In Münsingen, wo die Gebietskirche Süddeutschland in der Trailfinger Straße 51 ein neues Kirchengebäude errichten ließ, wurde am Sonntag, 15. Oktober 2017, der Festakt zur Einweihung begangen.

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    Apostel Kühnle bei der Festansprache

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    Hornist Uwe Schmid, an der Orgel Andreas Ostheimer

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Die Festansprache hielt Apostel Volker Kühnle, Leiter des Apostelbereichs Nürtingen, zu dem der gleichnamige Kirchenbezirk mit der Kirchengemeinde Münsingen gehört.

Münsingens Bürgermeister Mike Münzing und Dekan Norbert Braun vom evangelischen Kirchenbezirk Bad Urach-Münsingen teilten die Freude der Gemeinde über das neue Kirchengebäude und richteten Grußworte an die Festakt-Teilnehmer. Musik zum Lob und Dank Gottes – es gab verschiedene Instrumentalvorträge – bereicherte das Programm, zu dem auch eine Erläuterung zur Orgel sowie zum Kirchengebäude zählte.

Das neue Kirchengebäude – ein Systembau

Das neue Kirchengebäude wurde errichtet, da das bisherige im Auinger Weg 7, das im Dezember 1956 geweiht worden war, trotz einer Umgestaltungsmaßnahme im Jahr 1992 nicht den heutigen Bedürfnissen an ein aktives Gemeindeleben entsprach und ohnehin Renovierungsbedarf bestand. Der Neubau befindet sich in einem neu erschlossenen Bebauungsgebiet.

Es ist ein Systembau, der von Architekten der Abteilung Bau/Unterhalt des Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland entwickelt wurde. Mit geringfügigen Anpassungen ist er an unterschiedlichen Standorten realisierbar und bedeutet durch die äußerst effiziente Planung und die Bündelung von Kapazitäten eine nicht unbeträchtliche Zeit- und Kostenersparnis. Letzteres ist ein wichtiger Faktor auch im Hinblick auf die Eigenfinanzierung der Neuapostolischen Kirche, die keine Zuschüsse der öffentlichen Hand beansprucht.

Baukörper, Gestaltung

Das Kirchengebäude besteht aus einem hohen Hauptbaukörper – mit dem Sakralraum – und einem niedrigeren Nebenbaukörper. Wände und Decken des Hauptbaukörpers sind als massive Stahlbetonkonstruktion ausgeführt; die Wände des Sakralraums erhielten eine vorgehängte Klinkerfassade. Bei dem Nebenbaukörper wurden die Wände aus hochgedämmten Ziegelmauersteinen errichtet; er hat eine Putzfassade. Aus Gründen der Nachhaltigkeit und Schöpfungsverantwortung sind die als Flachdach ausgeführten beiden Dächer des Bauprojekts extensiv begrünt worden

Die für den Sakralraum gewählte quadratische Form macht die Besonderheit der sakralen Nutzung deutlich. Im Inneren vermittelt die klare kubische Gebäudeform Geborgenheit und Schutz, während die äußere Hülle für Beständigkeit und Langlebigkeit steht. Die Außenwände haben schlitzartige Fensteröffnungen, die als Glaskunst ausgeführt sind. Die Glaskunst hat der Künstler Tobias Kammerer (Rottweil) entworfen.

Funktionalität, Raumprogramm

Der Sakralraum ist der zentrale Raum im Gebäude; er bietet Sitzplätze für 125 Gottesdiensteilnehmer und ist auf den Altarbereich hin ausgerichtet. Der Altar wurde aus einem liegenden Quader aus Eichenholz skulptural gestaltet. Er ist der heilige Ort, an dem das Opfer Christi verwaltet und die Sakramente der Kirche gespendet werden („Tisch des Herrn“); vom Altar aus erfolgt auch die Wortverkündigung.

Zur feierlichen musikalischen Mitgestaltung der Gottesdienste wurde neben dem Altar eine Pfeifenorgel eingebaut; sie hat zwei Manuale und fünf Register. Gebaut wurde sie von der Orgelbaufirma Andreas Offner aus Kissing.

In dem Nebenbaukörper finden die Aktivitäten des Gemeindelebens statt. Denn hier sind außer der Sakristei zwei Mehrzweckräume angeordnet, die für die kirchlichen Unterrichte (Sonntagsschule, Religionsunterricht usw.), Jugendabende, Gemeinde- und Seniorenzusammenkünfte und weitere Aktivitäten im Gemeindeleben genutzt werden können. Auch eine Teeküche sowie Funktionsräume (Sanitär- und Technikraum) sind hier untergebracht. Für die verschiedenen Nutzungen können die Mehrzweckräume untereinander zu einem großen Raum verbunden werden.

Die Erschließung des Kirchengebäudes erfolgt barrierefrei über den Eingangsbereich parallel zum Bauhauptkörper bis zum Eingang zwischen den beiden Baukörpern.

Das Projektmanagement lag bei der Abteilung Bau/Unterhalt des Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums der Gebietskirche Süddeutschland, der Bauherrschaft, die Bauleitung bei Selbmann-Architektur (Magolsheim).

Den Weihe-Gottesdienst hatte Bezirksapostel Michael Ehrich bereits am Sonntag, 24. September 2017, gehalten (wir berichteten).

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