Der jährliche Gottesdienst, den der Stammapostel – höchster Geistlicher in der Neuapostolischen Kirche – für die Amtsträger in Europa hält, fand diesmal am Sonntag, 22. Oktober, in Nürnberg-Ost (Apostelbereich Nürnberg) statt.

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Via Satellit erfolgte eine Bild-Ton-Übertragung des Gottesdienstes in rund 500 für Satelliten-Empfang ausgerüstete Kirchen in ganz Europa. Alle aktiven Amtsträger sowie die Amtsträger im Ruhestand waren gemeinsam mit ihren Ehefrauen zum Gottesdienst eingeladen, ebenso Witwen von Amtsträgern.

Stammapostel Jean-Luc Schneider legte der Predigt ein Bibelwort aus dem Neuen Testament zugrunde, aus dem Johannes-Evangelium, das von einem Wort Jesu Christi handelt: „Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, was ich getan habe. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr und der Apostel nicht größer als der, der ihn gesandt hat. Wenn ihr dies wisst – selig seid ihr, wenn ihr’s tut.“ (Joh 13,15-17)

In der Wortverkündigung wies der Stammapostel darauf hin, dass jeder Christ aufgerufen ist, als Zeuge Jesu Christi in Wort und in der Tat zu handeln. Das bedeute, dem Herrn zu dienen, indem der Glaube bekannt und das Evangelium in Wort und Tat verkündigt werde. Ebenso sei jeder Glaubende aufgerufen, dem Nächsten zu dienen: für ihn zu beten und Gutes zu tun.

Einen besonderen Dienst erfüllen die Apostel. Sie machen Heil aus Jesus Christus den Menschen zugänglich und bereiten sie auf Christi Wiederkunft vor. Aus dem Apostelamt gehen Vollmacht, Segnung und Heiligung für den Dienst der weiteren Amtsträger hervor. Alle Amtsträger, also die in ein geistliches Amt Ordinierten und dafür Bevollmächtigten, sind Diener Gottes. Der Stammapostel unterstrich, dass ihr Dienen freiwillig ist, aus Liebe zu Gott, zum Sohn Gottes („Weil wir den Dienst Jesu Christi an unserer Seele erlebt haben, weil wir seine Liebe immer wieder erfahren, dienen wir. Das ist unsere Motivation!“).

Die Amtsträger dienen Gott, sie dienen den Menschen – „diesen Dienst machen wir freiwillig, weil wir Gott lieben, weil wir die Menschen lieben. Es ist uns eine Freude, diese Liebe zum Ausdruck bringen“, so der Stammapostel. Er machte auch deutlich, dass es denen, die Gott dienen, deswegen nicht besser gehe, sie hätten dadurch "null  Vorteile" und müssten wie alle Menschen auch leiden und würden angefochten.

In der Predigt brachte er ferner u.a. zum Ausdruck, dass es Aufgabe der Diener Gottes ist, den Willen des Herrn und Meisters auszuführen. „Wir müssen das ablegen, was nicht mit dem Willen Jesus Christus übereinstimmt.“ Die Diener Gottes sollten die Lehre Jesu Christi weitertragen, ohne sie zu verändern und darüber hinauszugehen – sie sollten nicht strenger sein als der Meister. „Die Aufgabe des Jüngers ist, zu lehren, was der Meister gelehrt hat. ... Die Lehre des Meisters ist: Jesus Christus ist der Weg; es ist uns kein anderer Name gegeben, um Heil zu erlangen." Und er betonte: „Wir sind definitiv nicht größer als unser Meister!“

Den Stammapostel begleiteten die europäischen Bezirksapostel Markus Fehlbaum, Bernd Koberstein, Rüdiger Krause, Wolfgang Nadolny, Rainer Storck und als Gastgeber der süddeutsche Bezirksapostel Michael Ehrich. Zudem befanden sich Bezirksapostelhelfer Jürg Zbinden aus der Schweiz sowie die süddeutschen Apostel in seiner Begleitung. Zwei Lead-Apostel – Apostel mit Leitungsaufgaben – aus dem außereuropäischen Arbeitsbereich des Bezirksapostels Michael Ehrich, Geoffrey Nwogu aus Nigeria und Samuel Oppong-Brenyah aus Ghana, waren ebenfalls dabei, sie hatten an der Afrikakonferenz teilgenommen (wir berichteten).

Bezirksapostel Ehrich als der Gastgeber sowie Bezirksapostel Wolfgang Nadolny aus Berlin wurden zur weiteren Wortverkündigung gerufen.

Ein gemischter Chor gestaltete den Gottesdienst musikalisch mit. Den Chor bildeten die Amtsträger und ihre Frauen, soweit ChorsängerInnen, aus den Gemeinden Altdorf, Feucht, Fürth, Lauf, Nürnberg-Mitte, Nürnberg-Nord, Nürnberg-Ost und Nürnberg-Südwest.

Simultan übersetzt wurde der Gottesdienst durch ehrenamtliche Übersetzerinnen und Übersetzer der Kirche in 19 Sprachen – albanisch, armenisch, bulgarisch, englisch, estnisch, französisch, italienisch, kroatisch, litauisch, niederländisch, norwegisch, polnisch, portugiesisch, rumänisch, russisch, schwedisch, spanisch, tschechisch und ungarisch –, wobei die Übersetzung unter Regie der Abteilung „audiovisuelle Dienste“ des kircheneigenen Bischoff-Verlags erfolgte.

Dank an die Amtsträger, Bekanntgabe zum Amtsverständnis

Die Amtsträger in der Neuapostolischen Kirche sind Geistliche im Sinne der allgemeinen Gesetze. Es sind Laien, mit unterschiedlichen Berufen; sie kommen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten. Die Amtsausübung erfolgt freiwillig und ehrenamtlich.

Nach dem Gottesdienst machte sich der Stammapostel zum Sprecher des Apostolats und dankte mit herzlichen Worten den Amtsträgern für ihr Dienen. Ebenso dankte er ihren Frauen, die sich vielfach ebenfalls in der Gemeindearbeit einbringen, einschließlich der gesamten Familien, die vielleicht auch einmal wegen des ehrenamtlichen Engagements etwas zu kurz kämen.

In Süddeutschland erfüllen in den Kirchengemeinden und Kirchenbezirken ein paar tausend Amtsträger einen Amtsauftrag; sie tun dies im ehrenamtlichen Dienst in ihrer freien Zeit, aus Liebe zu Gott und zum Nächsten. Nur sehr wenige Amtsträger stehen im hauptamtlichen Dienst der Kirche: Neben dem Bezirksapostel, dem Repräsentanten der Gebietskirche (Kirchenpräsident), sind dies in Süddeutschland sieben Apostel – die engsten Mitarbeiter des Bezirksapostels, die zur Kirchenleitung gehören und einen Apostelbereich leiten – und sechs Bischöfe, die an ihrer Seite wirken.

An den Dank des Stammapostels schloss sich eine Bekanntgabe zum Amtsverständnis an. Lesen Sie dazu die offizielle Verlautbarung auf der Seite der Neuapostolischen Kirche International.