In der Kirche in Heidenheim an der Brenz, Bühlstraße 28, wurde am Sonntag, 26. Juli 2015, ein Gottesdienst gefeiert, den der Präsident der Gebietskirche Süddeutschland, Bezirksapostel Michael Ehrich, hielt. Eine Liveübertragung dieses Sonntagsgottesdienstes gab es nach Geislingen und Giengen / Brenz, so dass viele neuapostolische Christen aus dem Kirchenbezirk Heidenheim (Apostelbereich Ulm) daran teilhaben konnten.

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    Bezirksapostel Michael Ehrich

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    Das Jubelpaar

„Mose sprach: Lass mich deine Herrlichkeit sehen!“ Dieses Bibelwort aus dem Alten Testament – 2. Mose 33,18 – legte der Bezirksapostel der Predigt zugrunde. Mose habe sich gemäß biblischem Bericht, als er sehr niedergeschlagen gewesen sei, auf einem Felsen Gott nahen können, wo ihm Gott seine Güte, Liebe, Gnade und Treue verkündet und die Gebote gegeben habe, führte der Bezirksapostel aus. Auch die Glaubenden heutzutage müssten Niederlagen verkraften, Bedrängnisse durchstehen oder seien mit der eigenen Unvollkommenheit konfrontiert: „Um uns zu trösten und aufzurichten, lädt Gott uns ein, uns ihm zu nahen.“ Im Gottesdienst zeuge der Heilige Geist von der Herrlichkeit Gottes, die sich in Jesus Christus offenbare (Johannes 1,14), sagte der Bezirksapostel und machte im Fortgang der Predigt Ausführungen zu Gottes Güte, Liebe, Treue, Gnade und Gesetz. Dabei zeigte er auf, dass die Herrlichkeit und Gegenwart Gottes insbesondere im Heiligen Abendmahl erlebt werden könne, aber auch in der Gemeinschaft mit den Glaubensgeschwistern (Matthäus 18,20).

Über 100 Sängerinnen und Sänger aus den Gemeindechören des Kirchenbezirks bildeten den Projektchor, der den Gottesdienst in feierlicher Weise musikalisch mitgestaltete. Mit ihren Vorträgen erfreuten sie schon vor Beginn die erwartungsfrohe, freudig gestimmte Gemeinde. Ein Kinderchor aus dem Bezirk hatte zur Begrüßung gesungen und integrierte sich dann in den gemischten Chor der Erwachsenen. Auch Instrumentalisten wirkten mit: ein Klarinetten-Quartett, und es gab Solo Vorträge mit Violin-Begleitung.

„Weise mir, Herr, deinen Weg“ – mit diesem Liedvortrag leitete der gemischte Chor die Predigt ein. Darauf eingehend, führte der Bezirksapostel aus, dass man sich von Gott den Weg auch weisen lassen müsse: Auch wenn die Glaubenden durchaus in der Lage seien, ihr Leben selbstbestimmt zu führen, gelte es doch, die göttliche Wegweisung zu suchen. Dabei sei es wichtig, im Glauben nach der Wahrheit Gottes zu fragen.

Zu einem Predigtbeitrag wurden die Apostel Volker Kühnle, Leiter des Apostelbereichs Nürtingen, und Dieter Prause, Leiter des Apostelbereichs Nürnberg, gerufen.

Auch Apostel Hans-Jürgen Bauer, der für den Apostelbereich Ulm verantwortlich ist, zu dem der Kirchenbezirk Heidenheim zählt, und die Apostel Hans-Peter Schneider, Leiter des Apostelbereichs Heilbronn, und Wolfgang Zenker, Leiter des Apostelbereichs München, waren in Begleitung des Bezirksapostels. Zudem nahmen die Bischöfe aus diesen Apostelbereichen und Ruheständler aus der Kirchenleitung teil, unter ihnen Apostel im Ruhestand Günther Eckhardt, der Amtsvorgänger von Apostel Bauer.

Segen zur „eisernen Hochzeit“

In dem Gottesdienst fand auch eine Segenshandlung statt: Apostel im Ruhestand Helmut Keck und seine Ehefrau Lore empfingen den Segen zu ihrem Ehejubiläum, der „eisernen Hochzeit“ (65 Jahre verheiratet). Als Bibelwort widmete der Bezirksapostel dem Ehepaar zu diesem besonderen Hochzeitsjubiläum Psalm 31,20: „Wie groß ist deine Güte, Herr, die du bewahrt hast denen, die dich fürchten, und erweisest vor den Leuten denen, die auf dich trauen!“

In seiner Ansprache vor der Segensspendung erinnerte der Bezirksapostel daran, dass das Ehepaar fünf Jahre zuvor in einem Festgottesdienst mit Stammapostel Wilhelm Leber den Segen zur diamantenen Hochzeit empfangen hatte, und er führte den Sinnspruch an: „An Gottes Segen ist alles gelegen!“ So hätten die beiden ihr Leben dem Herrn geweiht. „In allen Verhältnissen stand immer der liebe Gott bei euch im Mittelpunkt!“, unterstrich der Bezirksapostel. Er wünschte dem Jubelpaar, es möge sich den Schatz bewahren, den es sich durch Gottvertrauen und Gottesfurcht erworben habe.

Segensspendungen zu speziellen Ehejubiläen werden in der Neuapostolischen Kirche auf Wunsch der Ehepaare durchgeführt. Dabei werden die Ehepartner der weiteren Fürsorge und Begleitung Gottes anbefohlen, auf ihren Ehebund wird neu Gottes Segen gelegt. Zu den Hochzeitsjubiläen Silberhochzeit (25 Jahre), goldene Hochzeit (50 Jahre), diamantene Hochzeit (60 Jahre), eiserne Hochzeit (65 Jahre) – wie nun beim Ehepaar Keck – und Gnadenhochzeit (70 Jahre) sowie zur Kronjuwelenhochzeit (75 Jahre) wird schon lange der Segen erteilt, seit dem Jahr 2010 kann auch zur Rubinhochzeit (40 Jahre) eine solche Segenshandlung erfolgen.

Ein dankbarer, gesegneter Gottesknecht

Apostel Helmut Keck wurde am 16. März 1927 in Heidenheim an der Brenz geboren. Von Beruf ist er Architekt. Sein erstes kirchliches Amt empfing er am 15. November 1953 durch den seinerzeitigen Bezirksapostel Georg Schall. Er wurde zum Diakonen ordiniert. Sein erstes leitendes kirchliches Amt empfing er ebenfalls durch Bezirksapostel Georg Schall: am 31. März 1961, als er zum Bezirksevangelisten ordiniert und für den Kirchenbezirk Heidenheim als stellvertretender Bezirksvorsteher beauftragt wurde. (Seine „Wohnortgemeinde“ ist auch heute in diesem Kirchenbezirk, es ist die gleichnamige Gemeinde Heidenheim.)

Im Gottesdienst, den der damalige internationale Kirchenleiter, Stammapostel Ernst Streckeisen, am 29. Februar 1976 in Ulm-West hielt, wurde Helmut Keck – der damals das Amt „Bezirksältester“ trug und Leiter des Kirchenbezirks Heidenheim war – zum Apostel ordiniert. Zu seinem Arbeitsbereich als Apostel zählten die Kirchenbezirke Göppingen, Heidenheim, Ravensburg, Schwäbisch Gmünd und Ulm, die vor ihm von Apostel Gottlob Herrmann und anschließend von Apostel Karl Kühnle (dem nachmaligen Bezirksapostel von Württemberg und Bayern) betreut worden waren. Ab November 1982, nachdem Bezirksapostel Karl Kühnle zu der Verantwortung für die Gebietskirche Württemberg auch die für die Gebietskirche Bayern bekommen hatte, war Apostel Helmut Keck zudem für die bayerischen Kirchenbezirke Immenstadt, Kempten und Memmingen verantwortlich.

Wegen Erreichen der Altersgrenze wurde er am 22. September 1996 durch Stammapostel Richard Fehr in den Ruhestand versetzt.

In einem Interview, das Apostel Helmut Keck Jugendlichen seines früheren Arbeitsbereichs im Jahr 2000 gab, zeigte sich der Ruheständler rückblickend sehr dankbar, dass er die nötigen Kräfte zur Ausübung seines verantwortlichen Auftrags gehabt habe, denn: „Ein [hauptamtlicher] Amtsträger der Kirche [wie er als Apostel] arbeitet nicht einfach in seinem Beruf, für ihn ist seine Arbeit eine göttliche Berufung.“ Er gab den Jugendlichen damals abschließend das Bibelwort aus Psalm 50,23 mit, das kennzeichnend für seine Glaubenshaltung ist: „Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes“ – ein Gedanke, der auch in der Predigt des Bezirksapostels Ehrich am 26. Juli angeklungen ist.