Brot stellt/e in vielen Kulturkreisen das Hauptnahrungsmittel dar. Und so ist Brot ein eindrückliches Symbol für menschliche Nahrung bzw. für das, was der Mensch zum Leben braucht. Nicht von ungefähr wird mit den Worten „Unser tägliches Brot gib uns heute“ im Vaterunser Gott die Bitte um alles entgegengebracht, was wir Menschen im irdischen Leben brauchen, Kleidung, Nahrung, Wohnung, …

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    "Unser tägliches Brot gibt uns heute ..."

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    Im Fasanenhof gab es Bibelbrote, Bibelkuchen und mehr ...

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    ... die Zutaten lassen sich aus Bibelworten ableiten

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    "Brottüten-Aktion" im Apostelbereich Freiburg/Tübingen

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    Eine der bedruckten Brottüten

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    Die Gaben am Altar in Plochingen wurden an die örtliche "Tafel" gespendet

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    In Renningen und Malmsheim wurden Lebensmittel gesammelt, ...

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    ... die noch am selben Tag verteilt wurden.

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    200 Holzofen- und Kartoffelbrote wurden an Tafelläden gespendet

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    Die Jugend der Gemeinde Stuttgart-Münster machte "Nachhaltigkeit" zum Thema ...

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    ... und informierte mit einer Plakataktion.

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    Zudem gab es selbst gemachte Marmelade und andere regionale Produkte.

Im Katechismus der Neuapostolischen Kirche (Kapitel 12.1.7.2.5) wird zu dieser Bitte im Vaterunser noch ausgeführt: „Diese Bitte zielt im weiten Sinn auf die Erhaltung der Schöpfung.“ Auch wird auf die übertragene Bedeutung hingewiesen, als Bitte um das Wort Gottes als „Speise“ für die unsterbliche Seele.

„Bibelbrote“ im Forum Fasanenhof

Im Forum Fasanenhof, der Begegnungsstätte der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland in Stuttgart-Möhringen, quasi am Schnittpunkt der Apostelbereiche Nürtingen, Stuttgart und Tübingen, finden anlässlich des Erntedankfests besondere Aktionen statt.

Zum Erntedankfest 2015 wurden aus den vorgenannten Gründen „Bibelbrote“ gebacken: Der Bäcker, ein neuapostolischer Glaubensbruder, hatte die Brote nach einem auf Basis von Bibelstellen selbst zusammengestellten Rezept gebacken. Zum Rezept gehören u.a. Gerste, da eine seit Jahrtausenden im Vorderen Orient und in Europa angebaute Getreideart ist, sowie Bohnenmehl: „Weil es schwer erhältlich ist, stellen wir es selber her“, so der Bäcker. Er bot als Nachtisch beim Buffet, das es beim diesjährigen Erntedankfest abends im Forum Fasanenhof gab, zudem „Bibelkuchen“ an. Auch dessen Zutaten basierten auf Bibelstellen.

„Brottüten-Aktion“

In den Kirchenbezirken des Apostelbereichs Freiburg/Tübingen wurde zum Erntedankfest 2015 die „Brottüten-Aktion“ fortgeführt, die zu Erntedank 2014 als Pilotprojekt begonnen hatte.

Insgesamt rund 50.000 Brottüten, auf die aus dem Vaterunser die Bitte um das tägliche Brot – siehe Matthäus 6, Vers 11 – aufgedruckt ist, wurden kostenlos an Bäckereien ausgegeben: Beim Brotkaufen sollten so die Kunden, die ihr Brot in einer solchen Tüte erhielten, zum Nachdenken angeregt werden. Gott, der Schöpfer, hat in seine Schöpfung eine Ordnung gelegt und uns Menschen die Verheißung gegeben: „Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte“ (1. Mose 8,22). Für alle Menschen gibt es ausreichend Nahrung, und doch haben nicht alle ihr tägliches Brot … „Mit dieser Brottüten-Aktion möchten wir darauf aufmerksam machen, dass es keinesfalls selbstverständlich ist, das tägliche Brot – das tägliche Essen – auf dem Tisch zu haben“, heißt es daher im Internet zur „Brottüten-Aktion“ (per QR-Code auf der Brottüte zu erreichen).

Dem Nächsten beizustehen und mit ihm zu teilen, ist unsere Aufgabe, das gehört zum christlichen Selbstverständnis.

Mit anderen teilen

Das Erntedankfest zum Anlass nehmen, mit anderen zu teilen, wurde in vielen Kirchengemeinden, teils schon in langer Tradition, auch in diesem Jahr praktiziert (siehe auch Selbst „Frucht“ bringen – Erntedank-Gottesdienste 2015 gefeiert). Die Gemeinden Renningen und Malmsheim (Apostelbereich Stuttgart) brachten es auf den Punkt: „Danken meint Teilen“. Unter diesem Gedanken sammelten sie – in Abstimmung mit der ortsansässigen gemeinnützigen Initiative „Notnagel“ zur Unterstützung bedürftiger Mitbürgerinnen und Mitbürger – haltbare Lebensmittel. Die Pakete wurden noch am Erntedank-Sonntag an die dankbaren Empfängerinnen und Empfänger ausgeliefert.

Eine in einem Hofgut als Bäckerin angestellte neuapostolische Glaubensschwester backte etwa 200 Brote, die in Tüten der o.g. „Brottüten-Aktion“ an die Tafelläden in Nagold, Altensteig und Horb verteilt und dort an Interessenten ausgegeben wurden: Die frisch gebackenen Holzofen- und Kartoffelbrote gingen in kürzester Zeit weg.

Bewahrung der Schöpfung

Den Gedanken, dass die Bitte ums tägliche Brot in einem weiten Sinn auf den Erhalt der Schöpfung zielt, griffen Jugendliche aus dem Kirchenbezirk Stuttgart-Bad Cannstatt auf. In der Gemeinde Stuttgart-Münster machten sie mit einer Plakataktion darauf aufmerksam, dass auch wir Menschen dazu unseren Teil beitragen müssen. Da hieß es zum Beispiel: „Weil Gott uns Menschen die Natur anvertraut hat, haben wir auch die Verantwortung, sie in lebenswertem Zustand von Generation zu Generation weiterzugeben.“ Die Jugendlichen informierten über Möglichkeiten, die der Einzelne in seiner Lebensführung hat, wertschätzend mit dem Leben und schonend mit dem Lebensraum umzugehen, und gaben Tipps u.a. für ein klimafreundliches Leben.

Die in Stuttgart-Münster beim Imbiss nach dem Erntedank-Gottesdienst den Teilnehmern angebotenen Speisen und Getränke waren ausschließlich hergestellt aus Produkten unter den Aspekten „regional und nachhaltig produziert, aus artgerechter Tierhaltung, ‚bio‘ und ökologisch verantwortlich“. Da gab es u.a. Obst aus dem eigenen Garten von Gemeindemitgliedern und daraus selbst gemachte Marmelade, Natursäfte von Streuobstwiesen aus der Nachbarschaft und Cannstatter „Sauerwasser“, Mineralwasser aus hiesigen Heilquellen. Selbstredend wurde der Transport mit dem Fahrrad erledigt.

Die Jugendlichen brachten auch das damit verbundene Thema „Fair Trade“ zur Sprache, das, initiiert von Bezirksapostel Michael Ehrich, an den diesjährigen Jugendtagen der Gebietskirche Süddeutschland einen Schwerpunkt im Nachmittagsprogramm gebildet hatte.

Titelfoto: © Grafvision - Fotolia.com