Am 5. Oktober 1916 vor 100 Jahren wurde Georg Thomas geboren, ein Gottesknecht, der fast 20 Jahre überaus segensreich als Apostel in Württemberg (heutiger Arbeitsbereich Heilbronn) gewirkt hat. Der zuständige Apostel Dieter Prause feierte am Mittwoch, 5. Oktober 2016, Gottesdienst mit der Gemeinde Künzelsau, die eine Zentralgemeinde im Arbeitsbereich des Apostels Thomas gewesen war.

Apostel Georg Thomas

Zu dem Gottesdienst in Künzelsau, im gleichnamigen Kirchenbezirk, waren auch weitere Gemeinden aus der Umgebung eingeladen. Apostel Prause erwähnte in der Predigt, als er an Apostel Thomas erinnerte, markante Worte des in Creglingen (Kreis Bad Mergentheim) geborenen Georg Thomas, der am 17. Oktober 1954 in Heilbronn durch Stammapostel Johann Gottfried Bischoff zum Apostel ordiniert worden war.

Mit Herzenshingabe dem Herrn gedient

Apostel Thomas war ein Eiferer für die Sache des Herrn, ein demütiger, bescheidener Mann, der sich mit ganzem Herzen und in völligem Gottvertrauen in den Dienst des Herrn gestellt hatte. Er war ein Seelsorger, der ganz nah an den Gemeinden, an den Glaubensgeschwistern war. „Ihr könnt mit euren Sorgen und Nöten jederzeit zu mir kommen, Tag und Nacht bin ich für euch da“ – dies lebte er. „Unser Apostel Thomas war einer von uns. Er hat uns alle gekannt. Er hat alles für uns getan. Er hat uns alle getragen und geliebt“, beschrieb Julie Ludwig, Witwe des früheren Gemeindevorstehers von Künzelsau, wie sie das Wirken des Apostels Thomas erlebt hat, der die Gemeinden in der Gegend sehr geprägt hat. Auch sein erstes geistliches Amt – Diakon – übte Georg Thomas in der Gemeinde Künzelsau aus: „Diakon Thomas war überall! Er schmückte den Altar, schippte Schnee, achtete darauf, dass niemand im Gottesdienst stehen musste … Ganz besonders nahm er sich der Jugend an.“

Insbesondere hilfsbedürftige und kranke Gemeindemitglieder fanden bei Apostel Thomas stets ein Herz voll Verstehen, und auch die seelsorgerische Betreuung der Kinder und Jugendlichen blieb ihm ein großes Anliegen.

In Gott, dem Vater, und in Jesus Christus zu leben sei gar nicht schwer, sagte Apostel Thomas in seinem letzten großen Gottesdienst am 28. Januar 1973 in Heilbronn-Pfühl, in dem er als Bibelwort Offenbarung 14,15.16 genommen hatte: „Man muss nur wollen!“ Er führte fünf Anforderungen an den Glaubenden an: kindlich-vertrauend glauben, Christus treu nachfolgen, den göttlichen Willen erfüllen, nach der Würdigkeit der Seele (zur Wiederkunft Jesu Christi) streben und von der angebotenen Gnade Gebrauch machen. „Das alles tun wir letzten Endes nicht für den Herrn, sondern für uns selbst.“

Nach einem mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt und dennoch unerwartet verstarb Apostel Thomas am 30. März 1973 im Alter von nur 56 Jahren.

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