Unter diesem Motto stand ein Konzert, das am 11. November 2017 in der neuapostolischen Kirche in Nürtingen (Kirchenbezirk Nürtingen) und tags darauf in der evangelischen Andreas-Kirche in Eningen unter Achalm stattfand.

Burg – ein Sinnbild für Zuflucht und Schutz (Foto: © GukHwa-Jang)

Das Konzert wurde anlässlich des Reformationsjubiläums veranstaltet.

Ein Orchester der Neuapostolischen Kirche mit Musikerinnen und Musikern aus den Kirchenbezirken Nürtingen und Reutlingen und ein evangelischer Kirchenchor, in den sich Sängerinnen und Sänger der neuapostolischen Gemeinde Eningen (Kirchenbezirk Reutlingen) einreihten, gestalteten in beiden Konzertaufführungen miteinander das Programm. Ein Highlight bildete der 4. Satz der Reformationssinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dirigentinnen waren Nevena Breschkow und Claudia Bluthard. (Über die Konzertaufführung in Eningen berichtet die Website des Kirchenbezirks Reutlingen und über die am 11. November in Nürtingen die Website des Kirchenbezirks Nürtingen.)

Der Text des Liedes, das dem Konzert das Motto gab, verweist auf Psalm 46, „Gott ist unsere Zuversicht und Stärke“. Dass Martin Luther auch die Melodie komponiert hat, ist nicht ganz unumstritten. Jedenfalls hat das Lied große Bekanntheit und für die protestantischen Kirchen hohe Bedeutung erlangt.

Das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ ist auch für neuapostolische Christen eine Gelegenheit, sich an Martin Luther und seine Bedeutung für den christlichen Glauben zu erinnern.

Dazu gehört insbesondere auch die Übersetzung der Bibel ins Deutsche. Das Neue Testament übersetzte Martin Luther während seines Aufenthalts auf der Wartburg im Winter 1521/1522 aus der griechischen in die deutsche Sprache; 1534 erschien die gesamte Bibel in der Übersetzung Luthers. Berühmt wurde Luthers Grundsatz beim Übersetzen, den Menschen aus dem Volk „aufs Maul (zu) sehen, wie sie reden, und danach (zu) dolmetschen“. Seine Übersetzung hat nicht nur die Entwicklung der deutschen Sprache entscheidend beeinflusst, sondern war vor allem die Voraussetzung dafür, dass sich alle Christen – gelehrt oder weniger gelehrt – mit der Bibel und ihrem Zeugnis von Jesus Christus auseinandersetzen konnten.

Was sagt der Katechismus dazu?


Was im 2015 erschienenen „Katechismus der Neuapostolischen Kirche in Fragen und Antworten“ zur Reformation ausgeführt steht, zitieren wir nachstehend:

595. Warum kam es zu Bemühungen um eine Reform der Kirche?

Im Mittelalter kam es innerhalb der Kirche mehr und mehr zu einer Verweltlichung – Glaube und Lehre verloren immer mehr an Wert. Dies ist auf eine mangelnde Ausrichtung am Evangelium zurückzuführen.  

Deshalb nahmen die Bemühungen um eine Kirchenreform zu. Zum einen bemühte sich das Mönchtum um eine Reform der Kirche, zum anderen Männer wie der Franzose Petrus Waldes (1140, gestorben vor 1218), der englische Theologe Johannes Wiclif (1330 bis 1384) und der Rektor der Prager Universität, Johannes Hus (1369 bis 1415). Sie alle waren konsequente Kritiker einer verweltlichten Kirche. Die von ihnen angestoßenen und begleiteten Bewegungen ergriffen weite Teile Europas und führten schließlich zur Reformation.

596. Was ist die Reformation?

Die Reformation (aus dem Lateinischen „reformatio“: Wiederherstellung, Erneuerung) ist eine religiöse Erneuerungsbewegung in Europa, die auf dem Wunsch nach einer Rückbesinnung auf das Evangelium gründet.

Sie ist eng mit dem deutschen Mönch Martin Luther (1483 bis 1546) verbunden. Alleinige Grundlage für die Lehre sollte nach seiner Überzeugung das biblische Zeugnis von Jesus Christus sein. Luther übersetzte die Bibel aus der hebräischen und griechischen Sprache ins Deutsche und machte sie so dem Volk zugänglich.

Eigenständig entstand 1534 in England die anglikanische Staatskirche.

597. Wer sind die bedeutendsten Reformatoren?

Neben Martin Luther aus Wittenberg sind dies der Reformator Ulrich Zwingli (1484 bis 1531), der in Zürich wirkte, und Johannes Calvin (1509 bis 1564), der in Genf eine eigenständige Reformbewegung einleitete.

598. Wie reagierte die römisch-katholische Kirche auf die Reformation?

Als Reaktion auf die Reformation leitete das Konzil von Trient (ab 1545) eine Erneuerung der Kirche ein und bereitete den Boden für die Gegenreformation. Dies führte zum Wiedererstarken des Papsttums.

599. Welche Folgen hatte die Auseinandersetzung zwischen Protestantismus und Katholizismus?

Im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken kam es in Europa zum Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648), dessen Ergebnis unter anderem die Festigung des Einflusses war, den der Staat auf die Kirche nahm. Der Herrscher bestimmte die Religionszugehörigkeit seiner Untertanen.


Den „Katechismus in Fragen und Antworten“ veröffentlichen wir nach und nach in thematischen Blöcken unter „Katechismus“ in der Rubrik „Woran wir glauben“.