Für die aus den bisherigen Gemeinden Walldorf, Wiesloch und Wiesloch-Baiertal neu entstandene Gemeinde Wiesloch (Kirchenbezirk Heidelberg) wurde eine neue Kirche in der Alten Heerstraße 11 errichtet.

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    Blick in den Kirchensaal

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    Emblem an der Außenfassade

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    Der Altar

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    Kunstglasfenster

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    Opferkasten

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    Ablagefächer

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    Garderobe

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    Die Küchenzeile

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    Festakt am 22. Oktober 2018

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    Apostel Herbert Bansbach

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    Chorvortrag

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    Bürgermeister Ludwig Sauer

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    Gemeinsames Lied "Nun danket alle Gott"

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    Der evangelische Pfarrer Dr. Andreas Blaschke

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    Architekt Stephan Pfäffle

In einem Festgottesdienst mit dem Präsidenten der Gebietskirche, Bezirksapostel Michael Ehrich, wurde die neue Kirche am Erntedanksonntag, 7. Oktober 2018, geweiht (wir berichteten). Am Montag, 22. Oktober 2018, fand der Festakt anlässlich der Kirchenweihe statt und die neue Kirche wurde der Öffentlichkeit präsentiert. Die Kirche ist gottesdienstliche Versammlungsstätte und erfüllt mit den Nebenräumen zudem die Funktion eines Gemeindehauses.

Als Vertreter der Bauherrschaft – der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland – war Apostel Herbert Bansbach zum Festakt nach Wiesloch gekommen. Er leitet den Apostelbereich Karlsruhe, zu dem der Kirchenbezirk Heidelberg mit acht Gemeinden zählt, darunter die neue Gemeinde Wiesloch.

Grußworte sprachen Ludwig Sauer, der Bürgermeister der Stadt Wiesloch, und Pfarrer Dr. Andreas Blaschke von der evangelischen Petrusgemeinde Wiesloch. Architekt Stephan Pfäffle, stellvertretender Leiter der Abteilung Bau/Unterhalt im Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum der Gebietskirche Süddeutschland, erläuterte aus architektonischer Sicht den Kirchenneubau.

Zum Kirchenneubau

Das Kirchengebäude liegt am westlichen Ortsrand von Wiesloch und wird im Westen, Süden und Osten begrenzt von Wohnbebauung, nordöstlich von einem Firmengelände. Der hohe Baukörper des Kirchensaals ist an die höchste Geländestelle gesetzt; so ist die Kirche im Straßenraum schon von Weitem erkennbar. Zeitgleich bildet sich dadurch am Stadteingang von Wiesloch eine Pfortensituation.

Das Gebäude erzielt eine beeindruckende Wirkung durch klare geometrische Formen. Der Gebäudeteil, in dem der Sakralraum untergebracht ist, sticht durch das treppenartig ausgeführte Dach und einer Höhe von 10,30 Metern deutlich hervor. Die angegliederten funktionalen Nebenräume und das Foyer sind hingegen eingeschossig mit einer Höhe von knapp vier Metern.

Da der Sakralraum, das Foyer und die Nebenräume auf einer Ebene liegen, sind sie für Familien mit Kinderwagen und für gehbehinderte Gottesdienstbesucher ebenerdig zu erreichen. Der Kirchplatz vor dem Eingang an der Südseite des Gebäudes kann bei schönem Wetter als Treffpunkt für Veranstaltungen genutzt werden.

Der Sakralraum bietet Sitzplätze für 180 Gottesdiensteilnehmer und ist auf den Altarbereich hin ausgerichtet. Der Altar wurde als eine handwerkliche Steinmetzarbeit gefertigt. Er ist der heilige Ort, an dem das Opfer Christi verwaltet und die Sakramente der Kirche gespendet werden („Tisch des Herrn“). Vom Altar aus erfolgt auch die Evangeliumsverkündigung (es gibt keine Kanzel). An der Altarrückwand wurde ein schlichtes Holzkreuz angebracht.

Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Lichtstimmung im Gottesdienstraum gelegt. Beidseitig gibt es bodentiefe Verglasungen, die dem Raum Weite geben. An der Nordseite wird diffuses Licht durch satinierte Fensterflächen in den Raum geführt. Künstlerisch gestaltete Glaselemente, die in vorgesetzte Nischen eingesetzt sind, filtern das Licht von der Südseite aus und bieten damit einen wirkungsvollen Sonnenschutz. Durch ein Oberlicht an der höchsten Stelle (direkt über dem Altar) wird indirektes Licht an der Altarrückwand entlang geleitet und in den Raum reflektiert. Ergänzt wird das Lichtkonzept durch filigrane Pendelleuchten an der Decke.

Zur feierlichen musikalischen Mitgestaltung der Gottesdienste wird – in ca. zwei Jahren – links neben dem Altar eine freistehende Pfeifenorgel eingebaut. Dieses Instrument wird hergestellt von der Orgelbaufirma Waldkircher Orgelbau Jäger & Brommer aus Waldkirch.

Im sich anschließenden, niedrigeren Gebäudeteil finden die Aktivitäten des Gemeindelebens statt. Hier sind außer der Sakristei zwei Mehrzweckräume angeordnet, die für die kirchlichen Unterrichte (Vorsonntagsschule, Sonntagsschule, Religionsunterricht, Konfirmandenunterricht), Jugendabende, Gemeinde- und Seniorenzusammenkünfte und weitere Aktivitäten im Gemeindeleben genutzt werden können. Zu diesem Zweck ist in einem der Nebenräume eine Teeküche untergebracht. Durch eine mobile Faltwand kann der größere der beiden Mehrzweckräume zur Erweiterung des Gottesdienstraums mit diesem verbunden werden.

Im gesamten Gebäude wurde ein Steinboden in Betonoptik verlegt, der damit einen dunklen Farbton hat. Im Kontrast dazu wurden Wände und Decken weiß verputzt. Als Vermittler zwischen diesen Farbkontrasten wirken Türen, Fenster, Möbel und Holzeinbauten, die in einem hellen Fichtenfurnier ausgeführt sind.

Das Projektmanagement lag bei der Abteilung Bau/Unterhalt des Verwaltungs- und Dienstleistungszentrums der Gebietskirche, Planung und Bauleitung hatte Architekt Jochen Uhlmann vom Büro Mühleisen + Partner Planungsgesellschaft mbH aus Stuttgart übernommen. Die Finanzierung erfolgte ausschließlich aus Eigenmitteln der Gebietskirche, die keine Zuschüsse der öffentlichen Hand beansprucht.