Das diesjährige Erntedankfest wird in den Kirchengemeinden in Süddeutschland am Sonntag, 2. Oktober 2016, begangen.

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Im Hinblick auf das Erntedankfest wandte sich Bezirksapostel Michael Ehrich mit einigen Gedanken an die Glaubensgeschwister in Süddeutschland. In seinem nach den Gottesdiensten am Samstag, 24. September 2016, vorgelesenen Schreiben brachte er unter anderem zum Ausdruck, die Dankbarkeit und Liebe gegenüber dem Herrn könne bewiesen werden, indem man im Sinne des Herrn handle. Dazu nannte er beispielhaft drei Möglichkeiten: „Wenn wir dem Nächsten, der in irdischer oder seelischer Not ist, beistehen und ihm eine helfende Hand reichen. Wenn wir über das Gute sprechen, das wir vom Herrn empfangen. Wenn wir Opfer bringen, sei es im Verzicht, im Dienen oder finanziell.“

Das vom Bezirksapostel erwähnte Dienen bezieht sich auf die ehrenamtliche Gemeindearbeit – Gemeindemitglieder erfüllen freiwillig die vielfältigen Aufgaben im Gemeindeleben –, das finanzielle Opfer auf die Freiwilligkeit bei der Finanzierung: Es werden keine Kirchensteuern erhoben, sondern die Kirche finanziert sich durch das, was anonym in den Opferkasten im Kirchengebäude gelegt wird, und durch Spenden.

Ein Dankopfer darbringen und Nächstenliebe üben

Am Erntedank-Sonntag haben die Gläubigen die Möglichkeit, ein so genanntes Dankopfer darzubringen – Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Gott.

Mit dem Dankopfer wird u.a. ermöglicht, dass das Hilfswerk der Gebietskirche Süddeutschland, das Missionswerk, humanitäre Hilfe leistet: Hilfseinrichtungen staatlicher, kirchlicher und weiterer Träger werden finanziell unterstützt, hierzulande und im Ausland. So ist das „Dankopfer“ auch Ausdruck von Mitempfinden mit denen, die in Not geraten sind, Ausdruck von Nächstenliebe.

In der Monatsschrift vom September 2016 für Amtsträger der Neuapostolischen Kirche äußerte sich der Stammapostel, höchste geistliche Autorität in der Neuapostolischen Kirche, zum Gedanken, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen. Dabei wies er darauf hin: „Wenn wir unserem Nächsten helfen, so geht es nicht darum, uns in den Vordergrund zu stellen oder ihn in unsere Kirche zu ziehen, sondern wir tun es, weil wir ihn lieben.“

Unterstützung von „Tafel“-Einrichtungen

Im Hinblick auf das diesjährige Erntedankfest hat die Gebietskirche Süddeutschland über ihr Hilfswerk, das Missionswerk, die finanzielle Unterstützung von „Tafel“-Einrichtungen geplant (wir berichteten). Dazu stehen, wie auch schon zu Jahresbeginn, über 50.000 Euro zur Verfügung.

Ergänzend zu der finanziellen Spende an „Tafel“-Einrichtungen können die Gläubigen zum Erntedank-Gottesdienst haltbare und abgepackte Lebensmittel in die Kirche bringen, die dann an „Tafel“-Einrichtungen weitergegeben werden – das „tägliche Brot“ mit dem Nächsten teilen.

Im Ausland leistet die Gebietskirche über das Missionswerk Hilfe nach dem Motto „Brot – Brunnen – Brücken“. Mit Mitteln aus dem Dankopfer 2016 soll auch die von Süddeutschland aus betreute Gebietskirche in Nigeria unterstützt werden, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, wo die allgemeine wirtschaftliche Not zunehmend stärker wird.

 

Was sagt der Katechismus dazu?

Was der 2015 erschienene „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ über Opfer und Opferbereitschaft sagt, zitieren wir nachstehend:

729. Was ist „Opferbereitschaft“?

Im Allgemeinen versteht man unter „Opferbereitschaft“ die innere Bereitschaft eines Menschen, seine Kräfte und Gaben zum Wohl anderer einzusetzen und seine eigenen Interessen dafür zurückzustellen.

730. Was versteht man allgemein unter „Opfer“?

Im üblichen Sprachgebrauch sind „Opfer“ Gaben, die Gott dargebracht werden. Ebenso können darunter Taten von Menschen verstanden werden, die sich im Dienst für andere hingeben. Auch Geldmittel, die für religiöse Zwecke gespendet werden, sind im religiösen Sprachgebrauch Opfer.

731. Wie verstehen wir unser „Opfer“?

Unser „Opfer“ verstehen wir als den Einsatz von Begabungen und Fähigkeiten, von Zeit und Kraft, die in den Dienst Gottes und seines Werkes gestellt werden.

Auch wenn zugunsten des Werkes Gottes Verzicht geübt wird, ist es ein Opfer.

Es ist dem Gläubigen ein Anliegen, seine Dankbarkeit und Liebe Gott gegenüber auch in konkreten Gaben (Opfern) auszudrücken, seien es Geldmittel oder Naturalien. Nach Maleachi 3,10 sollte man den „Zehnten“ aller Erträge in das Haus des Herrn bringen. Der „Zehnte“ kann als Orientierung für die Opfergaben der Glaubensgeschwister dienen.

Letztlich ist alles Opfer, was der Glaubende aus Liebe zu Gott tut oder unterlässt.

732. Welche Bedeutung hat das Opfer im Alten Bund?

Opfer haben im Alten Bund eine herausragende Bedeutung. Mit dem Opfer soll Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht, göttliche Strafe abgewendet oder auch Versöhnung herbeigeführt werden.

Die Opfer wurden in vielfältiger Form dargebracht. Das mosaische Gesetz legte alle Einzelheiten des Opferdienstes genau fest (vgl. 3. Mose 1-7).

733. Welche Bedeutung hat das Opfer im Neuen Bund?

Der alttestamentliche Opferdienst, der den Menschen mit Gott versöhnen sollte, hat durch das Opfer Christi seine Bedeutung verloren (vgl. Hebräer 8-10). Opfer im neutestamentlichen Sinn bedeutet, dass man sein Leben nach dem Evangelium führt. So rief Apostel Paulus die Christen auf, „dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist“ (Römer 12,1).

734. Wer ist das Vorbild der Opferbereitschaft?

Jesus Christus ist das Vorbild der Opferbereitschaft. Er hat sich selbst, aus Liebe zu den Menschen, als Gabe und Opfer gegeben.

Wenn auch kein anderes Opfer mit dem des Herrn verglichen werden darf, steht doch seine Opferbereitschaft als Vorbild da, das zur Nachfolge aufruft.

735. Was ist der Grund für die Opferbereitschaft?

Opfer im christlichen Sinn darf nicht erzwungene Pflicht sein, soll auch nicht in Erwartung einer Gegenleitung stehen. Opferbereitschaft erwächst vielmehr aus Glaube, Dankbarkeit und Liebe gegenüber Gott.

736. Wie zeigt sich Opferbereitschaft im Gemeindeleben?

Opferbereitschaft zeigt sich unmittelbar im Gemeindeleben: Zahlreiche Glaubensgeschwister bringen unentgeltlich einen erheblichen Teil ihrer Freizeit, Kraft und Begabung in den Dienst der Gemeinde ein. Viele wirken im Musik- und Unterrichtswesen der Kirche mit. Bis auf wenige Ausnahmen sind auch die Amtsträger ehrenamtlich tätig.

 

Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.