Pilatus zurück. Dieser ließ Jesus geißeln. Das Volk forderte Jesu Kreuzigung und lastete ihm an, sich als „König der Juden“ gegen den römischen Kaiser erhoben zu haben. Darauf stand die Todesstrafe (vgl. Johannes 19,12).

Pilatus meinte, einen Weg zu wissen, Jesus die Freiheit zu schenken: Da zum Passafest ein Verurteilter begnadigt werden konnte, sollte das Volk entscheiden, ob Jesus oder der Verbrecher Barabbas frei gelassen würde. Aufgehetzt von den Hohepriestern und Ältesten, wählte das Volk Barabbas. Um zum Ausdruck zu bringen, dass er für das nun Folgende nicht verantwortlich sei, wusch sich Pilatus vor dem Volk die Hände und sprach: „Ich bin unschuldig an seinem Blut …“ (Matthäus 27,24). Er ließ Jesus nochmals geißeln und übergab ihn den Soldaten zur Kreuzigung.

171. Wie verhielt sich Jesus in seinem Leiden?

Jesus ließ alle Misshandlungen, Demütigungen und Lästerungen still über sich ergehen. Auch als man ihm zur Verhöhnung eine Dornenkrone auf das Haupt setzte, ertrug er dies mit Würde.

172. Wo endete der Leidensweg Jesu?

Jesus wurde auf Golgatha ans Kreuz geschlagen. Zusammen mit ihm wurden zwei Verbrecher gekreuzigt. Das Kreuz Jesu stand in der Mitte. Hier erfüllte sich die Prophezeiung aus Jesaja 53,12: Der Herr wurde den Übeltätern gleich gerechnet, also wie ein Übeltäter behandelt. Die schweren Leiden Jesu mündeten in einen grausamen Todeskampf, bis er schließlich nach Stunden verstarb.

 

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.