Erntedank – in diesem Jahr am 1. Oktober – ist ein Fest der Dankbarkeit gegenüber Gott, dem Schöpfer, für alle Gaben und seinen Segen. Es ist ein Fest der Freude über seine wunderbare Schöpfung.

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Erntedank ruft Christen dazu auf, Gott, von dem alles kommt, worüber wir auf Erden verfügen, die Ehre zu geben.

Nicht zuletzt erinnert dieses Fest daran, mit dem Nächsten zu teilen, wenn er Not leidet. Angesichts der unvorstellbaren Not, die weltweit herrscht – z.B. hungern immer noch weit über 700 Millionen Menschen –, ist das Erntedankfest gerade in Gegenden, wo Überfluss besteht, ein Ansporn, soweit es möglich ist zu helfen und mit den anderen zu teilen.

Auch Gebete, den anderen zugute, sind eine Hilfe.

„Unser tägliches Brot …“

Mit der Bitte um das tägliche Brot im „Unser-Vater“-Gebet meint der Glaubende nicht allein und ausschließlich die Nahrung; vielmehr wird damit der gesamte Lebensunterhalt angesprochen.

So mögen, wenn diese Bitte im Gottesdienst an Erntedank ausgedrückt wird, die Betenden auch die Menschen im Herzen tragen, die nicht haben, was man zum Leben braucht.

Im Weiteren betrifft diese Bitte im Vaterunser den Erhalt der Schöpfung, die Bewahrung der Natur, all dessen, was der Schöpfer geschenkt hat – und so mag bei dieser Bitte auch die Eigenverantwortung des Einzelnen anklingen, die er im Umgang mit dem von Gott Geschaffenen hat.

Gottesdienst an Erntedank 2017 mitfeiern

Gottesdienst am Erntedank-Sonntag, 1. Oktober 2017, wird in allen neuapostolischen Gemeinden in Süddeutschland am Vormittag gefeiert (Beginn: 9:30 Uhr). Wer den Erntedankgottesdienst mitfeiern möchte, ist herzlich eingeladen. (Auskunft über eine Gemeinde in Wohnortnähe gibt die Gemeindesuche.)

Was sagt der Katechismus dazu?


Was im 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zum Vaterunser steht, das die Gemeinde in jedem Gottesdienst betet, zitieren wir nachstehend:

630. Welches Gebet wird im Gottesdienst in einem festgelegten Wortlaut gebetet?

Das Gebet, das Jesus gelehrt hat, ist das „Unser Vater“ (Vaterunser). Es ist das einzige Gebet, das die Glaubenden im Gottesdienst miteinander in einem festgelegten Wortlaut beten.

Es ist in einer Fassung mit fünf Bitten (Lukas 11,2-4) und in einer ausführlicheren Fassung mit sieben Bitten überliefert (Matthäus 6,9-13).

631. In welchem Wortlaut wird das Vaterunser im Gottesdienst gebetet?

Im Gottesdienst wird das Vaterunser nach dem Wortlaut aus dem Matthäus-Evangelium gebetet:

„Unser Vater im Himmel!
Dein Name werde geheiligt.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.“

632. Was bedeutet die Anrede „Unser Vater“?

„Die Anrede „Unser Vater“ zeigt, dass dieses Gebet ein Gemeinschaftsgebet ist. Sprechen Menschen Gott als „Vater“ an, kommt damit zum Ausdruck, dass er sie erschaffen hat, ihr Herr ist und für sie sorgt. Sie dürfen zu Gott ohne Furcht, in Liebe, vertrauensvoll „Vater“ sagen.

633. Was bedeutet: „… im Himmel“?

Die Worte „im Himmel“ betonen, dass Gott größer und höher ist als alles Irdische. Und dennoch ist er in seiner Allgegenwart den Menschen nahe.

634. Was bedeutet: „Dein Name werde geheiligt“?

Das ist die erste Bitte im Vaterunser. Gott ist heilig. Die Gläubigen heiligen seinen Namen, indem sie ihm alle Ehre geben und sich bemühen, seinem Willen gemäß zu leben. Diese Bitte erinnert zugleich an das zweite Gebot.

635. Was bedeutet: „Dein Reich komme“?

Das Reich Gottes ist in Christus zu den Menschen gekommen. Mit der Bitte „Dein Reich komme“ wird darum gebetet, dass das Wesen Christi mehr und mehr in der Gemeinde wahrnehmbar werde. Außerdem wird mit diesen Worten darum gebetet, dass das zukünftige Reich Gottes offenbar werde: Dieses beginnt mit der Wiederkunft Christi zur Heimholung seiner Brautgemeinde.

636. Was bedeutet: „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“?

Im Himmel, dem Bereich, wo Gott thront, herrscht sein Wille uneingeschränkt. Die Bitte richtet sich darauf, es möge sich auch auf Erden alles nach Gottes Willen vollziehen. Auch beten die Gläubigen mit diesen Worten darum, dass es ihnen gelingen möge, Gottes Willen zu tun.

637. Was bedeutet: „Unser tägliches Brot gib uns heute“?

Damit wird um alles gebetet, was der Mensch zum Leben braucht. Auch schließt die Bitte ein, dass Gott die Schöpfung erhalten möge. Im übertragenen Sinn geht die Bitte dahin, Gott möge sein Wort als „Speise“ für die unsterbliche Seele geben.

638. Was bedeutet: „Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern“?

Alle Menschen laden wegen ihrer Sünden Schuld auf sich. Mit diesen Worten bekennen sich die Gläubigen vor Gott als Sünder und bitten ihn um Vergebung. Weil Gott gnädig ist und vergibt, erwartet er, dass auch wir denen vergeben, die uns Unrecht zugefügt haben. Daher wird uns Vergebung nur dann zuteil, wenn wir selbst versöhnlich und vergebungsbereit sind.

639. Was bedeutet: „Führe uns nicht in Versuchung“?

Die Gläubigen bitten darum, dass Gott ihnen hilft, mit ganzer Kraft der Sünde zu widerstehen. Auch wird damit die Bitte ausgedrückt, Gott möge vor schweren Glaubensprüfungen bewahren.

640. Was bedeutet: „Erlöse uns von dem Bösen“?

Diese Bitte drückt den Wunsch aus, Gott möge aus der Macht des Bösen befreien. Letztlich geht es darum, dass Gott die endgültige Erlösung schenkt, indem er uns für immer vom Bösen befreit. Im Sohn Gottes ist „die Erlösung, nämlich Vergebung der Sünden“ (vgl. Kolosser 1,14).

641. Was bedeutet: „Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit“?

Diese Worte sind ein Lobpreis Gottes („Doxologie“). Damit wird der Allmächtige verherrlicht, und ihm wird die Ehre dargebracht, die ihm zukommt. Der Blick richtet sich auf die Vollendung seines Heilsplans, wenn die Erlösten auf ewig bei Gott die Herrlichkeit erleben dürfen.

642. Was bedeutet: „Amen“?

Dieses Wort stammt aus dem Hebräischen und heißt übersetzt: „So sei es!“ Damit wird das Vaterunser beendet und es wird alles, was Gott in diesem Gebet gesagt wurde, nochmals bekräftigt.


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.