Am Sonntag, 12. Juli 2015, war die Messe in Offenburg Treffpunkt für rund 3.400 neuapostolische Jugendliche, ihre Seelsorger und die Jugendbegleiter aus den Apostelbereichen Freiburg/Tübingen, Karlsruhe und Stuttgart – der Jugendtag 2015 wurde gefeiert.

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    Bezirksapostel Michael Ehrich führte den Gottesdienst durch

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    Der große Jugendchor umrahmte den Gottesdienst ...

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    ... gemeinsam mit dem Orchester musikalisch

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    Über 3.000 Teilnehmer waren in der Baden-Arena zusammengekommen

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    "Gastapostel" war Gert Opdenplatz aus Hessen

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    Bischof Bernd Bornhäusser aus dem Apostelbereich Stuttgart

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    Bezirksältester Rolf Bonnet aus Pforzheim

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    Evangelist Reinhold Hepp referierte zum Thema "Fair Trade" am Nachmittag

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    Apostel Opdenplatz kam am Nachmittag ebenfalls nochmals zu Wort

Die Sonne schien, Sonnenblumen schmückten den Altar in der zum Gottesdienst-Ort umfunktionierten Baden-Arena, „sonnig“ war die Atmosphäre am Jugendtag, die Jugendlichen und Amtsträger strahlten vor Freude über dieses Fest der Gemeinschaft und Begegnungen. Den Höhepunkt bildete der Gottesdienst, den Bezirksapostel Michael Ehrich, Präsident der Gebietskirche Süddeutschland, am späten Vormittag durchführte. Der Jugendtag stand unter dem Motto „Verantwortung im Leben und im Glauben“.

Das Motto prägte den Gottesdienst und das Nachmittagsprogramm, welches sich aus viel Musik, einem Wortbeitrag des „Gastapostels“ und einer interessanten Präsentation zum Thema „Fair Trade“ zusammensetzte und somit auch Aspekte des Glaubens beleuchtete. „Gastapostel“ an diesem Jugendtag war Apostel Gert Opdenplatz aus der Gebietskirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland. Von den süddeutschen Aposteln waren Apostel Herbert Bansbach, Apostel Jürgen Loy und Apostel Martin Schnaufer dabei.

Auch auf das sehen, was dem andern dient

Dieser Gedanke zog sich als roter Faden durch die Predigt, der aus der Luther-Bibel die Verse 4 und 5 aus dem Philipper-Brief, Kapitel 2, zugrunde lagen: „… und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Seid so unter euch gesinnt, wie es auch der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.“ Vers 4 wurde anhand anderer Bibelübersetzungen, die der Bezirksapostel zitierte, für die Jugendlichen noch deutlicher: „Habt nicht das eigene Wohl im Auge, sondern jeder das des andern“ (Züricher Bibel) und: „Denkt nicht nur an eure eigenen Angelegenheiten, sondern interessiert euch auch für die anderen und für das, was sie tun“ (Neues-Leben-Bibel).

Das bedeute, dass man sich auch einlasse auf andere und bereit sei, „ein Stück weit Selbstlosigkeit zu üben“, erläuterte der Bezirksapostel. Er erwähnte in diesem Zusammenhang das Gebot, Gott über alles zu lieben und den Nächsten wie sich selbst – wobei, wie Jesus deutlich gemacht habe, jeder der Nächste für einen sein könne. Der Bezirksapostel unterstrich, dabei gehe es nicht um etwas Äußerliches, sondern um die innere Haltung („Die ist grundlegend wichtig!“) zum Herrn und zum Nächsten. Es gelte, in der Gesinnung Jesu Christi mehr und mehr offenbar zu werden.

Dazu griff der Bezirksapostel drei Punkte heraus: den Willen Gottes erfüllen, anderen vorbehaltlos begegnen, opferbereit sein. In seinen Ausführungen zu dem Gedanken, dem anderen vorbehaltlos zu begegnen, erinnerte er u.a. an den Impuls, den er im Februar an die süddeutschen Gemeinden gegeben hatte – sich im Rahmen der Flüchtlingshilfe zum Wohl anderer einzubringen – und appellierte, „ein mitfühlendes Herz und eine offene Hand“ für Menschen in Not zu haben.

Um einen Predigtbeitrag wurden Apostel Gert Opdenplatz, Bischof Bernd Bornhäusser aus dem Apostelbereich Stuttgart und Bezirksältester Rolf Bonnet aus dem Kirchenbezirk Pforzheim (Apostelbereich Karlsruhe) gebeten.

Musikalische Mitgestaltung

Orgel- und Klavierspiel, ein gemischter Chor, den Jugendliche aus den eingeladenen Apostelbereichen bildeten (Leitung: Elena Müller), sowie ein Orchester aus den Apostelbereichen Karlsruhe und Stuttgart mit rund 100 Instrumentalistinnen und Instrumentalisten (Leitung: Eike Senz) umrahmten den Gottesdienst und gestalteten einen Teil des Nachmittagsprogramms.

Einen besonderen Akzent setzten sie vor dem Gottesdienst – auf den sie mit etlichen Liedern einstimmten – mit dem Vortrag „Komm, jetzt ist es Zeit, wir beten an“ (Chor mit Klavierbegleitung).

Als Auftakt zur Wortverkündigung erklangen die Fragen: „Brauchst du Kraft?“ mit der Antwort: „Bei ihm [dem Herrn] ist Stärke!“ und „Brauchst du Hilfe?“ – „Er ist da!“, gesungen von den über 1.000 Sängerinnen und Sänger des Jugendchors.

Das Schlusslied des Gottesdienstes, „Stern, auf den ich schaue“, trugen Chor und Orchester zusammen vor, und alle Jugendtagsteilnehmer waren eingeladen mitzusingen. So stieg aus tausenden Herzen und Kehlen das Bekenntnis auf, wie es der Refrain ausdrückt: „Alles, Herr, bist du!“

„Wunderanfang, herrlich’s Ende“

Der emotionale Einstieg in den Jugendtag, etwa eine halbe Stunde vor Gottesdienstbeginn, wurde von Jugendlichen gestaltet und spiegelte ihren Glauben, ihre Empfindungen und Wünsche wider. „Was erwartest du?“, fragten Jugendliche aus Freiburg, die – von Klaviermusik untermalt – beispielhaft einige Gedanken aus den Beiträgen ihrer Glaubensgeschwister vortrugen, die in einem Onlineportal im Hinblick auf den Jugendtag gepostet worden waren.

Da kam Dank an Gott zum Ausdruck, Hoffnung auf Glaubensstärkung, auf Gedankenanstöße und „eine neue Perspektive“. Es wurden mancherlei Bitten geäußert, darunter zum Beispiel der Herzenswunsch nach dem richtigen Lebenspartner oder auch konkret hinsichtlich des Gottesdienstes, dem Herrn „genug Platz in meinem Herzen freizumachen“. Jemand hatte gepostet: „Gott, wo bist du? Ich brauche dich. Bitte, tröste mich heute!“ Auch Gebete mit dem Verlangen, „… lass mich immer Augenblicke für dich finden und immer ein offenes Herz für dich haben!“, Gebete voll Freude und Gebete im Empfinden: „Ich fühle mich geborgen bei dir“ wurden vorgetragen.

Sein Gottvertrauen hatte jemand in das Lied „Wunderanfang, herrlich’s Ende“ gekleidet: „Gott muss man in allen Sachen, weil er alles wohl machen, End und Anfang geben frei. Er wird, was er angefangen, lassen so ein End erlangen, dass es wunderherrlich sei.“

„Auch du bist Teil der Schöpfung …“

… brachten Jugendliche in einer ansprechenden Videopräsentation im Einklang mit dem Jugendtagsmotto am Nachmittag zum Ausdruck und stellten die Frage: „Was machst du daraus?“ Impulse, wie sich verantwortliches Handeln im Alltag, zum Beispiel beim Kaufverhalten, erweisen kann, bekamen die Jugendtagsteilnehmer anschließend zum Thema „Fair Trade“: Reinhold Hepp, ein neuapostolischer Gemeindevorsteher aus der Fair-Trade-Stadt Stuttgart, sensibilisierte mit einer Präsentation und mit Videoclips zu Arbeitsbedingungen beispielsweise in der Textilverarbeitung in asiatischen Ländern und bei der Rosenproduktion sowie bei der Coltangewinnung in afrikanischen Ländern. „Du hast die Wahl – du hast die Verantwortung!“  …

Mit dem gemeinsamen Lied zum Schluss des Nachmittagsprogramms „Lobt froh den Herrn“ endete dieses Fest der Gemeinschaft und schönen Begegnungen. Und für die Jugendlichen, die nicht dabei sein konnten, gab es am Schluss ein riesiges Selfie, auf dem alle zum Gruß winkten.

Mit großem Applaus quittiert wurde die Ankündigung des Bezirksapostels, im Jahr 2016 werde es wieder einen gemeinsamen Jugendtag für die Jugendlichen aus Süddeutschland geben: in Stuttgart, in der Messe.
 

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