Unter dem Gedanken der Freude über das in Jesus Christus angebotene Heil stand in den Kirchengemeinden die Predigt im Gottesdienst am Sonntagvormittag, 6. November 2016.

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Zugrunde lag ein Bibelwort aus dem Johannes-Evangelium: „Und auch ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will euch wiedersehen, und euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen“ (Kapitel 16, Vers 22). Das Bibelwort gehört in den Zusammenhang der Abschiedsreden Jesu, der seine Jünger mit der Verheißung des Wiedersehens mit ihm tröstete. Diese Verheißung – Grund zur Freude – sollte die Jünger Jesu begleiten, auch in Bedrückung, Verfolgung und Not.

Auch heute können die Nachfolger Jesu Christi Freude in schwierigen, traurigen und leidvollen Lebenssituationen haben: In Jesus Christus ist Gott, der Sohn, Mensch geworden und hat das zum Heil der sündigen Menschen das Opfer am Kreuz erbracht. Dass Jesus Christus gekommen ist, um das Heil zu bringen, ist ein Grund zu wahrer Freude.

Freuen können sich – in schönen und in schweren Zeiten – die Glaubenden auch im Blick auf die Wiederkunft Jesu Christi und die ewige Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott.

Heil für Lebende und Verstorbene

Traditionell hat in der Neuapostolischen Kirche der erste Sonntags-Gottesdienst im Monat November – wie auch der erste Sonntags-Gottesdienst im März und Juli – das Heil für die Verstorbenen zum Thema. Das Heil in Jesus Christus ist ohne Grenzen: Niemand ist davon ausgeschlossen, gleichgültig, ob er sich unter den Lebenden befindet oder verstorben ist.

Um Heil in Jesus Christus zu erlangen, braucht es den Glauben an Jesus Christus, seinen Opfertod und seine Auferstehung, und es braucht die Erkenntnis der eigenen Heilsbedürftigkeit. Daher wurde in den Kirchengemeinden im Gottesdienst am 6. November ein Fürbittgebet für die Verstorbenen gesprochen, die das Heil in Jesus Christus noch nicht erlangt haben, dass Gott ihnen helfen möge, an Jesus Christus zu glauben, ihre Heilsbedürftigkeit zu erkennen und Heil zu erlangen.

Bezirksapostel Michael Ehrich besuchte am ersten November-Wochenende Gemeinden in Nigeria, feierte mit ihnen Gottesdienst, und spendete auch die Sakramente für Verstorbene, stellvertretend vollzogen an Amtsträgern.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Einiges von dem, was der 2015 erschienene „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zum Weiterleben nach dem leiblichen Tod des Menschen und zum Heil für Verstorbene sagt, zitieren wir nachstehend:

537. Wo befinden sich die Menschen nach dem leiblichen Tod?

Seele und Geist von Menschen, die gestorben sind, gelangen in das Totenreich. Dies bezeichnen wir auch als „Jenseits“.

538. Was verstehen wir unter dem „Jenseits“?

Der Begriff „Jenseits“ bezieht sich im Allgemeinen auf alle Bereiche, Vorgänge und Zustände, die außerhalb der materiellen Welt liegen. Im engeren Sinn ist damit das Totenreich (hebräisch: „scheol“, griechisch: „hades“) gemeint.

539. Gibt es eine Reinkarnation der Toten?

Nein, Vorstellungen von wiederholten Erdenleben (Reinkarnation), ob als Mensch, Tier oder Pflanze, widersprechen den biblischen Aussagen und damit dem Inhalt des Evangeliums. Es ist „den Menschen bestimmt […], einmal zu sterben“ (Hebräer 9,27).

540. Können wir in Verbindung mit Verstorbenen treten?

Durch das Andenken an Verstorbene und das Beten für sie haben wir Verbindung mit ihnen.

Durch Totenbeschwörung oder Totenbefragung mit Verstorbenen in Verbindung zu treten, ist von Gott untersagt und somit Sünde: „… dass nicht jemand unter dir gefunden werde, der … Geisterbeschwörungen … vornimmt oder die Toten befragt. Denn wer das tut, der ist dem Herrn ein Gräuel“ (5. Mose 18,10-12).

541. Wie ist der Zustand der Seelen im Jenseits?

Der Zustand der Seelen in der jenseitigen Welt ist Ausdruck der Gottnähe oder Gottferne. Die Seele des Menschen hat durch seinen leiblichen Tod keine Veränderung erfahren. Glaube oder Unglaube, Versöhnlichkeit oder Unversöhnlichkeit, Liebe oder Hass prägen den Menschen nicht nur in dieser Welt, sondern auch im Jenseits.

Dieser Zustand wird im Gleichnis Jesu vom reichen Mann und armen Lazarus (vgl. Lukas 16,19-31) auch angesprochen, wenn dort von einem Ort der Geborgenheit und einem Ort der Qual die Rede ist. Den Verstorbenen kann ihr Zustand bewusst werden. Diejenigen, die Qual leiden, erhoffen Hilfe.

542. Wer sind die, die „in Christus gestorben sind“?

In 1. Thessalonicher 4,16 ist von den Toten zu lesen, „die in Christus gestorben sind“. Das sind die Verstorbenen, die aus Wasser und Geist wiedergeboren wurden und sich auf die Wiederkunft Christi vorbereiten lassen. Sie gehören mit zur Gemeinde des Herrn und befinden sich in einem Zustand der Gerechtigkeit vor Gott, die aus Gnade und Glaube erlangt wird.

543. Ist der Zustand der Seelen im Jenseits veränderbar?

Ja, seit dem Opfer Christi ist der Zustand der Seelen im Jenseits zum Guten hin veränderbar.

Jesus Christus ist nach seinem Tod ins Totenreich gegangen und hat dort gepredigt. Predigt des Evangeliums beinhaltet die Möglichkeit zur Veränderung für den, der sie im Glauben annimmt.

Heil kann also auch noch nach dem leiblichen Tod des Menschen erlangt werden.

544. Wie ist Veränderung der Seelen im Jenseits möglich?

Seelen im Jenseits, die nie vom Evangelium gehört, keine Sündenvergebung erfahren und kein Sakrament empfangen haben, befinden sich in einem Zustand der Gottferne. Dieser Zustand kann nur durch den Glauben an Jesus Christus und sein Opfer sowie durch den Empfang der Sakramente überwunden werden.

 

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.